Anders als in der ersten Schwangerschaft

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    Du dachtest, dein Körper hat nach der ersten Schwangerschaft schon alles gelernt? Dann kommt jetzt eine überraschende Erkenntnis aus der Forschung: Beim zweiten Baby stellt sich auch dein Gehirn noch einmal neu ein – allerdings auf eine andere Weise als beim ersten Mal.

    Vielleicht erinnerst du dich: Wir haben hier bei Echte Mamas schon einmal darüber geschrieben, dass eine Schwangerschaft das Gehirn verändert. Forschende sprechen in diesem Zusammenhang sogar von der sogenannten Muttertät – einer Art zweiter Pubertät, bei der sich Hormone, Gefühle und Denkweisen neu sortieren.

    Doch eine neue Studie zeigt jetzt: Die zweite Schwangerschaft hinterlässt wieder eigene Spuren im Gehirn.

     

    Das passiert im Gehirn beim ersten Kind

    Schon beim ersten Baby baut sich das Gehirn teilweise um. Bestimmte Bereiche, die mit Selbstwahrnehmung, Empathie und sozialem Denken zu tun haben, werden neu strukturiert. Das hilft Müttern vermutlich dabei, die Bedürfnisse ihres Babys besser zu erkennen und darauf zu reagieren.

    Viele Frauen merken das auch im Alltag: Gefühle werden intensiver, Prioritäten verschieben sich, und plötzlich reagiert man sensibler auf bestimmte Situationen.

     

    Beim zweiten Kind passiert noch einmal etwas Neues

    Forschende des Amsterdam University Medical Center haben laut neuen Ergebnissen Gehirnscans von 110 Frauen vor und nach Schwangerschaften untersucht, wie BBC News berichtet. Dabei zeigte sich: Auch eine zweite Schwangerschaft verändert das Gehirn erneut – teilweise ähnlich wie beim ersten Mal, teilweise aber auch anders.

    Während sich beim ersten Kind vor allem Bereiche für soziale Wahrnehmung anpassen, sahen die Wissenschaftler bei der zweiten Schwangerschaft stärkere Veränderungen in Regionen, die mit Aufmerksamkeit und der Verarbeitung von Sinneseindrücken zusammenhängen.

     

    Gut zu Wissen

    Muttertät beschreibt die tiefgreifenden Veränderungen, die viele Frauen während Schwangerschaft und nach der Geburt erleben. Hormone sorgen dafür, dass sich Gefühle, Prioritäten und sogar bestimmte Bereiche im Gehirn neu organisieren – als Vorbereitung auf das Leben mit Kind.

    Wozu die erneuten Veränderungen des Gehirn?

    Die Forschenden vermuten, dass diese Anpassung Müttern dabei helfen könnte, mehr als ein Kind gleichzeitig im Blick zu behalten – also zum Beispiel auf das Baby zu reagieren, während das ältere Geschwisterkind ebenfalls Aufmerksamkeit braucht.

    Interessant war für die Forschenden auch der Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit von Müttern. Veränderungen im Gehirn standen teilweise in Verbindung mit Schwangerschaftsdepressionen.

     

    Dein Gehirn passt sich an dein neues Leben an

    All das bestätigt etwas, das viele Mütter ohnehin spüren: Mutterschaft verändert dich.

    Dein Gehirn passt sich Schritt für Schritt an die neue Realität an – an schlaflose Nächte, an Verantwortung, an die intensive Bindung zu deinem Kind. Und wenn ein weiteres Kind dazukommt, beginnt dieser Anpassungsprozess offenbar noch einmal neu.

    Und vielleicht erklärt das auch, warum sich so viele Frauen nach der Geburt – und besonders nach dem zweiten Kind – ein Stück weit neu sortieren müssen.

    Hast du bei deiner zweiten Schwangerschaft oder nach der Geburt deines zweiten Kindes Veränderungen bei dir bemerkt – zum Beispiel bei deinen Gefühlen, deiner Aufmerksamkeit oder deiner Art zu denken?