Von schräg bis schlimm: Mamas erzählen von den Erziehungsmethoden ihrer Eltern

Erziehung ist ein komplexes Thema. Überall wimmelt es von Erziehungsratgebern, neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Erziehungsmethoden und „guten“ Tipps von Verwandten und Freunde. Gar nicht so einfach, da seinen ganz individuellen Weg zu finden.

Weil wir auch von schlechten Beispielen viel lernen können, haben wir die Mamas aus unserer Community nach den größten Erziehungssünden, witzigsten Verboten, zwecklosesten Strafen und zum Scheitern verurteilten Motivationsversuchen ihrer Eltern gefragt. Die skurrilsten und gleichzeitig lehrreichsten Antworten haben wir hier für euch zusammengestellt. Komische Erziehungsmethoden!

1. Wenn das Kind partout nicht essen mag, sollten Eltern (auch die der besten Freundin) besser auf das Kind hören:

„Ich war bei der Mama meiner besten Freundin und musste Grünkohl essen. Ich habe ihr gesagt, dass ich es nicht mag und davon kotzen muss… Ich musste es trotzdem essen und hab dann ganz demonstrativ gekotzt. ? Seitdem musste ich nie mehr essen, was ich nicht mag.“ 

2. Hausarrest, der Klassiker unter den Strafen für mangelnden Gehorsam. Es gibt tatsächlich Eltern, die diese Strafe noch auf die Spitze treiben:

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Das M in Mama steht für müde ? Das andere M auch ?

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„Meine Mutter hat die Folter des Hausarrestes revolutioniert. Wenn ich Scheiße gebaut habe, und 4 Wochen Hausarrest bekommen habe, durfte ich in der 1. Woche 1 Stunde raus, in der 2. Woche 2 Stunden usw…
Der Fußmarsch zum Jugendtreff war 15 Minuten und wenn ich zu spät nach Hause kam, wurde die jeweilige Woche um eine Woche verlängert.
Und JA! Es ist VIEL schlimmer kurz raus und dann direkt wieder rein zu müssen, als einfach von vorn herein daheim zu bleiben.“…oder die Strafe sogar umkehren:

„Andere Kinder bekamen Hausarrest, nur ich nicht, weil meine Mutter irgendwann mitbekommen hat, dass ich eh viel lieber drinnen bleibe und lese. Also habe ich als Strafe irgendwann Leseverbot bekommen und wurde rausgeschickt auf den Hof.“

3. Vorsicht vor unbedachten Kommentaren. Manche davon bleiben ein Leben lang hängen:

„Ich habe meine Mutter mal gefragt warum Autos im Wald stehen. (So am Straßenrand) . Sie hat gesagt, die poppen. Ich war damals 13 und habe jetzt noch bei jedem Auto, das ich im Wald sehe, das Gefühl, die pappen gerade.“4. Genau wie die vielen Ammenmärchen da draußen, die Kinder gefügig machen sollen:

„Wenn du Kaugummi schluckst, dann klebt dir der Po zu. Das habe ich echt ewig geglaubt. Selbst heute würde ich keinen Kaugummi schlucken.“

„Meine Mama hat immer gesagt, ich bekomme Gummikinder, wenn ich das Kaugummi runterschlucke“

5. So manches Märchen (insbesondere die gruseligen) gehen auch nach hinten los. Diese Mama hat gleich drei Beweise für die Art der Erziehungsmethoden:

„Meine Mutter erzählte mir, dass im Räucherkeller eine Hexe wohnt, die kommt, wenn ich nicht schlafe. Immer, wenn ich abends nochmal in den Keller musste, um irgendetwas zu holen, bin ich wie der Teufel an der Räucherkammer vorbei gestürzt.“

„3. Klasse Schwimmunterricht. Ich dicklich und noch Nichtschwimmer. Das machte mir etwas Sorgen. Meine Mutter wusste mich zu beruhigen: ‚Fett schwimmt oben.‘ Darauf hab ich mich voll und ganz verlassen und ging sehr uncharmant und rudernd unter. Als ich nach Hause kam, sagte ich entrüstet zu meiner Mutter: „Das stimmt gar nicht. Fett schwimmt nicht oben!“

„Legende: Der rote Knopf an der neuen Heizung darf nie gedrückt werden. Sonst überschwemmt die Wohnung. Ich schlich jahrelang um diesen Knopf herum. Immer bedacht, ihn ja nie zu berühren. Eines Tages drückte mein Vater ohne Vorwarnung drauf. Ich schon wild auf der Suche nach einer Erhöhung zum Draufspringen. Zeitgleich zischte die dämliche Heizung nur. Ich fühlte mich minimal verarscht. 

