Erstickungsgefahr durch RS-Virus: „Inhalieren hat uns gerettet“

Hast du schon mal vom RS-Virus gehört? Nein? Dann geht es dir wie vielen Mamas. Das Respiratorische Syncytial-Virus (kurz RS-Virus) ist unter Eltern immer noch relativ unbekannt. Dabei handelt es sich bei Säuglingen und Kleinkindern weltweit um den häufigsten Auslöser für akute Atemwegsinfektionen!

Während wir Erwachsenen bei einer Infektion mit dem Virus nur die üblichen Erkältungssymptome haben, greift der Erreger bei den Kleinsten schnell von den oberen auf die unteren Atemwege übermit teilweise schlimmen Folgen. Das zeigt auch ein besonders dramatischer Fall aus unserer Community. Die Tochter von Leserin Anna, heute neun Monate alt, steckte sich zwei Wochen nach ihrer Geburt mit dem aggressiven RS-Virus an. Krankenhaus, künstliches Koma, tägliches Inhalieren… Hier erzählt sie von der schweren Zeit:

Meine Kleine bekam plötzlich keine Luft mehr

„Als meine Tochter vor neun Monaten per Kaiserschnitt auf die Welt kam, waren wir überglücklich. Alles schien perfekt. Ungefähr zwei Wochen nach der Geburt bekam sie einen Schnupfen. Zunächst dachten wir uns nichts dabei. Doch dann kam der Tag, der unser Leben plötzlich komplett auf den Kopf stellte: Als ich meine Kleine wecken wollte, um ihr das Fläschchen zu geben, reagierte sie nicht. Ihr Gesicht wirkte grau. Mein Herz blieb stehen. Ich dachte, sie hätte sich vielleicht verschluckt. Ich nahm sie reflexartig aus ihrem Bettchen und klopfte ihr zwischen die Schulterblätter, wie ich es in einem Erste-Hilfe-Video gesehen hatte. Parallel rief mein Mann den Notdienst an. Meine Tochter atmete sehr flach und hatte immer wieder Atemaussetzer. Als der Krankenwagen nach zehn ewig langen, bangen Minuten immer noch nicht da war, schnappte mein Mann die Kleine und fuhr mit ihr ins Krankenhaus.

Im Krankenhaus die schreckliche Diagnose: RSV-Infektion

Die Ärzte brachten unsere Tochter sofort auf die Intensivstation. Die Diagnose: Eine Infektion mit dem RS-Virus. Mein Mann und ich hatten noch nie etwas davon gehört. Heute wissen wir: Das Virus ist hochinfektiös und führt bei sehr kleinen Babys teilweise zu akuten Atembeschwerden. Der Grund: Die Atemwege sind noch recht eng  und das Virus greift die Bronchiolen und das Lungengewebe daher schneller an. Die große Gefahr dabei ist, dass das Kind zu wenig Sauerstoff bekommt und erstickt. Wo sie sich angesteckt hat, kann im Nachhinein niemand sagen. Das Virus lauert überall. Vielleicht war der Sohn meiner Zimmernachbarin auf der Wochenbettstation Überträger, der wild durchs Zimmer gehüpft ist. Vielleicht meine Schwiegermutter, die die Kleine wenige Tage nach der Geburt im Arm gehalten hat. Wir wissen es nicht. Umso wichtiger, dass alle, die kleine Babys berühren, sich vorher gründlich die Hände waschen und desinfizieren!

Sie musste ins künstliche Koma versetzt werden

Ich war völlig fertig und krank vor Sorge. Doch es blieb nicht beim RS-Virus. Es kam noch schlimmer: Meine Kleine bekam zusätzlich eine durch Bakterien (Pneumokokken) ausgelöste Blutvergiftung und steckte sich mit Influenza (Grippe) an. Zu viel für ihren kleinen Körper. Die Ärzte mussten sie ins künstliche Koma versetzen. Es tat mir im Herzen weh, meinen Schatz dort so liegen zu sehen: Verkabelt, zwischen Schläuchen und blinkenden Geräten, von den ganzen Medikamenten total aufgedunsen. Obwohl sie immer nur geschlafen hat, waren wir jeden Tag da. Ich bin sicher, dass sie gemerkt hat, dass wir bei ihr sind. Nach einer Woche hatte sie sich soweit stabilisiert, dass die Ärzte sie nach und nach sanft aus dem Koma aufwecken konnten. Wir waren so erleichtert! Endlich durften wir unseren Schatz im Arm halten. Ein unendlich schönes Gefühl. Sie nahm gut zu und nach zwei langen Wochen durften wir sie endlich wieder mit nach Hause nehmen.

