(Weihnachts)geschenk-Ideen für Kinder von 0 bis 6 Jahren

Du weißt genau, wie dein kleiner Schatz reagiert, wenn du ihn ohne Warnung aus seinem Spiel herausreißt, oder? Kinder nehmen Spielen SEHR ernst – für sie ist es ein emotionaler Vorgang und ebenso wichtig wie Essen oder Schlafen. Nicht verwunderlich, denn im Spiel macht das Kind Erfahrungen, die für seine weitere Entwicklung von Bedeutung sind. Das „Zeug zum Spielen“ – und das kann grundsätzlich fast alles sein, solange sich das Kind nicht verletzen kann – sollte ein Kind weder über- noch unterfordern. Auch wenn die Kleinen oft wollen wie die Großen, lieber auf die individuelle körperliche, geistige und emotionale Entwicklung achten. Und nicht nur für die Bescherung unter dem Weihnachtsbaum gilt: Gutes Spielzeug muss nicht teuer und darf gern aus zweiter Hand sein. Hier unsere Schenk-Ideen für alle Alterstufen bis 6 Jahren – die nicht nur zu Weihnachten passen.

0-3 Monate – fühlen, staunen, wahrnehmen

Wahrscheinlich haben viele von uns irgendwo noch das allererste Kuscheltier. Eine wirklich schöne Vorstellung, dass es vom ersten Tag an da war – aber wirklich „gebraucht“ haben wir es nicht. Dafür ist ein Säugling auf die Nähe und Zuwendung von Mama, Papa, Geschwistern und anderen vertrauten Menschen angewiesen. Liebevolle Worte und Geräusche, die Veränderung der Mimik, all das fasziniert ein Neugeborenes. Wie der renommierte Professor für Kinderheilkunde Remo H. Largo in seinem Buch „Babyjahre“ schreibt, ist dieses „Wechselspiel zwischen Eltern und ihrem Kind einmalig“. Auch Spieluhren und Mobiles werden ausgiebig bestaunt. Der Säugling muss die sich wiederholenden Sinneseindrücke langsam verarbeiten und erholt sich zwischendurch. In den Wachphasen beschäftigt sich das Baby außerdem sehr gern mit den eigenen Händchen: Es betrachtet sie, nimmt sie in den Mund und betastet sie. All dies ist die Vorbereitung aufs Greifen. Wenn dies losgeht, probiere es gern auch mit einem Schmusetuch mit Kuscheltierkopf.

In den ersten Monaten sind Babys fasziniert von optischen Reizen.

In den ersten Monaten sind Babys fasziniert von optischen Reizen. Foto: Bigstock

4-9 Monate – greifen, „mundeln“, entdecken

Einfach spannend, wie schnell Babys lernen! Dass sie mit 4 bis 5 Monaten zuerst beid- und dann einhändig greifen können, eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Da werden Gegenstände ausgiebigst erkundet, und das nicht nur durch fröhliches Hantieren und Betrachten, sondern auch durchs „Mundeln“. Schließlich müssen die Dinge ja mit allen Sinnen in ihrer Größe, Form, Farbe und Beschaffenheit erforscht werden. Sind sie hart oder weich, rau oder glatt? Umso wichtiger, dass Babyspielzeug absolut ungefährlich ist (stabil, nicht zu klein, keine scharfen Kanten oder Spitzen, keine giftige Farbe).

Was jetzt gut ankommt sind Klassiker wie Beißringe, Stoff- und Lochbälle, Schwimmtiere für die Badewanne, Steckbecher und Ringpyramiden. Auch Rasselketten, Kugelbahnen, Stehaufmännchen, Tiere oder Autos zum Schieben und Hinterherkrabbeln sowie Musikdosen zeigen dem Baby, dass es durch sein Tun etwas bewirken kann. Dabei können auch kleine Küchenkonzerte mit Haushaltsgegenständen wie Töpfen, Deckeln und Löffeln hilfreich sein. Mama und Papa sind ebenfalls gefordert: Welches Kind liebt es nicht, wenn der Teddy plötzlich unter dem Tisch verschwindet? Oder die große Schwester auf einmal hinter dem bunten Tuch auftaucht? Schon simple Versteckspiele helfen dabei, spielerisch die Merkfähigkeit des Babys zu schulen.

