Wie oft sagt ihr zu euren Kindern „Später…“?

Das Wichtigste, was ich in meinem Leben gelernt habe: Die Zeit, die wir mit Menschen verbringen, die wir lieben, ist das Kostbarste, was wir haben. Ja, klingt wie ein ziemlich kitschiger Kalenderspruch. Stimmt aber trotzdem! Ich weiß, wovon ich spreche, weil ich einen der wichtigsten Menschen in meinem Leben bereits verloren habe.

Wir sollten uns öfter wirklich bewusst machen, wo unsere Prioritäten liegen sollten. Und zwar nicht beim Putzen, Einkaufen oder E-Mails schreiben. (Klar, den Alltag regeln ist natürlich wichtig. Sonst würde alles im Chaos versinken, das wissen wir Mamas nur zu gut…) Aber ist es für unsere Kinder abends wirklich entscheidend, ob die Spülmaschine eingeräumt ist? Klares Nein!

Was wirklich wichtig ist

Was ich sagen will: Wenn uns das nächste Mal unser Kind fragt, „Mama, spielst du mir mir?“, dann sollten wir es nicht auf später vertrösten, um erstmal irgendetwas zu erledigen, sondern uns daran erinnern, dass es letzten Endes völlig egal sein wird, wie sauber unsere Wohnung war. Sondern, dass wir mit unserer Tochter oder unserem Sohn Zeit verbracht haben. Die Kleinen werden viel zu schnell groß, und die Uhren lassen sich nicht zurückdrehen.

Vor allem jetzt im oft nasskalten Herbst, gibt es ganz viele Gelegenheiten, um zu kuscheln, zu basteln oder es sich mit Spielzeug auf dem Teppich gemütlich zu machen und mit unseren Kleinen das spielen, was wir selbst schon als Kind geliebt haben. Dadurch werden wir auch ein bisschen in unsere Kindheit zurückversetzt und unseren Kindern macht es natürlich auch mehr Freude, wenn sie merken, dass wir richtig Spaß mit dem Spielzeug haben. Also, her mit den Puppen, der Eisenbahn aus Holz und mit Bausteinen!

Warum es unseren Kindern doppelt gut tut, mit Bausteinen zu spielen

Wohl jede von uns hatte als Kind LEGO® DUPLO® zuhause, oder? Ich hatte meine Steine sogar von meiner 10 Jahre älteren Schwester „geerbt“. Die sahen immer noch aus wie neu. Ich erinnere mich an diese grüne Platte, die ihr bestimmt auch alle hattet. Außerdem hatte ich eine Holzkiste voller Steine und ein paar Figuren. 

Buntes mit Lerneffekt: LEGO DUPLO Bausteine begeistern Mädchen und Jungs.

Buntes mit Lerneffekt: LEGO DUPLO Bausteine begeistern Mädchen und Jungs. Foto: Echte Mamas

Heute gibt es für Kleinkinder ab 18 Monaten zahlreiche Sets und für Kids ab zwei Jahren eine riesige Auswahl, etwa einen Zoo, eine Feuerwehrwache oder, ganz neu, ein Wohnhaus und eine Baustelle (mit Licht und Ton!). Alles kunterbunt und liebevoll designt. Das Tolle: Es macht Großen und Kleinen Spaß und langweilig wird das nie, weil man so viel aus den Steinen machen kann. Plus: Unsere Kleinen lernen dabei einiges. Die kleinen Baumeister verbessern beim Greifen und Stapeln ihre Feinmotorik und staunen im wahrsten Sinne Bauklötze, wenn sie beim Bauen und Einstürzen lassen ihre ersten Experimente machen.

Für die Kleinen wie meinen Sohn gibt es für Kinder ab 1,5 Jahren jetzt einen Lastwagen, auf dem Steine mit dem ABC gestapelt sind. Mein Kleiner steht total darauf und düst dauernd damit quer durchs Kinderzimmer, lädt ab, wieder auf und weiter geht die wilde Fahrt.

 

Fahren, stapeln, Formen, Farben, Buchstaben kennenlernen: Dieser Laster wird von meinem Sohn nicht mehr aus der Hand gegeben.

Fahren, stapeln, Formen, Farben, Buchstaben kennenlernen: Dieser Laster wird von meinem Sohn nicht mehr aus der Hand gegeben. Foto: PR

Ganz nebenbei bekommt er ein Gespür für Farben, Formen und Buchstaben, wenn ich ihm die Klötze hinhalte und ihn frage, ob wir als nächstes ein blaues I oder ein rotes O aufladen sollen. Keine Bange, das ist alles spielerisch. Er muss nicht morgen schon ein ABC-Schütze sein, abliefern muss er früh genug, denke ich mir. Apropos, abliefern.

Warum Spielen nicht gleich Spielen ist…

Abliefern müssen wir Mütter ständig. Täglich meinen wir, allen und jedem gerecht werden zu müssen: dem Kind, dem Partner, dem Job (plus Haustiere und Haushalt). Die ganze Zeit bemühen wir uns, und dennoch bleibt so vieles auf der Strecke, weil wir tausend Sachen gleichzeitig jonglieren.

Die Sache ist nur die: Unsere Kinder merken sofort, wenn wir mit unseren Gedanken nicht bei der Sache, sprich, bei ihnen sind. Das gibt ihnen ein ungutes Gefühl und sie fragen sich: Bin ich meiner Mama nicht so wichtig? Und das ist schließlich das allerletzte, was wir wollen!

Die Lösung lautet: Qualität statt Quantität!

Nicht die Dauer der miteinander verbrachten Zeit ist wichtig, sondern wie aufmerksam wir sie mit unseren Kleinen verbringen. Sprich: Statt einer Stunde halbherzig und mit den Gedanken beim Job oder einem Auge auf dem Handy, lieber eine halbe Stunde wirklich intensiv mit dem Kind spielen.

Wirkliche Aufmerksamkeit! Das ist so etwas Tolles, was wir unseren Kleinen geben können. Denn dadurch, dass wir sie wirklich anblicken, ihnen wirklich zuhören und wirklich mit ihnen spielen, fühlen sie sich erst gesehen.

Dazu fällt mir eine Anekdote ein. Ein Kollege von mir hat einmal Matthias Schweighöfer am Telefon interviewt, und ich saß mit im Raum. Schweighöfer hat erzählt, dass er natürlich nichts von Scientology hält. Aber dass er folgendes an Tom Cruise wahnsinnig toll fand: Wenn sich Cruise mir dir unterhält, schenkt er dir die volle Aufmerksamkeit, lässt sich durch nichts ablenken, ist voll da und sieht dich wirklich an. Manche Menschen können das einfach –anderen das Gefühl geben, dass du (ihnen) wirklich wichtig bist. Was für ein Geschenk! Wir merken uns: Ab jetzt sind wir gegenüber unseren Kindern öfter Tom Cruise. Nur ohne seine schlechten Angewohnheiten …

Vitesse Schleinig

Aus der Münchner Verlagswelt kam ich vor rund zehn Jahren in die Hamburger Online-Welt, wo ich seither texte, was die Tastatur hergibt. Das Leben mit meinem Mann und unserem 3-Jährigen nehme ich mit Humor, Liebe – und viel Yoga. Und ich bin überzeugt, dass aus willensstarken Kindern großartige Erwachsene werden. Ganz bestimmt!

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