Zum Glück hat sie keine Spätfolgen davongetragen

Zuhause musste sie weiterhin Medikamente nehmen und gegen das RS-Virus mehrfach täglich inhalieren. Wir haben unserer Tochter die Maske häufig über das Gesicht gehalten, wenn sie geschlafen hat, das ging ganz gut. Ich wusste damals leider nichts von optionalen Schnullermasken-Aufsätzen, die es zum Beispiel zu den Inhalationsgeräten von OMRON gibt.

Inhalator ist Schnullermasken-Aufsatz von Omron

Ein Schnullermasken-Aufsatz hilft Babys beim Inhalieren. Im Bild: „MicoAir U100“ von OMRON (ca. 140 Euro) Foto: Kapturing

Aber wir wussten, dass Inhalieren gegen das RS-Virus hilft, und haben es durchgezogen, bis sich ihre Atmung wieder normalisiert hatte. Nach zwei weiteren Wochen war sie wieder komplett gesund. Wir waren so erleichtert. Zum Glück hat unsere Tochter keine Langzeitschäden davongetragen. Seit diesem schlimmen Erlebnis sind wir jeden Tag dankbar, dass wir alle in unserer Familie gesund sind. Man lernt das Leben noch einmal ganz neu zu schätzen.“

Mehr Informationen über das RS-Virus und die Symptome:

RS-Viren gehören zur selben Virenfamilie wie die Erreger, die Masern und Mumps auslösen. Die Ansteckung erfolgt in erster Linie durch Tröpfcheninfektion oder indirekt über Hände, Gegenstände oder Oberflächen. Durchschnittlich dauert es von der Infektion bis zum Auftreten erster Symptome zwei bis acht Tage. Besonders in den Herbst- und Wintermonaten sowie im Frühjahr ist die Ansteckungsgefahr groß.

Bei Erwachsenen und gesunden Kindern sind die Symptome ähnlich wie bei einer Erkältung: Schnupfen, Husten, Halsschmerzen und Fieber. Bei sehr kleinen Säuglingen oder immunschwachen Kleinkindern verläuft die Infektion häufig schwerer. Es kann zu einer spastischen Bronchitis kommen, zu einer Bronchiolitis (Entzündung der kleinen Bronchien) oder einer Lungenentzündung. Bei Babys und kleinen Kindern sind Husten mit Schleimbildung, schnelle Atmung, pfeifende oder knisternde Atemgeräusche bis hin zur Trinkverweigerung Anzeichen für eine Ansteckung mit RS. Ein Teil der Babys und Kinder muss im Krankenhaus behandelt werden.

Warum trifft das RS-Virus so häufig Babys und kleine Kinder?

Säuglinge und besonders Frühgeborene haben noch relativ enge Atemwege. Daher werden ihre Bronchiolen und ihr Lungengewebe bei RSV-Infektionen besonders schnell angegriffen. Die Erreger greifen von den oberen auf die unteren Atemwege über. Es kommt leichter als bei Erwachsenen zu einer Entzündung der kleinen Endäste des Bronchialbaums (Bronchiolitis) und zu einer Lungenentzündung. Außerdem ist ihr Immunsystem noch nicht so ausgebildet wie bei uns Großen.

Besonders gefährdet sind Frühgeborene, die länger künstlich beatmet werden mussten. Außerdem Säuglinge mit geschwächtem Immunsystem, Kinder mit angeborenem Herzfehler, Mukoviszidose, neuromuskulären Erkrankungen oder chromosomalen Veränderungen. Weitere Risikofaktoren sind Passivrauchen, eine familiäre Vorbelastung für Asthma, der Besuch einer Kita, viele Geschwister oder wenn Familien auf sehr engem Raum wohnen.

Was kann man gegen das RS-Virus tun – und wie hilft Inhalieren?

Bei Ausbruch der Krankheit können Eltern nur die Symptome wie Husten, Schnupfen oder Fieber behandeln. Babys und Kinder mit schweren Verläufen müssen im Krankenhaus überwacht werden und bekommen im Notfall Flüssigkeit oder Sauerstoff. Ein Impfstoff gegen das Virus gibt es nicht. Für Babys mit einem hohen Risiko (zum Beispiel durch einen angeborenen Herzfehler) gibt es eine RSV-Prophylaxe, die immerhin kurzfristig Schutz bietet. Infizierte sollten für mindestens sieben Tage isoliert werden, damit sie andere Menschen nicht anstecken.

