Charlotte Weise könnte man auch als Sonnenschein von Social Media bezeichnen. Mit ihren Tanzeinlagen, Gute-Laune-Outfits und ihrer optimistischen, sympathischen Art zieht sie einen sofort in den Bann.
Doch genauso spricht sie über schwere Zeiten. Vor zwei Monaten teile sie den frühen Abgang ihrer Schwangerschaft auf Instagram und sprach dort auch darüber, wie sie ihrem Sohn erklärte, dass das Geschwisterchen nun leider doch nicht kommen wird.
Heute knapp zwei Monate nach dem Verlust haben wir erneut mit Charlotte gesprochen.
Wir haben sie gefragt, wie sie nach der Fehlgeburt weiter gemacht hat und was ihr in dieser schweren Zeit geholfen hat.
„Vor zwei Monaten hatte ich in der siebten Schwangerschaftswoche eine Fehlgeburt. Ich dachte immer, dass es mich nicht stark traurig machen wird, wenn ich eines Tages mal einen frühen Abgang haben werde. Aber die Realität sah ganz anders aus.
Es hat mich sehr mitgenommen, da ich mich gemeinsam mit meinem Freund Felix und meinem vierjährigen Sohn Mads jeden Tag über das Baby gefreut habe. Als ich plötzlich starke Blutungen hatte, bin direkt zur Frauenärztin gegangen.
Alle haben mir noch Hoffnung gemacht und gesagt, dass Blutungen oft vorkommen können zu Beginn der Schwangerschaft, aber leider war dann beim Ultraschall nichts mehr zu sehen.
Charlotte Weise
Ich bin weinend aus der Praxis gerannt. Zum Glück hat mich meine Freundin abgeholt und nach Hause gebracht. Ich lag dann erstmal mehrere Tage nur auf dem Sofa und hatte durch den hohen Blutverlust sehr mit meinem Kreislauf zu kämpfen. Ich habe dann hochdosiertes Eisen eingenommen und mich ausgeruht.
Der härteste Moment für mich war, als ich es meinem Sohn gesagt habe und er dann so traurig war.
Im Nachhinein frage ich mich immer wieder, wie wir es bei der nächsten Schwangerschaft machen sollen. Sollen wir es ihm früh erzählen oder lieber maximal lange hinauszögern, um ihm eine Enttäuschung zu ersparen?
Wir wollen auf der einen Seite, dass er mitfiebern darf, aber wollen ihn nicht nochmal so traurig sehen. Er möchte unbedingt ein Geschwisterchen und fragt täglich nach einem Baby.
Wir versuchen schon seit 13 Monaten schwanger zu werden
Aber bisher hat es – bis auf das eine Mal – nicht geklappt. Ich habe vor kurzem auch nochmal meine Schilddrüse testen lassen, damit es nicht erneut zu einer Fehlgeburt aufgrund einer Unterfunktion kommt. Meine Werte sind aber alle top.
Ich finde es gut, dass wir früh allen im engsten Kreis von der Schwangerschaft erzählt haben, da sie dann auch nach der Fehlgeburt mit mir traurig waren und für mich da waren. Meine Freundinnen haben mir Blumensträuße, Tee, Chips und Schokolade vor die Tür gelegt und das hat mich sehr gerührt.
Zu wissen, dass ich da nicht alleine durch muss, hat mir sehr geholfen.
Charlotte Weise
Ich habe es auch öffentlich auf meinem Instagram-Account geteilt und darauf hin habe ich über 10000 Nachrichten mit den Geschichten von anderen Frauen bekommen.
Wir sind alle nicht alleine und es gibt einfach so schlimme Schicksale. Nach ein paar Tagen musste ich erstmal meine Empfohlen-Seite auf Instagram auf 0 setzen, damit es mich nicht noch mehr runterzieht, wenn ich nur noch Reels zum Thema Fehlgeburten vorgeschlagen bekomme.
Ich habe ein Tabuthema enttabuisiert und dafür wurde mir sehr gedankt.
Dabei kommt es häufiger vor, als man denkt, nur kaum jemand redet öffentlich darüber. Ich finde jede Frau sollte überall offen und ehrlich über ihren Verlust sprechen dürfen, so lange trauern, wie es eben dauert und Anspruch auf viele Krankentage haben – auch bei einer sehr frühen Fehlgeburt! Es ist ein schwerer Verlust, egal in welcher Schwangerschaftswoche er stattfindet.
Gut zu wissen
In Deutschland gibt es keine gesetzlich festgelegte Zahl von Krankentagen nach einer Fehlgeburt. Die Dauer der Krankschreibung hängt von deinem Gesundheitszustand ab und wird von der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt festgelegt.
Typischerweise kann die Krankschreibung von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen reichen, abhängig von Faktoren wie:
körperlichen Beschwerden (z. B. Blutungen, Schmerzen, Erholung nach einem Eingriff), Komplikationen, psychischer Belastung.
Seit Juni 2025 gelten zudem besondere Mutterschutzregelungen bei Fehlgeburten ab der 13. Schwangerschaftswoche. Bei früheren Fehlgeburten gibt es keinen automatischen Mutterschutz, aber eine Krankschreibung ist möglich, wenn sie medizinisch erforderlich ist.
Ich blicke positiv nach vorne und weiß, dass noch ein Baby kommen wird, wenn es das Leben so möchte.
Und wenn nicht, dann ist es für uns auch okay, da wir schon einen gesunden tollen Jungen haben, der damals fünf Wochen auf der Intensivstation in Barcelona lag, weil er zwei Monate zu früh auf die Welt gekommen ist.
Es war die härteste Zeit für uns und wir sind einfach nur dankbar, dass alles gut gegangen ist, da er damals immer Atemaussetzer hatte und wir jeden Morgen bangend zum Frühchenbettchen kamen und gehofft haben, dass er noch lebt.
Ich wünsche allen Mamas und Papas, die sich ein Kind wünschen, dass es klappt und sie nicht erst Fehlgeburten oder Frühgeburten erleben müssen, sondern einfach ihr Wunder in den Armen haben können! Und wenn es doch anders laufen sollte: Ihr seid nicht alleine.
P.S.: Charlotte ist übrigens auch bei unserem Echte Mamas-Festival mit dabei!
Und du kannst sie auf der Bühne sowie auf dem Festival live erleben. Beim Bühnentalk wird sie u.a. mit Schauspielerin Isabell Horn sowie Influencerin Clea Lacy über ehrliche Elternschaft sprechen. Das wird ein toller Austausch über die Realität des Familienlebens – ohne Filter und Perfektion.
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Ja, darüber freuen wir uns auch sehr ❤️
Was für eine ehrliche und bewegende Geschichte. Ich freue mich sehr, dass Charlotte beim Festival dabei sein wird!