Und auch hier hat die Oma nicht sehr weit gedacht:
„Meine Oma sagte immer zu mir: Wenn du nicht artig bist, kommt der Schutzmann und nimmt dich mit. Ich bekomme heute noch Herzrasen, sobald ich Polizei sehe. Meinem Bruder hat sie immer mit dem Arzt gedroht, der ihm dann eine Spritze gibt. Dass er als Erwachsener Angst vor Spritzen hat und sich die Zähne eher ohne Betäubung ziehen lassen würde, brauche ich wohl nicht erwähnen.
6. Andere übertreiben es dagegen mit dem Schutz und der Beaufsichtigung des Nachwuchses:
„Ich durfte, als ich 10 bis16 Jahre alt war,  nachmittags oder am Wochenende nur mit dem Hund raus. Egal, wo ich hin wollte… meine Mama dachte immer, wenn ich denn Hund dabei habe, kann ich keinen Blödsinn machen.“
„Ich war als Kind nie beim St. Martinsumzug dabei, die Laterne hätte ja abfackeln können.“
Doch Kinder sind kreativ und finden meist ihre ganz eigene Lösung:
„Wenn ich alleine war, durfte ich keinen reinlassen, auch nicht meine Freunde… Also habe ich eine Decke und sämtliches Spielzeug ins Treppenhaus geräumt und dort mit meinen Freunden gespielt.“
Glück haben die, deren Eltern dabei, sagen wir, nicht ganz so konsequent sind:
„Meine Eltern sind mal übers verlängerte Wochenende weggefahren, als mein Bruder fast 16 und ich gerade 18 Jahre alt war. Sie haben uns unsere Oma als „Babysitter“ geschickt, weil wir nicht alleine zuhause sein sollten, haben uns aber vier Monate später eine Woche lang zu zweit nach London auf Entdeckungsreise geschickt. 
Also ich halte fest; zuhause alleine sein war nicht drin, aber in einem anderen Land alleine sein schon.“
7. Schön, wenn die Geschwister so gut harmonieren, dass man sie allein in den Urlaub schicken kann. Viele Geschwister streiten jedoch so oft, dass sie ihre Eltern zu verzweifelten – und in diesem Fall hinterhältigen – Taten treiben:
„Mein Vater hat mal was gebracht… Früher fand ich das überhaupt nicht komisch, heute danke ich ihm für diese amüsante Geschichte. Es gab noch eine Frikadelle. Meine Schwester und ich wollten beide die ganze haben. Als Kompromiss teilten wir sie durch. Eine Hälfte war aber etwas größer als die andere. Also Diskussion, wer nun welche Hälfte bekommt. Mein Vater hatte diese Art von Diskussionen über. Also bat er um den Teller mit der geteilten Frikadelle. Er nahm ein Stück vom größeren Stück und aß es. Nun war die andere Hälfte größer. Also musste da wieder was weg. Er aß es abermals auf. Hälfte eins war nun wieder größer, was natürlich gar nicht ging,… Irgendwann war die Frikadelle weg und meine Schwester und ich haben ziemlich lange Gesichter gemacht.“
8. Selbst im Nachhinein ist es nicht lustig, wenn Eltern das Prinzip von Motivation nicht verstanden haben:
„Mein Vater hat mich immer dumm genannt und wollte damit bezwecken, dass ich ihm zeige, dass ich es nicht bin, und gut in der Schule bin….
Oder (ich war immer sehr schlank) er nannte mich fett, damit ich nie dick werde und auf meine Figur achte.“
Na klar, „perfekte Eltern“ gibt es nicht. Doch wir haben jeden Tag die Chance, es besser zu machen als am Tag davor.

Wir sind alle nur Menschen, aber genau deshalb können wir dazulernen, aus den eigenen Fehlern und aus denen unserer Eltern und Großeltern – vor allem, wenn wir die Konsequenzen dieser Fehler am eigenen Leib erfahren haben.

Anna Moniz

Vor zwei Jahren hat es mich mit meinem Mann und unserer Tochter vom hohen Norden nach Niederbayern verschlagen. Hier arbeite ich als Autorin für Echte Mamas sowie als freie Texterin und PR-Beraterin. Die Turbulenzen des echten Mamalebens halten mich dabei täglich auf Trab und machen mich gleichzeitig zum glücklichsten Menschen aller Zeiten.

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