Ein Kind zu bekommen, ist einer der schönsten und zugleich herausforderndsten Momente im Leben. Gerade in dieser Zeit brauchen wir Familien Sicherheit, Verlässlichkeit und die Gewissheit, sich auf politische Zusagen verlassen zu können.
Umso größer ist die Verunsicherung, wenn ausgerechnet beim Elterngeld erneut Kürzungen im Raum stehen. Für viele Eltern geht es dabei nicht nur um Geld – sondern um die Möglichkeit, wertvolle Zeit mit ihrem Kind zu verbringen. Da das Elterngeld seit 2007 nicht erhöht wurde, fordern Eltern eher Erhöhungen aufgrund der Inflation statt Einsparpläne.
Wie wir vor einer Weile schon berichtet haben, muss Familienministerin Karin Prien insgesamt 500 Millionen Euro sparen und da das Elterngeld die größte finanzielle Belastung im Familienministerium darstellt, wird dort am meisten Potential gesehen.
Nun hat sich die Ministerin eine neue Einsparmaßnahme ausgedacht, die nicht allen Eltern gefallen wird.
Das soll sich beim Elterngeld ändern
Nach dem Entwurf soll das Elterngeld künftig nur noch zwölf Monate gezahlt werden – allerdings nur, wenn sich beide Elternteile an der Elternzeit beteiligen.
Konkret ist vorgesehen:
- Jeder Elternteil muss künftig mindestens drei Monate Elterngeld beziehen.
- Sechs weitere Monate können die Eltern frei untereinander aufteilen.
- Alleinerziehende wären von dieser Regelung ausgenommen.
Damit setzt das Familienministerium auf mehr Partnerschaftlichkeit – und möchte insbesondere Väter dazu bewegen, mehr Zeit mit ihrem Kind zu verbringen und mehr Verantwortung im Familienalltag zu übernehmen.
Gleichzeitig soll das Elterngeld leicht steigen
Neben den Änderungen bei der Bezugsdauer sieht der Gesetzentwurf auch eine moderate Erhöhung der Leistungen vor.
Demnach sollen:
- der Mindestbetrag von 300 auf 330 Euro steigen,
- der Höchstbetrag von 1.800 auf 1.900 Euro angehoben werden.
Unverändert bleiben soll dagegen die Berechnung des Elterngeldes: Es beträgt weiterhin in der Regel 65 Prozent des vorherigen Nettoeinkommens, bis zum festgelegten Höchstbetrag.
Warum die Reform kommt
Die Pläne knüpfen an den Koalitionsvertrag von Union und SPD an. Darin hatten sich die Regierungsparteien darauf verständigt, das Elterngeld weiterzuentwickeln und mehr Anreize für eine partnerschaftliche Aufteilung der Elternzeit zu schaffen – insbesondere durch eine stärkere Beteiligung von Vätern.
Hinzu kommt, dass das Familienministerium im kommenden Jahr Einsparungen in Höhe von 500 Millionen Euro leisten muss. Ob die geplante Verkürzung der Bezugsdauer tatsächlich in dieser Form umgesetzt wird, ist allerdings noch offen. Der Gesetzentwurf befindet sich derzeit noch in der Abstimmung zwischen den Ministerien.
Was bedeutet das für Familien?
Noch handelt es sich lediglich um einen Gesetzentwurf. Bevor die neuen Regeln gelten können, müssen sie das weitere Gesetzgebungsverfahren durchlaufen. Sollte die Reform beschlossen werden, müssten viele Eltern ihre Planung für Elternzeit und Elterngeld künftig neu ausrichten.
Wie siehst du die Pläne? Findest du es richtig, Väter stärker in die Pflicht zu nehmen – oder ist die Verkürzung des Elterngeldes für Familien der falsche Weg? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare und ins Forum.
Puh, also ich denke auch, dass das eine individuelle Entscheidung ist. Ich denke aber auch, dass hier ‚Gleichstellung‘ nicht gleich = Optimal für jede Familie und für jedes Einkommen ist. Ich denke, dass hier etwas ‚zu leicht‘ gedacht wurde…
Ich finde, dass jede Familie selbst entscheiden sollte, wie sie die Elternzeit aufteilt. Natürlich ist es schön, wenn auch der Vater die Möglichkeit hat, Elternzeit zu nehmen. In vielen Familien verdient jedoch der Vater mehr, sodass es finanziell oft sinnvoller ist, wenn die Mutter zunächst zu Hause bleibt.Gerade in der Stillzeit stelle ich mir das außerdem schwierig vor – vor allem, wenn das Baby keine Flasche akzeptiert. Wie soll das dann funktionieren? Der Vater kann das Stillen schließlich nicht übernehmen.