Wo ist mein Kind gerade? Für viele Eltern ist ein Blick aufs Handy beruhigend. Doch Familienministerin Karin Prien findet, dass Tracking seine Grenzen haben sollte.

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    Dein Kind ist zum ersten Mal allein bei einer Freundin, fährt später als sonst mit dem Fahrrad nach Hause oder ist mit Freunden unterwegs. Und natürlich kennst du dieses Gefühl: Man schaut kurz aufs Handy und möchte einfach wissen, ob alles okay ist. Genau dafür gibt es inzwischen zahlreiche Möglichkeiten, mit denen Eltern den Standort ihrer Kinder verfolgen können.

    Doch wie viel Kontrolle ist eigentlich gut?

    Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) spricht sich gegen das dauerhafte Tracking von Kindern durch ihre Eltern aus. „Kinder haben ein Recht auf Nicht-Gesehen-Werden“, sagte sie den Zeitungen der Mediengruppe Bayern.

    Dabei macht die Bundesfamilienministerin deutlich, dass es für sie auch auf das Alter des Kindes ankommt:

    „Das ist natürlich eine Altersfrage, die bei einem Kleinkind selbstverständlich anders zu beantworten ist als bei einem Grundschulkind und einem Jugendlichen.”

    Mit zunehmendem Alter sollten Kinder aus ihrer Sicht immer mehr Eigenverantwortung lernen. Dazu gehöre auch, dass sie nicht das Gefühl hätten, „sie werden auf Schritt und Tritt überwacht“.

    Auch dass Kinder einmal Regeln brechen, gehört für Prien zum Erwachsenwerden dazu. „Eine überbehütete Kindheit schadet Kindern unter Umständen sogar“, sagte die Ministerin.

    „Eltern erziehen unter einem immensen Perfektionierungszwang“

    Prien sprach in diesem Zusammenhang auch über den Druck, unter dem Eltern heute ihrer Meinung nach stehen. Sie glaube, dass vielen der natürliche Zugang zum Elternsein ein Stück weit abhandengekommen sei.

    Als Beispiel nennt sie den Austausch zwischen den Generationen. Sie selbst habe etwa mit ihrer Mutter darüber gestritten, ob man ein Baby schreien lassen dürfe oder ob Kinder ihren Teller aufessen sollten.

    Heute gebe es laut Prien so viele Elternratgeber wie noch nie.

    Gleichzeitig würden Eltern unter einem „immensen Perfektionierungszwang“ erziehen. „Alles ist sehr kopfgesteuert und wenig intuitiv“, sagte sie.

    Die Diskussion zeigt damit auch ein Dilemma, das viele Familien kennen: Einerseits können Smartphones und Tracking-Apps ein Gefühl von Sicherheit geben. Andererseits müssen Kinder mit zunehmendem Alter lernen, selbstständig unterwegs zu sein und Verantwortung zu übernehmen.

    Ganz ehrlich: Ich kann verstehen, dass es beruhigend sein kann, jederzeit nachschauen zu können, wo das eigene Kind gerade ist. Gleichzeitig gehört es wohl auch zum Großwerden dazu, dass Eltern nicht mehr alles kontrollieren können und Kinder Schritt für Schritt ihren eigenen Weg gehen.

    Wie siehst du das? Würdest du den Standort deines Kindes per Smartphone verfolgen – oder findest du, dass Kinder irgendwann ihre Freiheit brauchen?

    1 Kommentar

  1. User Avatar
    Elisabeth

    Also ja – ich würde den Standort meines Kindes verfolgen und mein Kind sieht sogar jederzeit meinen Standort  😆  Aber so wie Frau Prien mit ihrer Mutter diskutiert hat, ob man das Baby schreien lassen sollte oder nicht, darf die jüngere Elterngeneration ja gerne mit ihr diskutieren, dass jede Familie ihre eigenen Werte und Familienregeln haben kann  😀 Es ist ja wie so oft in der Politik: Sind die Menschen, die unser Land vertreten denn überhaupt volksnah? Ich weiß ja nicht. So wie ich die heutigen Eltern erlebe, waren sie noch nie so frei in all ihren Entscheidungen was ihre Familie und Lebensweisen betrifft.