Pseudokrupp: Was du bei einem Anfall tun kannst

Wenn der kleine Schatz mitten in der Nacht plötzlich bellend hustet und dabei verzweifelt nach Luft schnappt, ist das für uns Mamas ein riesiger Schreck. Pseudokrupp nennt sich dieser anfallartige, heftige Husten, der wegen seiner  Symptome unter Eltern gefürchtet ist. Beim Pseudokrupp sind die Atemwege im Bereich des Kehlkopfes und der Stimmbänder entzündet, zum Beispiel durch eine vorangegangene Erkältung. Sie schwellen an und führen so zu Atemnot und anfallartigem Husten. Durch die Panik und das Weinen der Kleinen werden die Symptome noch verstärkt. Meistens treten die Attacken quasi aus dem Nichts am späten Abend oder in der Nacht auf. 

Stephanie aus unserer Community, Mama einer 13 Monate alten Tochter, hat diesen Alptraum erlebt. Hier erzählt sie ihre Geschichte:

Meine Kleine hustete und rang nach Luft. Ich war außer mir vor Sorge

„Ich werde nie den Moment vor acht Monaten vergessen, als meine Maus plötzlich ganz schrecklich anfing zu husten. Mein Mann und ich hatten sie in ihrem Bettchen schlafen gelegt und es uns gerade auf der Couch bequem gemacht. Plötzlich ging es los: Ein rauer bellender Husten, dazu schnappte sie verzweifelt nach Luft. Wir sprangen sofort auf und eilten zu ihrem Bettchen. Die Maus weinte fürchterlich. Ich nahm sie hoch und versuchte, sie zu beruhigen.

Mein Mann und ich waren total überfordert. Von Pseudokrupp hatten wir bis dahin noch nie etwas gehört. Nach einigem Überlegen beschlossen wir, eine Runde mit dem Kinderwagen spazieren zu gehen. Wir dachten, dass sie dabei vielleicht zur Ruhe kommt und sich nicht weiter in ihre Panik hineinsteigert. Instinktiv und ohne es zu wissen haben wir damals genau das Richtige getan. Heute weiß ich: Kühle, feuchte Luft lindert bei Pseudokrupp die Atemnot. Die Fahrt im Kinderwagen beruhigte unsere Kleine, so dass sie nach ein paar Minuten wieder normal atmete. Wir waren so erleichtert! Aber natürlich waren wir auch total geschockt über das, was in dieser Nacht passiert war, und besorgt, dass so etwas nochmal passieren könnte.

Die Diagnose: Pseudokrupp als Folge einer Erkältung

Am nächsten Morgen gingen wir daher zu unserer Kinderärztin. Sie stellte dann die Diagnose und klärte uns über Pseudokrupp auf. Ursache ist meistens ein Erkältungsinfekt durch Viren. Meine Maus litt in der Zeit vorher unter einer hartnäckigen Erkältung, die sich dann auch noch zu einer Bronchits entwickelt hatte.

Unsere Ärztin verschrieb uns Notfallzäpfchen und zwei Medikamente: Eins mit Kortison, um die Entzündung zu hemmen, und eins, das die Lunge erweitert. Die Medikamente sollte meine Maus drei Mal am Tag fünf bis zehn Minuten mit einem speziellen Vernebler inhalieren. Das klingt einfacher, als es ist: Ein kleines Baby dazu zu bewegen, eine Atemmaske aufzusetzen und zehn Minuten Dampf einzuatmen, ist eine echte Herausforderung. Ich habe meiner Tochter also vorgemacht, wie das Ganze funktioniert. Mit Erfolg: Die kleine Maus hat das wirklich prima mitgemacht. Natürlich hatte sie auch ab und zu keine Lust, insgesamt war sie aber sehr tapfer.

Sie hatte danach nur noch einen einzigen Pseudokrupp-Anfall

Wir waren mit meiner Oma im Urlaub an der Ostsee. Die Arme geriet total in Panik, als der Anfall losging, und wollte sofort den Krankenwagen rufen. Doch ich wusste, was zu tun ist: Ich schnappte mir die Kleine und rannte mit ihr an die frische Luft. Ich war so damit beschäftigt, meiner Maus zu helfen, dass ich glatt meine Jacke vergaß. Meine Oma lief mir mit der Jacke nach und warf sie mir über die Schultern. Alles, woran ich denken konnte, war, dass ich diesen schrecklichen Husten stoppen muss. Sofort!

Seitdem haben wir Gott sei Dank Ruhe. Wir hoffen so sehr, dass das auch so bleibt. Leider sind die Kinder im Herbst und Winter anfälliger für Pseudokrupp, da mehr Viren im Umlauf sind. Sollte es soweit kommen, sind wir aber dieses Mal vorbereitet. Frische Luft und Inhalieren, das hilft!“

Was genau ist Pseudokrupp?

Pseudokrupp ist eine Atemwegserkrankung, bei der die Schleimhäute von Kehlkopf und Stimmbändern anschwellen. Sie wird meistens durch Virusinfektionen wie zum Beispiel einer Erkältung ausgelöst. Durch die Entzündung sind die Atemwege verengt, es kommt zu Atemnot, Heiserkeit und anfallartigem, bellenden Husten. Häufig kommt ein pfeifender Ton beim Einatmen dazu. Die Atemnot wird durch die Angst, Aufregung und das Weinen der Zwerge noch verstärkt.