Die größte Gefahr bei einer Infektion mit dem RS-Virus ist die durch die Entzündungen in den Atemwegen ausgelöste Atemnot. Bestimmte Arzneimittel (Bronchodilatatoren) weiten bei einer Infektion mit dem RS-Virus die Atemwege und erleichtern damit das Atmen. Babys oder Kleinkinder inhalieren mit einem speziellen Vernebler. Der Wirkstoff wird beim Inhalieren auf direktem Wege zum Ort der Erkrankung befördert und kann dort seine Wirkung entfalten.

Inhalieren mit OMRON MicroAir U100

Das Inhalationsgerät „MicroAir U100“ von OMRON ist superleise – da haben kleine Patienten keine Angst. Foto: Kapturing

Bei Infektion mit dem RS-Virus: Wie bekomme ich mein Baby oder Kleinkind dazu, zu inhalieren?

Viele Eltern sorgen sich, wie sie ihr Baby oder Kleinkind zum Inhalieren bewegen sollen. Ich habe gute Erfahrungen mit dem „MicroAIR U100“ von OMRON gemacht. Mein Sohn wurde bisher zwar von dem RS-Virus verschont, leidet aber regelmäßig unter Erkältung, gegen die wir mit isotonischer Kochsalzlösung inhalieren. Der „MicroAIR U100“ ist handlich klein, batteriebetrieben und im Gegensatz zu vielen herkömmlichen Verneblern sehr leise, so dass er Kindern keine Angst macht. Die Inhalationszeit ist durch die einzigartige Membran-Technologie im Vergleich zu anderen Geräten deutlich kürzer. Schon fünf Minuten reichen, damit 2,5 ml Flüssigkeit mit Wirkstoff in die Bronchien strömen.

Zudem ist der „MicroAIR U100“ in allen Positionen einsetzbar, also auch im Liegen. Mit deinem älteren Kind kannst du zum Beispiel ein Puzzle machen, ein Buch lesen oder gemeinsam einen Film schauen. Es gibt von OMRON auch noch optionales Zubehör, welches das Inhalieren mit Babys und Kleinkindern leichter macht: Zum Beispiel Atemmasken in verschiedenen Größen (für Erwachsene und Kinder ab sieben Jahren, plus eine Babymaske von Kinder von null bis sechs) und einen Schnullermasken-Aufsatz.

Kann man einer Infektion mit RS-Viren irgendwie vorbeugen?

Da die RS-Viren äußerst aggressiv sind und quasi überall lauern können, kann eine Ansteckung auch durch beispielsweise vorbeugendes Inhalieren nicht immer verhindert werden. Doch wer ein paar Schutz- und Hygienemaßnahmen einhält, sorgt zumindest dafür, dass das Risiko minimiert wird. Alle Menschen, die ein Baby berühren, sollten sich vorher gründlich die Hände waschen oder desinfizieren. Erkältete Personen sollten sich komplett von sehr kleinen Säuglingen fern halten (das gilt auch für Familienmitglieder).

Eltern sollten die Dinge, mit denen das Kind in Berührung kommt, stets sauber halten, wie Fläschchen oder Spielzeug. In der Erkältungszeit sollte man Orte meiden, an denen sich viele Menschen aufhalten, wie zum Beispiel den öffentlichen Nahverkehr. Und, aber das ist ja eigentlich klar: in der Gegenwart von Kindern möglichst bitte nicht rauchen.

Wir wünschen allen Mamas und ihren Kindern, dass der RS-Virus einen großen Bogen um sie macht!

Quellen: https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/virale-infekte/rs-virus/index.html und https://www.abbvie-care.de/erkrankung/rsv/symptome-und-verlauf/

Corinna Siemokat

Ich bin Mama und Journalistin aus Leidenschaft. Ich freue mich, bei Echte Mamas Beruf & Berufung miteinander verbinden zu können. Hier schreibe ich über den bunten Alltag mit meinem Sohn (zwei Jahre) und die kleinen (und großen) Herausforderungen, die das Mamasein so mit sich bringt. Wir Mamas rocken das!

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