Test Munddusche: In drei Minuten zu schöneren Zähnen?

Zahnpflege war für mich immer ein notwendiges Muss, über das ich nicht viel nachgedacht habe. Geändert hat sich das seit meiner ersten Schwangerschaft, als ich plötzlich zu Zahnfleischbluten neigte. Für meine Zahnärztin übrigens nicht überraschend: In der Schwangerschaft wird das Gewebe lockerer und somit auch das Zahnfleisch empfindlicher. Weil dadurch die Gefahr von Entzündungen steigt, riet sie mir, ab jetzt bei der Zahn- und Mundhygiene sehr penibel zu sein.

Doch die Zahnpflege war nicht nur für meine Gesundheit, sondern auch für die meiner Tochter wichtig: Ich würde ihr später keine Kariesbakterien übertragen, wenn ich ihr ein Küsschen gebe oder sie aus Versehen zu meinem Löffel greift. Dieses Argument motiviert mich bis heute – lange nach der Geburt meiner Tochter – es mit der Mundhygiene weiterhin sehr genau zu nehmen.

So habe ich meine Zahnpflege-Routine geändert

Ich begann also, statt zwei Mal am Tag drei Mal täglich meine Zähne zu putzen, verwendete jedes Mal eine Mundspülung und reinigte die Zahnzwischenräume akribisch mit Zahnseide. Letzteres fühlte sich für mich ziemlich unangenehm an, denn bei der Anwendung bekam ich häufig Zahnfleischbluten. Zwischenraumbürstchen funktionierten für mich besser, allerdings ärgerte ich mich, dass sich ihr Draht so leicht verbog.

Eines Tages sah ich bei meiner Schwägerin eine Munddusche im Bad stehen. Sie hatte erst als Erwachsene eine feste Zahnspange bekommen und nutzte die Munddusche, um mit dem Wasserstrahl auch die kleinen Lücken zwischen Zahnspange und Zähnen zu reinigen. Sie war begeistert, ich erst skeptisch: Wäre das auch ein Zahnpflege-Modell für mich?

Wie effektiv ist eine Munddusche wirklich?

Diese Frage stellte ich Dr. med. dent. Matthias Roßberg, Zahnarzt aus Darmstadt und Mundduschen-Experte: „Eine unabhängige Studie belegt, dass sich die Zahnfleischgesundheit bei regelmäßiger Anwendung der Munddusche im Vergleich zu Zahnseide um 50 Prozent verbessert. Auch eine deutliche Reduzierung von Zahnfleischbluten konnte festgestellt werden.“

Mehr als genug Gründe, selbst eine Munddusche zu testen. Seitdem steht der „Ultra Professional Water Flosser“ von Waterpik bei mir im Bad. Hier meine Erfahrungen und mein Wissen zum Thema Munddusche.

Was sind Mundduschen überhaupt und wie funktionieren sie?

Eine Munddusche wie der „Ultra Professional Water Flosser“ von Waterpik ist eine angenehme und wirksame Alternative zur Zahnseide. Preis: ca. 99,99 Euro. Foto: PR

Eine Munddusche reinigt die Zahnzwischenräume und den Zahnfleischrand mit einem feinen Wasserstrahl, dessen Stärke man individuell einstellen kann – so, wie es sich angenehm anfühlt. Die Bedienung ist relativ einfach: Den kleinen Wassertank mit lauwarmem Wasser füllen und das Gerät anschalten. Das Wasser gelangt durch einen Schlauch in die feine Düse des Aufsatzes und damit in den Mund. Etwas komplizierter erscheinen da die verschiedenen Düsen-Aufsätze. Wenn man sich jedoch ein Mal mit ihnen auseinandersetzt, versteht man schnell, wie man sie anwendet und welchen Zweck sie erfüllen. Hier eine kurze Übersicht zu den Düsen und meinen Erfahrungen. Und ja, am Anfang wurde es nass…

1. Der „Düsenaufsatz Classic“ ersetzt die Zahnseide und reinigt Zahnzwischenräume und Zahnfleischränder. Gleichzeitig massiert der pulsierende Wasserstrahl dass Gewebe, was ebenfalls zu einem gesünderen Zahnfleisch beiträgt. Zahnarzt Matthias Roßberg: „Die Anwendung des Düsenaufsatzes Classic entfernt bei jeder Reinigung bis zu 99,9 Prozent des Zahnbelags. Das konnten wir in Laborstudien messen.“

Geeignet für: Alle, die Zähne und Zahnfleisch besonders gut pflegen möchten.

