Gute Pflege von Anfang an: Was Eltern über Kinderzähne wissen sollten

Wenn wir unser frischgebackenes Baby in den Armen halten, verschwenden wir meist noch nicht viele Gedanken ans Thema Kinderzähne. Erstmal ist anderes so viel wichtiger!

Wenn sich allerdings nach ein paar Monaten die ersten Milchzähne ihren Weg bahnen, kommen nach und nach viele Fragen auf.

Hier beantworten wir euch die wichtigsten:

Wann kommen denn überhaupt die Milchzähne?

Das ist natürlich, wie alles andere auch, eine ganz individuelle Angelegenheit. Aber im Durchschnitt kann man sagen: Die unteren mittleren Schneidezähne brechen als erstes durch, und zwar zwischen dem sechsten und dem achten Monat. So geht es dann meistens weiter: Die seitlichen Schneidezähne unten kommen zwischen dem 8. und 12. Monat, die oberen Schneidezähne zwischen dem 9. und 12. Monat, alle Backenzähne zwischen dem 12. und 16. Monat und die Eckzähne schließlich zwischen dem 17. und 19. Monat.

Wie „schlimm“ und schmerzhaft das Zahnen ist, ist ebenfalls von Kind zu Kind total unterschiedlich. Und manchmal sogar von Zahn zu Zahn: Die Backenzähne haben eine relativ große, stumpfe Fläche, die sich durchs Zahnfleisch drücken muss. Daher ist ihr Durchbruch meistens am schmerzhaftesten.

Übrigens: Alle Zähne sind beim Baby bereits während der Geburt angelegt und warten im Kiefer auf ihren „großen Auftritt“.

Und ab wann brauchen diese Pflege?

Das lässt sich ganz einfach beantworten: Sofort. Zahnpflege wird nötig, sobald der erste Zahn durchbricht. Denn wenn die Milchzähne vernachlässigt werden, vermehren sich Bakterien ungehemmt in der Mundhöhle und werden so auch für die späteren, bleibenden Zähne eine Gefahr. Wir dürfen also nicht denken, dass wir jetzt öfter mal Fünfe gerade sein lassen dürfen, weil „die Milchzähne ja sowieso irgendwann ausfallen.“

Wie sollte diese Zahnpflege aussehen?

Babys erste Zähnchen sollten mindestens einmal täglich vorsichtig mit einem speziellen Fingeraufsatz (gibts in Drogerien) oder einer gaaaanz weichen Babyzahnbürste und einer geeigneten Zahnpasta geputzt werden. Diese wird zu Anfang natürlich noch häufig verschluckt. Deswegen ist es besonders wichtig, auf die Inhaltsstoffe zu achten.

Heiß diskutiert wird hier vor allem immer wieder über das Flourid.

Auf der einen Seite sprechen Experten immer wieder davon, dass es den Zahnschmelz härtet. Was bei Milchzähnen, die einen dünneren Zahnschmelz haben und somit besonders kariesanfällig sind, natürlich wünschenswert ist! Auf der anderen Seite weist das Bundesinstitut für Risikobewertung auch darauf hin, dass zu viel Fluorid in jungen Jahren Zähnen und Knochen schaden kann. Und, ein sehr viel häufigeres Problem: Zu viel Fluorid kann helle, teilweise sehr auffällige Verfärbungen auf den bleibenden Zähnen verursachen, die Fluorosen. Diese entstehen, wenn sich Fluorid im Zahnschmelz anlagert. Diese Verfärbungen lassen sich auch vom Zahnarzt nur schwerlich entfernen.

Warum gerade bei Kindern bis zu sechs Jahren so viel über die Möglichkeit einer Überdosierung diskutiert wird? Sie bekommen in ihren ersten Lebensjahren oftmals Vitamin-D-Ergänzungsmittel verschrieben, die ebenfalls Fluorid enthalten können. Zudem nutzen viele Familien fluoridiertes Speisesalz. Zusammen mit einer ebenfalls fluoridhaltigen Zahncreme kommt so manchmal eine Menge des Stoffes zusammen, die eine Überdosierung darstellt.

Deswegen raten Experten, sich bei Kindern auf eine einzige Flourid-Quelle zu beschränken. Zu diesem Zweck gibt es Kinder-Zahncremes, die frei von Fluorid sind, z. B. Kinder Karex.

