Auf ihrer Hochzeit können Maggie und Erica eine unglaubliche Neuigkeit verkünden: Beide sind schwanger – und das fast zeitgleich, obwohl das gar nicht geplant war.

Inhalt dieses Artikels

    „Hi, wir sind Erica und Maggie, ein frisch verheiratetes Paar und leben in San Diego, Kalifornien. Erica lernte meine beste Freundin bei einem CrossFit-Wettkampf kennen und folgte mir danach auf Instagram.

    Ich habe mich sofort in sie verguckt.

    Trotzdem dauerte es zwei Jahre bis aus gegenseitigem Liken auf Instagram ein echter Kontakt wurde – wir beide waren zu der Zeit außerdem noch in anderen Beziehungen. Erst 2022, als wir beide single waren, kamen wir endlich zusammen.

    Es gab von Anfang an eine sehr persönliche Verbindung, obwohl sie zunächst nur anonyme Internetbekanntschaften waren Foto: Privat
    Es gab von Anfang an eine sehr persönliche Verbindung, obwohl sie zunächst nur anonyme Internetbekanntschaften waren Foto: Privat

    Eine Verkündung, die niemand erwartet hatte

    Bei der Hochzeit vor ein paar Wochen folgte dann die große Überraschung für unsere Familie und Freunde: Wir beide sind schwanger – mit nur fünf Tagen Unterschied beim errechneten Geburtstermin. Es flossen unglaublich viele Freudentränen, unsere Nichten konnten danach eine halbe Stunde nicht aufhören zu weinen.

    Geplant war zumindest, dass wir beide ein Kind austragen wollten. Dass es aber im selben Zyklus bei uns beiden sofort geklappt hat, hatte niemand erwartet. Wir auch nicht.

    Da ihre Beiträge viral gingen, kennen sie mittlerweile mehr als 10 Paare, die Ähnliches erlebt haben. Foto: Privat
    Da ihre Beiträge viral gingen, kennen sie mittlerweile mehr als 10 Paare, die Ähnliches erlebt haben. Foto: Privat

    Wieso das die einzige Lösung war

    Eigentlich war unser ursprüngliche Plan nicht gleichzeitig schwanger zu werden.

    Ich fand die Vorstellung davon gleichzeitig schwanger zu sein schon immer aufregend und einzigartig, aber Erica musste erst davon überzeugt werden. Während ich von Anfang an von der Idee begeistert war, brauchte Erica etwas länger, um sich mit dem Gedanken vertraut zu machen.

    Klar war für uns beide nur: Wir wollten unbedingt beide ein Kind austragen. Mit wie viel Abstand zueinander – darüber haben wir uns keine Gedanken gemacht.

    Dann kam jedoch unerwartet Bewegung in die Sache. Der Samenspender, mit dem wir zusammenarbeiteten, musste seinen Zeitplan ändern – seine Verfügbarkeit änderte sich. Plötzlich standen wir vor einer großen Entscheidung:

    Wollen wir die Chance nutzen, denselben Spender zu verwenden? Wenn ja, mussten wir beide gleichzeitig versuchen, schwanger zu werden.

    Aus einer fernen, vagen Idee wurde damit auf einmal eine ganz konkrete Frage – und zwar eine, die schnell beantwortet werden musste. Keine Zeit mehr zum langen Abwägen, kein „vielleicht irgendwann” mehr. Jetzt oder gar nicht mit diesem Spender.

    In den USA ist Elternzeit inzwischen für beide Elternteile üblich, sofern man angestellt ist – nicht nur für die Mutter. Foto: Privat
    In den USA ist Elternzeit inzwischen für beide Elternteile üblich, sofern man angestellt ist – nicht nur für die Mutter. Foto: Privat

    Gleichzeitig als Paar schwanger sein – wie bekommt man das gewuppt?

    Zwei Schwangerschaften gleichzeitig, zwei Geburten im Abstand von nur wenigen Tagen – wie soll das gehen, wenn beide Mütter körperlich kaum in der Lage sein werden, sich gegenseitig zu unterstützen? Für uns als Paar gibt es darauf eine klare Antwort:

    Ohne Gemeinschaft wäre das unmöglich. Wir haben großes Glück, die richtigen Menschen um uns herum zu haben.

    Statt sich erst nach der Geburt Gedanken über Unterstützung zu machen, sind wir beide das Thema frühzeitig und sehr bewusst angegangen: Wir haben bereits ein gemeinsames Planungsgespräch mit Freundinnen und Freunden geführt, auch mit anderen gleichgeschlechtlichen Paaren – mit einem klaren Ziel:

    Zum einen wollten wir von deren Erfahrungen lernen und herausfinden, was sich andere Eltern rückblickend bei ihren eigenen Geburten gewünscht hätten. Zum anderen ging es konkret darum, welche Unterstützung ihnen ihr Umfeld tatsächlich anbieten kann.