Meine Erfahrung: Die ersten zwei, drei Anwendungen waren gar nicht so einfach, und es wurde nass rund um das Waschbecken. Gut geklappt hat es dann so: Sobald der Wassertank gefüllt und das Gerät bereit war, hielt ich die Düse an meinen Zahnfleischrand und startete den Wasserfluss über den kleinen Schalter am Griff. Dann führte ich die Düse so, dass der Wasserstrahl die Zahnränder und Zahnzwischenräume erreichte. Den Massageeffekt, der dabei entstand, empfand ich gleich beim ersten Mal als sehr angenehm.

2. Die „Subgingivaldüse“ – übersetzt etwa „unter“ (von lateinisch „sub“) „Zahnfleisch“ (von lateinisch „gingiva“) Düse – reinigt die Zahnfleischtaschen. Denn wo die Zähne ins Zahnfleisch übergehen und Lücken entstehen, sammeln sich gern Bakterien und Beläge.

Geeignet für: Alle, deren Zahnfleisch sich schon etwas zurückgebildet hat.

Meine Erfahrung: Ich habe Glück, dass ich fest anliegendes Zahnfleisch habe, so dass ich diesen Bereich nicht unbedingt extra reinigen muss. Die Gummispitze am Aufsatz ist aber besonders weich, um empfindliche Zahnhälse und Zahnfleisch zu schonen.

„Der Wasserstrahl auf dem Zahnfleisch fühlt sich gut an.“ Foto: PR

3. Die „orthodontische Düse“ entfernt schwer erreichbare Beläge an festen Zahnspangen, Bakterien und Essensreste an den Zähnen und unter dem Zahnfleisch. Laut Dr. Roßberg soll diese Düse Brackets fünf Mal effektiver reinigen können als normales Zähneputzen.

Geeignet für: Alle, die eine feste Zahnspange tragen.

Meine Erfahrung: Obwohl ich keine Zahnspange trage, habe ich diese Düse mal ausprobiert. Sie funktioniert ähnlich wie der „Classic“-Aufsatz, unterscheidet sich aber durch feste Borsten an der Spitze, die zum Reinigen der Brackets gedacht sind. Meine Schwägerin hat bestätigt, dass eine solche Düse gut funktioniert. Der Beweis: Sie hat die Zahnspangenzeit inzwischen kariesfrei überstanden.

4. Der „Plaque Seeker“-Aufsatz ist, wie sein Name schon verrät, für besonders hartnäckige Beläge, die er durch zeitgleiches Bürsten und Spülen entfernt. Dafür befinden sich an seiner Spitze drei Borsten sowie in der Mitte eine Düse für den Wasserstrahl.

Geeignet für: Alle, die die Zähne tiefenreinigen möchten.

Meine Erfahrung: Diesen Aufsatz nutze ich inzwischen sehr gern nach einem umfangreichen Essen oder wenn ich tagsüber etwas mehr genascht habe. Nach der Anwendung fühlen sich meine Zähne und das Zahnfleisch fast so sauber an wie nach einer professionellen Zahnreinigung. Dieser Aufsatz ist daher mein Lieblingsaufsatz, auch wenn ich ihn nicht täglich nutze.

Außerdem gibt es einen klassischen Zahnbürstenaufsatz. Dieser funktioniert ähnlich wie ein elektrische Zahnbürste. Der einzige Unterschied ist, dass die Zähne beim Putzen gleichzeitig gespült werden.

Mein Fazit zum Thema Munddusche:

Ich habe tatsächlich langfristig von Zahnseide auf meine Munddusche umgestellt, weil sich mein kompletter Mund nach der Reinigung einfach sauberer anfühlt. Inzwischen habe ich sogar eine kleineres, kabelloses Reisemodell, dass ich in den Urlaub mitnehme. Ein Tipp vom Experten Roßberg war besonders wertvoll für mich: „Wer zu Zahnfleischentzündungen neigt, kann eine antibakterielle Mundspüllösung zum Wasser im Tank geben“. Sehr hilfreich bei meiner Vorgeschichte…

Übrigens: Das Spülen dauert nicht länger als die Verwendung von Zahnseide und einer Zungenreinigungsbürste. Und der Zeitfaktor ist für uns viel beschäftigte Mamas ja immer wichtig!

Echte Mamas

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