Warum ich Flaschenmamas verurteilt habe – und dann selbst eine wurde

Vor der Geburt meines Sohnes war ich ziemlich arrogant. Ich dachte immer, wenn eine Mutter es nicht schafft, ihr Kind zu stillen, dann hat sie es nicht richtig versucht. Schließlich haben Naturvölker auch keinen Zugang zu Flaschennahrung. Hätte man keine andere Wahl, würde es schon irgendwie klappen, so mein Argument.

Tja. Und dann wurde ich selbst Mutter. Und wurde eines Besseren belehrt. Nach 22 Stunden in den Wehen kam mein Kleiner mit einem Notkaiserschnitt zur Welt. Dabei wollte ich doch immer eine natürliche Geburt! Auch, weil das Immunsystem des Babys durch die Scheidenflora gestärkt wird. Ich tröstete mich mit dem Gedanken, dass mein Baby ganz viele wichtige Nährstoffe über meine Muttermilch bekommen würde. Die Rechnung hatte ich leider ohne meine Brüste gemacht.

Stillen oder Fläschchen?

Stillen oder Fläschchen? Manche Mütter können frei entschieden, andere nicht. Foto: Bigstock

Ich wollte unbedingt stillen – doch ich hatte nicht genug Milch

Da lag ich nach dem Kaiserschnitt. Gerade zugenäht, halb in Trance, komplett erschöpft, und wollte nur noch meinen Jungen ansehen. Ihn halten und stillen. Aber durch die frische Schnittnarbe ging das nicht so einfach. Meine Hebamme und mein Freund mussten helfen, den Kleinen zu halten. Schließlich war er endlich an meiner Brust und nuckelte still und friedlich. Ich dachte, ich hätte wenigstens das geschafft.

stillen - Eine Mutter stillt ihr Baby nach der Geburt

Körperkontakt direkt ach der Geburt ist wichtig für ein Baby. Foto: Bigstock

Doch in den nächsten Tagen und Wochen schoss einfach nicht genug Milch ein. Offenbar war meine Schilddrüsenunterfunktion der Grund dafür. Mein Kleiner nuckelte und zog, dass meine Brustwarzen sich entzündeten und schmerzten. Nicht nur ein bisschen. Sie taten richtig weh. So sehr, dass mir in diesem eigentlich so innigen Still-Moment die Tränen nur so runterliefen.

Erst jetzt verstand ich alle Frauen, deren Kommentare ich in Foren gelesen hatte. Ich verstand, dass sie ihrem Kind irgendwann die Flasche gaben, weil sie das Stillen so lange vergeblich unter Schmerzen versucht hatten, bis sie nicht mehr konnten. Oder nicht mehr wollten. Und ich verstand auch, dass manche Mütter sich von vornherein dagegen entscheiden.

So wurde ich zur Flaschenmama

Trotz meiner Erkenntnis gab ich noch nicht auf. Ich wollte sechs Monate lang stillen. So, wie es von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen wird. Mein Baby war tagsüber fast ununterbrochen angedockt, weil ich immer das Gefühl hatte, es sei nicht satt. Meine Hebamme und der Kinderarzt bestätigten mir, es reiche einfach nicht. Mein Kleiner müsse zunehmen. Und ich mit Pre-Milch zufüttern.

In dem Moment kam ich mir vor wie eine Versagerin. Ich weiß, dass das Quatsch ist. Aber dieses Gefühl war da: Ich hatte es nicht geschafft. Die erste Flasche in der Hand, machte dieses Gefühl unerträglich. Aber als ich dann sah, wie gierig und glücklich mein kleiner dann die erste Portion runtergeschluckt hat, war ich so erleichtert. Endlich war er satt und so zufrieden.

Was kommt in die Flasche? Bio Folgemilch aus Ziegenmilch

So lange es ging, habe ich meinem Kind beides gegeben. Tagsüber die Flasche und nachts ab und zu die Brust. Zum Glück konnte er zwischen Sauger und Brustwarze gut in seiner Saugtechnik wechseln. Als er dann circa ein halbes Jahr war, wechselte ich von Pre- zu Folgemilch. Und zwar entschied ich mich für die Bio Folgemilch aus Ziegenmilch von Töpfer. Ziegenmilch klingt etwas gewöhnungsbedürftig. Aber auch Ziegenmilch ähnelt unserer Muttermilch, die Proteine sind mit unseren vergleichbar. Sie hat aber tatsächlich ein paar Vorteile gegenüber Kuhmilch-Produkten: Sie gilt als leichter verträglich und verdaulich, und hat sehr viele wichtige Nährstoffe. So bekommt mein Kleiner doch eine ähnliche Milch wie meine, dachte ich. Und das hat mich irgendwie versöhnt.

Ihr habt noch weitere Fragen zum Thema Ziegenmilch für euer Baby? Dann wendet euch an den Elternservice der Firma Töpfer unter 08374 – 934 222 (Mo – Fr. 8 – 16 Uhr).

 

Ziegenmilch für Baby von Töpfer

Bio-Ziegenmilch-Nahrung von Töpfer

Jennifer Meerkamp

Als Kind der 80er habe ich Kinderkassetten geliebt. Schnell war mir klar: Karla Kolumna ist immer dort, wo was los ist. Deswegen wollte ich Journalistin werden. Tatsächlich habe ich über meinen Job schon viele tolle Menschen kennenlernen dürfen: Jetzt, als Mama eines 1,5-Jährigen, freue ich mich, heute Teil des Echte Mama Teams zu sein und über Kinder zu schreiben. Die sind nämlich genau so spannend wie Schauspieler und Politiker.

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