Geschenk-ideen-liste

10-24 Monate – bauen, sortieren, nachahmen

Bis zum Alter von zwei Jahren tut sich unglaublich viel, denn nicht nur die motorischen Fähigkeiten – Sitzen, Krabbeln und Laufen – entwickeln sich rasant, sondern auch die geistigen. Eltern können am besten einschätzen, auf welche Spiele und Spielsachen das Kind besonders reagiert. Und das müssen immer noch nicht gekaufte Dinge sein, sondern gern auch Alltägliches wie Kartons, Töpfe, Becher, aber auch Wasser und Sand. Weil das Kind nun die räumlichen Beziehungen von Gegenständen versteht, stehen Ineinanderstapeln und Bauen besonders hoch im Kurs. LEGO® DUPLO® Steine werden begeistert aufgetürmt – sie sind größer als normale LEGO Steine und es besteht kein Risiko, dass Kleinkinder sie verschlucken könnten. Dank der Größe können auch schon kleine Händchen sie leicht greifen und zusammenstecken. Erst später, in der Regel kurz vor dem zweiten Geburtstag, werden die bunten Steine zum Beispiel zu einer Eisenbahn aneinandergereiht. An dieser Stelle muss gesagt sein: Lob ist immer wichtig – auch für die kleinen Architekten und Ingenieure, die zunehmend in der Lage sind, Gegenstände zu sortieren und zu gruppieren.

Das logische Denken beginnt und damit die Zeit für Formenwürfel und Puzzles. Spannend zu beobachten: Um den ersten Geburtstag herum fangen die Kleinen an, einfache Handlungen wie Haare bürsten oder Telefonieren mit dem Spieltelefon nachzuahmen. Es wird immer wichtiger, Vorbild zu sein und das Kind in den Alltag miteinzubeziehen. Das Erlernte wird zunehmend auf die Familienmitglieder übertragen, also binde dir schnell ein Lätzchen um, wenn dein Kind anfängt, DICH zu füttern. Auch Kuscheltiere, Puppen oder Tierfiguren kommen jetzt erst richtig zum Einsatz, denn sie werden gern umsorgt und noch später dann vielleicht selbst zu handelnden Figuren. Nützlich können deshalb Utensilien wie Puppengeschirr sein. Und weil auch die Fantasie des Kindes immer mehr zum Ausdruck kommt, ordnet es irgendwann selbst ganz banalen Gegenständen eine neue Rolle zu: Der Karton wird zum Boot, und die Puppe macht einen Ausflug im Schuh-Flugzeug.

Ab etwa eineinhalb Jahren beginnen Kinder zu stapeln.

Ab etwa eineinhalb Jahren beginnen Kinder zu stapeln. Foto: Anne Ehrler

2-4 Jahre – nachspielen, basteln, bewegen

Jetzt geht es richtig los: Die Fähigkeiten unserer Kinder werden immer größer und das Spiel damit immer vielfältiger und besonderer. Bauen steht weiterhin hoch im Kurs, gerade auch deshalb, weil das Kind nun das vertikale und horizontale Anordnen zusammenbringt. Es entstehen Häuser, Treppen und Brücken – spätestens jetzt ziehen wahrscheinlich LEGO DUPLO Sets ins Kinderzimmer ein. Auch deshalb, weil damit ganze Welten entstehen können. Dazu passt, dass Kinder mit Beginn der dritten Lebensjahres gern alltägliche Erlebnisse und soziale Situationen nachspielen wie den Polizeieinsatz, den man auf dem Weg zu Kita beobachtet hat. Oder den Besuch auf dem Bauernhof mit Oma und Opa. In den umfangreichen LEGO DUPLO Sets findet jeder was. Das hilft auch ganz gut, wenn Kinder nicht teilen wollen – dann spielt eben einer mit dem Bagger und der andere mit dem Traktor.