Die Anfälle treten vorwiegend in den Abendstunden oder mitten in der Nacht auf. Typischerweise haben die Kinder tagsüber keine Symptome. Am häufigsten sind Kinder im Alter von einem bis drei Jahren betroffen. Pseudokrupp kann in schweren Fällen gefährlich werden – es besteht Erstickungsgefahr. In der Regel sind die Husten-Attacken aber nicht lebensbedrohlich, zum Glück!

Wie solltest du reagieren, wenn dein Kind einen Pseudokrupp-Anfall hat?

Hat dein Kind einen Anfall, ist es sehr wichtig, dass es sich nicht weiter in seine Angst hineinsteigert. Das A und O ist also, die Mäuse erst einmal zu beruhigen und nicht selbst panisch zu werden.

Weiterhin empfehlen Experten:

  • Nimm dein Kind hoch oder setze es aufrecht hin.
  • Stelle dich mit deinem (warm eingepackten) Schatz ans Fenster oder vor die geöffnete Kühlschranktür, denn kühle, feuchte Luft lindert die Atemnot.
  • Feuchtwarme Luft erleichtert das Atmen. Erzeuge Wasserdampf, indem du ein Bad einlässt, und setze dich mit deinem Kind auf den Badewannenrand.
  • Hast du einen Inhalator im Haus, lass dein Kind damit Kochsalzlösung inhalieren.
  • Hat sich dein Zwerg beruhigt, gib ihm in kleinen Schlucken etwas kühles zu Trinken (Wasser oder Tee).
  • Merkst du, dass dein Kind immer schlechter Luft bekommt, solltest du unbedingt den Notarzt rufen.
  • Auch bei einem „harmlosen“ Pseudokrupp-Anfall bitte immer zum Kinderarzt!

Warum Inhalieren bei Pseudokrupp so effektiv ist

Pseudokrupp wird durch Viren verursacht, die in den Atemwegen sitzen, sie reizen und anschwellen lassen. Spezielle Vernebler erzeugen feinste Tröpfchen, die durch den natürlichen Atemvorgang direkt an den Ort der Erkrankung transportiert werden – nämlich zu den Schleimhäuten von Nase, Rachen und Bronchien. Dort können sie unmittelbar und effektiv wirken. Das macht das Inhalieren häufig wirkungsvoller als Tabletten oder Injektionen. Und es erspart dem kleinen Körper unnötige Belastung mit Medikamenten.

Das Inhalieren mit isotonischer Kochsalzösung ist ebenfalls sinnvoll. Kochsalzlösung kann Erkältungen und somit Pseudokrupp vorbeugen, indem die Atemwege durch feinste Nebeltröpfchen befeuchtet und durchblutet werden. Feuchte Atemwege haben die Fähigkeit, sich selbst zu reinigen, und sich so vor Viren zu schützen. Schleim, der Gifte bindet, wird verflüssigt und kann so abgehustet oder beim Naseputzen nach draußen befördert werden. Salz wirkt außerdem antibakteriell und entzündungshemmend.

„Bei Pseudokrupp können – nach Rücksprache mit dem Arzt – mit einem Feuchtinhalator auch Medikamente inhaliert werden, die die Bronchien erweitern“, so Prof. Dr. Felix Herth, Facharzt für Atemwegserkrankungen von der Thoraxklinik Heidelberg.

Perfekt für Babys und kleine Kinder: Der „MicroAIR U100“ von Omron

Ich empfehle dir das Inhalationsgerät „MicroAIR U100“ von OMRON. Im Gegensatz zu vielen anderen Inhalatoren auf dem Markt, die groß und laut und somit beängstigend für Kinder sind, eignet er sich auch sehr gut für Babys und Kleinkinder. Der Inhalator ist handlich klein und zudem mobil, da er mit Batterien betrieben wird. Du kannst ihn also zum Beispiel auch im Liegen verwenden.

Kind beim Inhalieren mit dem Inhalationsgerät von OMRON

Kind beim Inhalieren mit dem Inhalationsgerät von OMRON. Foto: Kapturing

Durch die moderne Technologie ist er außerdem total leise. Für Babys und kleine Kinder gibt es zudem tolle Extras wie eine Schnullermaske. Durch die einzigartige Membran-Technologie ist die Inhalationszeit im Vergleich zu anderen Geräten kürzer: Schon fünf Minuten reichen, um 2,5 ml Flüssigkeit in die Bronchien strömen zu lassen. Gerade bei den Kleinsten ein großer Vorteil! Ist dein Kind erkältet oder leidet unter Pseudokrupp, sollte es drei Mal am Tag für fünf bis zehn Minuten inhalieren. Du kannst deinen Schatz dabei zum Beispiel mit einem Puzzle, einem Buch oder einem Video ablenken. Du kannst auch versuchen, die Atemmaske im Schlaf überzuziehen.

Den „MicroAIR U100“-Inhalator bekommst du in der Apotheke. Viele Krankenkassen erstatten die Kosten, wenn du ein Rezept vom Kinderarzt hast.

Allen Mamas ruhige Nächte!

Quellen: https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/pseudokrupp-stenosierende-laryngitis/

Corinna Siemokat

Mama und Journalistin aus Leidenschaft. Ich freue mich sehr, bei Echte Mamas Beruf und Berufung miteinander verbinden zu können. Gerade bin ich mit meinem Mann und unserem Sohn (2 Jahre) von Hamburg nach Berlin gezogen.

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