    Das Ergebnis dieses Austauschs ist ein Plan, der vielen vermutlich ungewohnt vorkommen dürfte: Maggie und ich werden bereits einige Wochen vor der Geburt bei Freunden einziehen – und auch mehrere Wochen danach dort bleiben, um uns in Ruhe erholen zu können.

    Es ist ein großes Privileg, dass wir Freund:innen haben, die uns das ermöglichen.

    Aber es zeigt mal wieder, dass es für Kinder ein Dorf braucht und dass wir Menschen am stärksten in Gemeinschaft sind.

    Zusätzlich holen Erica und ich uns professionelle Unterstützung: Eine Doula begleitet uns durch die Geburten. Und weil bei zwei Schwangerschaften mit nur fünf Tagen Unterschied theoretisch beide Geburten gleichzeitig starten könnten, haben wir vorgesorgt – mit einer zweiten Doula als Backup, falls die Wehen wirklich parallel einsetzen sollten.

    Nach der Geburt übernehme erstmal ich – gezwungener Maßen

    Während ich als Angestellte Elternzeit nehmen kann – etwa 18 bis 24 Wochen –, hat die selbstständige Erica in den USA keinen Anspruch auf einen Mutterschutz oder Elternzeit. Sie wird sich für die körperliche Erholung eine kurze Auszeit nehmen und danach wieder arbeiten. Ich werde in dieser Zeit die Hauptbezugsperson für beide Babys sein.

    Unterstützung aus dem engen Freundes- und Familienkreis spielt für die beiden eine zentrale Rolle im Alltag. Foto: Privat
    Unterstützung aus dem engen Freundes- und Familienkreis spielt für die beiden eine zentrale Rolle im Alltag. Foto: Privat

    Wie kann man eine Bindung zu dem Baby aufbauen, das man nicht ausgetragen hat?

    Erica und ich haben uns dazu klare Gedanken gemacht: Die Zweitnamen beider Kinder sollen jeweils etwas widerspiegeln, das mit dem nicht-gebärenden Elternteil verbunden ist.

    Auch sprachlich gehen wir bewusst vor:

    Wir sprechen nicht von „deinem” oder „meinem” Baby, sondern vom „Baby, das du trägst”. So bleibt von Beginn an klar, dass beide Kinder zu beiden Mamas gehören – unabhängig davon, wer es geboren hat.

    Ganz praktisch sollen außerdem Stillen und Hautkontakt helfen, die Bindung zu beiden Kindern zu stärken – auch zu dem Baby, das man nicht selbst zur Welt gebracht hat. Und schließlich verlassen wir uns auch auf etwas Spirituelleres. Es klingt vielleicht esoterisch, aber wir leben schließlich in Südkalifornien.

    Bestimmte spirituelle Praktiken helfen uns dabei, sich auf einer seelischen Ebene mit beiden Babys zu verbinden, ganz unabhängig davon, wer von uns gerade selbst frisch entbunden hat und sich erholt.

     

    Das erste Trimester war nicht leicht, aber jetzt geht es beiden richtig gut. Foto: Privat
    Das erste Trimester war nicht leicht, aber jetzt geht es beiden richtig gut. Foto: Privat

    Ihren Hochzeits- und Schwangerschaftsverkündung haben die beiden übrigens auch auf Instagram geteilt und der ging viral: Über 310 Tausend Menschen haben den Beitrag geliked!

    Liebe Maggie, liebe Erica, vielen Dank, dass wir eure unglaubliche Geschichte erzählen durften! Wir wünschen euch alles Gute.

    Wenn ihr euch den Beitrag der Schwangerschaftsverkündung ansehen möchtet und die beiden weiterverfolgen wollt, schaut gerne auf Instagram vorbei: @mags_k_mullen und @ericaanne.hk

    War eure Schwangerschaftsverkündung auch so ein emotionaler Moment? Erzählt uns gerne, wie ihr die frohe Nachricht überbracht habt! Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

    3 Kommentare

  1. User Avatar
    Elisabeth

    Ach ich find das so schön! Zu sehen wie viel Liebe und Vertrauen da ist  ❤️ 

  2. User Avatar
    Lauraa

    Das ist so eine schöne Familiegeschichte! Wie toll! ❤️ 

  3. User Avatar
    Lena

    Total interessant  🥰  ich glaube, ich hätte nur Angst, dass jede sich nur auf „ihr” Baby konzentriert und nicht so eine gute Verbindung zum anderen Kind aufbaut  😐 Aber die beiden haben sich dazu ja schon Gedanken gemacht  ❤️