Karex enthält keine Fluoride. Karex enthält den biomimetischen Wirkstoff Hydroxylapatit und schützt so vor Karies.

Kinder Karex enthält statt Fluorid die clevere Alternative Hydroxylapatit, ein Stoff, der naturverwandt ist. Er ist also von Natur aus in Zähnen und Knochen enthalten und kann daher gar nicht überdosiert werden.

Etwa 97% unseres Zahnschmelzes und etwa 70% des darunter liegenden Dentins bestehen aus Hydroxylapatit. Der Wirkstoff bildet eine Schutzschicht, die es Bakterien erschwert, sich am Zahn anzuheften. Der Wirkstoff kann sogar kleinere Defekte am Zahnschmelz reparieren.

Kinder Karex kann ab dem ersten Zahn verwendet werden und ist beispielsweise bei dm erhältlich.

Die Zahnpasta kostet 3,49 Euro.

Wie sieht die perfekte Zahnbürste für mein Kind aus?

Ihre ersten eigenen Putzerfahrungen sollten Kinder auf jeden Fall mit einer Handzahnbürste machen, um die nötigen Bewegungen richtig zu lernen. Diese sollte sehr weiche, gerade stehende Borsten und einen kleinen Kopf (bis zwei Zentimeter Länge) haben. Toll ist auch ein knubbeliger, dicker Griff, der gut in der kleinen Hand liegt. Ab etwa drei Jahren kann – nicht muss! – dann auf eine elektrische Zahnbürste umgestiegen werden. Hier lohnt sich die Anschaffung eines speziellen Kindermodells, ebenfalls mit einem handlichen Griff und kleinen Bürstenaufsätzen.

Wie werden die Zähne richtig geputzt?

Leicht zu merken ist die sogenannte KAI-Zahnputztechnik. KAI steht dabei für Kauflächen, Außenflächen, Innenflächen. Zuerst werden also die Kauflächen mit kurzen Vor- und Rückbewegungen geputzt, dann die Außenflächen mit kleinen Kreisbewegungen und als letztes die Innenflächen der Zähne vom Zahnfleisch zu den Zähnen hin. Am besten etwa zwei Minuten lang putzen, um alle Zähnchen ausreichend zu säubern.

Ab wann können Kinder denn alleine putzen?

Viel später, als man denkt! Zahnärzte raten, dass Eltern unbedingt so lange nachputzen sollten, bis die Kinder in Schreibschrift schreiben können. Erst dann ist ihre Feinmotorik so gut ausgereift, dass sie die nötigen Bewegungen beim Putzen sorgfältig genug ausführen können.

Ab dem ersten Zahn – auch für Kinder geeignet, die noch nicht richtig ausspucken können

Wann sollten Kinder das erste Mal zum Zahnarzt?

Hier gibt es unterschiedliche Meinungen, aber spätestens mit anderthalb Jahren sollten Kinder das erste Mal beim Zahnarzt „antreten“. (Wenn es Probleme gibt, natürlich auch jederzeit vorher!) Hier sollte es idealerweise aber nicht um eine aufwändige Behandlung, sondern eher einen „Kennenlernen-Termin“ handeln. Das erste Mal auf den Zahnarztstuhl klettern, die helle Lampe ins Gesicht bekommen, den Mund weit öffnen und einen Fremden mit merkwürdigen Geräten an die Zähne lassen – das sind ganz schön viele neue Eindrücke auf einmal. Umso besser, wenn dann dabei nichts piekst oder sticht!

Ob man mit seinen Kindern zu einem speziellen Kinderzahnarzt oder zu dem „normalen“ Zahnarzt seines Vertrauens geht, ist den Milchzähnen selbst total egal. Es ist reine Geschmacksache der Eltern. Eine Kinderarztpraxis ist natürlich „niedlicher“ und kindgerechter eingerichtet und geht zu hundert Prozent auf seine kleinen Patienten ein.

Weiß man einmal Bescheid und hat die richtigen „Zutaten“, ist die richtige Pflege für Kinderzähne eigentlich kein Problem. Aber sie ist wirklich unheimlich wichtig – fürs schöne und gesunde Lächeln unserer Kleinen, jetzt und vor allem auch in Zukunft. Also, bleiben wir immer am Ball – auch, wenn unsere Kinder mal murren 😉

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer vierjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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