Holzeisenbahn, Kinderküche, Kaufmannsladen oder Werkbank? Damit der Weihnachtsmann sich nicht übernimmt, kann man diese großen Anschaffungen wunderbar auf die ganze Familie aufteilen. Du magst es kreativ? Super, denn jetzt geht zunehmend das Basteln und Malen los. Neben Wachsmalern oder Tusche, Schere oder Holzperlen hilft auch Knete kleinen Künstlern dabei, sich ordentlich ausprobieren. Nicht verzweifeln, wenn dein Kind keine Lust dazu hat – dafür ist es vielleicht ein Meister der Steckpuzzles? Rollenspiele werden in dieser Periode immer wichtiger, deshalb sollten Verkleidungen nicht fehlen. Ergänzungen sind Klassiker wie Arztkoffer und Kinderpost, aber auch Steckenpferd oder Ritterzelt. Stoff für immer neue Geschichten bieten altersgemäße (!) Bilder- und Hörbücher. Und weil der Bewegungsdrang in dieser Zeit zunimmt, und es nichts Tolleres gibt, als draußen zu spielen, kommen jetzt natürlich auch Sandspielzeug, Bälle, Roller und Dreirad zum Einsatz.

Motorik und Fingerfertigkeit entwickeln sich ab dem 2. Lebensjahr rasant.

Motorik und Fingerfertigkeit entwickeln sich ab dem 2. Lebensjahr rasant. Foto: Anne Ehrler

4-6 Jahre – aktiv sein, ausprobieren, lernen

Kindergarten- und Vorschulkinder wollen sich ausprobieren – egal ob körperlich mit dem Springseil oder auch konzentriert mit dem ersten Set aus „kleinen“ LEGO Steinen. Wahrscheinlich werden in dieser Zeit die ersten Roll- oder Schlittschuhe und das erste Fahrrad angeschafft. Viele mögen Geschicklichkeitsspiele, andere lieben es, mit Kasperle- und Handspielpuppen ganze Theaterstücke zu erfinden. „Brettspiele“ ziehen ins Kinderzimmer ein: Domino, Memory und simple Kartenspiele, aber auch einfache Regelspiele. Sollte dein Kind Interesse an Buchstaben und Zahlen entwickeln, dann kannst du dies durch entsprechende Bilderbücher und Lernhefte fördern.

Vieles kann, nichts muss. Denn eine Grundvoraussetzung fürs Spielen ist doch, dass dieses lustvoll und selbstbestimmt ist. Prall gefüllte Regale bedeuten übrigens noch lange nicht, dass der Nachwuchs sich besser oder länger beschäftigt – weniger ist oft mehr! Und Mama muss auch nicht immer der Entertainer sein.

Bittet dich dein Kind, etwas auf den Wunschzettel zu schreiben, das dir nicht gefällt, ist es wichtig, dies nicht einfach zu „verbieten“ oder sogar schlecht zu machen. Lieber erklären, was (zurzeit) dagegen spricht. Genauso gut kann es vorkommen, dass dein Kind absolut kein Interesse an der Puppe hat, die DU als Kind unbedingt haben wolltest. Macht doch nichts! Echtes Spielen kennt eben keine Regeln.

 

 

 

 

 

Judith Sylla

Ich habe zwei Kinder (2015 und 2019 geboren). Als Mama habe ich eines früh gelernt: Vorsätze sind da, um sie wieder über Bord zu werfen. Intuitiv handeln, statt nach Prinzipien, macht so ziemlich alles und alle entspannter.

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