Kampf gegen Tetanus: „Wenn es weh tut, hilft es“

Hast du schon davon gehört? Pampers setzt sich mit der Aktion „1 Packung = 1 lebensrettende Impfdosis“* seit 13 Jahren gegen Tetanus bei Müttern und Neugeborenen ein. Für jede verkaufte Packung Pampers-Windeln oder einen in der Pampers-App hochgeladenen Einkaufsbon stellt Pampers UNICEF auch aktuell wieder den Gegenwert einer Impfdosis gegen Tetanus bei Mütttern und Neugeborenen zur Verfügung – noch bis zum 31.12.2019.

Und das ist so wichtig! Denn Tetanus, auch „Wundstarrkrampf“ genannt, ist eine tödliche Infektionskrankheit. Sie wird durch ein Bakterium ausgelöst, das überall in unserem Alltag zu finden ist und durch Wunden in unseren Blutkreislauf eindringt. In Deutschland kann Tetanus in der Regel behandelt und geheilt werden. In Ländern mit einer deutlich schlechteren medizinischen Versorgung sieht es ganz anders aus. Einmal infiziert, gibt es kaum Heilungschancen. Kaum jemand überlebt hier eine Tetanus-Erkrankung, besonders häufig sind Kinder betroffen. Das einzig wirksame Mittel dagegen? Eine vorbeugende Impfung.

Doch gerade die fehlt in vielen Ländern. Es ist unvorstellbar:

Weltweit sterben jährlich immer noch 30.848 (!) Neugeborene innerhalb des ersten Lebensmonats an den Folgen von Tetanus.

In den letzten Jahren hat Pampers für UNICEF schon viel erreicht: Die Initiative hat dazu beigetragen, dass in 25 Ländern** Tetanus bei Müttern und Neugeborenen eliminiert werden konnte***. Pampers hat UNICEF bereits den Gegenwert von 300 Millionen lebensrettenden Impfdosen zur Verfügung gestellt. 100 Millionen Frauen wurden geimpft und ihren Babys ein gesunder und glücklicher Start ins Leben ermöglicht. Tetanus als Todesursache bei Neugeborenen ist unter anderem durch die Unterstützung von Pampers in den vergangenen Jahren um 60 Prozent zurückgegangen****.

Aber: Es gibt noch viel zu tun. Aktuell sind in 13 Ländern***** immer noch 48 Millionen Frauen im gebärfähigen Alter und ihre ungeborenen Babys von Tetanus bedroht.

Die Initiative von Pampers für UNICEF unterstützt nicht nur die Finanzierung von Impfdosen, sondern auch den Einkauf von Spritzen und Schutzboxen, den Transport der Impfdosen von den Zentrallagern der Länder in die Distrikte und Dörfer, die Ausbildung der Mitarbeiter, Bildungskampagnen zu Gesundheitsfragen in den Gemeinden sowie die Überwachung und die Durchführung der Impfungen.

Für UNICEF vor Ort ist auch Dr. Etienne Mahangaiko. Er ist Arzt und arbeitet im Tschad als Immunisierungsspezialist für UNICEF. Eine Riesen-Aufgabe! Trotzdem war er so nett und hat sich die Zeit genommen, um uns einige Fragen zu seinem Alltag in Zentralafrika zu beantworten.

Dr. Etienne Mahangaiko

Dr. Etienne Mahangaiko Foto: Pampers

Dr. Mahangaiko, wie kam es dazu, dass Sie für UNICEF arbeiten?

Ich habe schon mehrere Jahre für UNICEF ​​als Gesundheitsbeauftragter im Kongo und in Madagaskar gearbeitet. Eine meiner Hauptaufgaben war es, technische Unterstützung für das EPI-Team (Expanded Program on Immunization, etwa: erweitertes Programm zur Immunisierung) in diesen beiden Ländern bereitzustellen. 2018 wurde ich von UNICEF Tschad dann als Impfspezialist eingestellt, dort arbeite ich jetzt seit 15 Monaten. Ich gehöre zur Abteilung für Immunisierung in dem Bereich für Überleben und Entwicklung von Kindern.

Wie sieht Ihr Alltag vor Ort aus?

Mein Tagesablauf ist zwischen Büroarbeit und Feldbesuchen (Vor-Ort-Besuche in den Impfstellen) aufgeteilt. Im Büro arbeite ich an der Analyse von Impfdaten, um den Fortschritt unserer Kampagnen zu messen und Schwachstellen in Regionen zu identifizieren, die besonders enge technische Unterstützung benötigen. Ich nehme auch an Treffen mit unseren Regierungspartnern teil. Während der Vor-Ort-Besuche bringe ich technische Unterstützung in Distrikte, in denen es schwierig ist, eine gute Impfabdeckung zu erreichen. Diese Besuche bieten mir zugleich die Gelegenheit, die während der Impfdatenanalyse festgestellten Probleme mit den Teams vor Ort zu besprechen.

Wie empfinden Sie denn Ihre Arbeit mit all ihren Eindrücken? Ist es sehr anstrengend und/oder sehr erfüllend?

Tschad wurde im März 2019 tatsächlich als Tetanus bei Müttern und Neugeborenen-frei zertifiziert! Die Aufrechterhaltung dieses Status ist jedoch eine große Herausforderung. Denn in einigen Distrikten ist die routinemäßige Impfquote immer noch niedrig, dort wurden nur 25 Prozent der schwangeren Frauen, die in Gesundheitseinrichtungen gebären, geimpft. Unter diesen Bedingungen zu arbeiten ist manchmal eine große Herausforderung – und kann ziemlich viel Stress verursachen. Aber wir alle hier nutzen diesen Stress als Anregung, um immer besser zu werden.

Wie kann man sich die Situation dort vorstellen? Wie leben die Menschen? Wie ist die medizinische Grundversorgung?

Das Land belegt im „ Index der menschlichen Entwicklung “ Platz 186 von 189 Ländern. (Der Index ist ein Wohlstandsindikator für Staaten.) Dieses Armutsniveau spiegelt sich im gesamten Gesundheitssystem wider und führt zu schlecht ausgestatteten Gesundheitseinrichtungen und einem Mangel an Personal, insbesondere in ländlichen Gebieten. Dies führt zu schlimmen Bedingungen.

Wie reagieren Menschen in Not auf UNICEF-Mitarbeiter und aufs Thema Impfen?

Die Arbeit von UNICEF ​​wird im Tschad sehr geschätzt und UNICEF-Mitarbeiter werden von der Bevölkerung gut aufgenommen. Meiner Erfahrung im Tschad nach schätzen die Leute injizierbare Impfstoffe, weil sie glauben: „Was schmerzhaft ist, ist effektiver!“.

Dr. Etienne Mahangaiko beim Impfen einer Frau.

Dr. Etienne Mahangaiko beim Impfen einer Frau. Foto: Pampers

Wie werden die Menschen über die Möglichkeit einer Impfung informiert?

Unser Team arbeitet Hand in Hand mit den Regierungskollegen. Es werden Kommunikationspläne entwickelt, die darauf abzielen, das Bewusstsein für die Bedeutung von Impfungen zu stärken. Die Bevölkerung wird durch Angestellte der Gesundheitsgemeinde und auch durch örtliche Radiosender über Impfungen, Impfstellen und Tetanus bei Müttern und Neugeborenen informiert.

Wird dieses Angebot von vielen begrüßt und angenommen?

Die Impfdienste werden von der tschadischen Bevölkerung im Allgemeinen gut angenommen! Wenn Kinder und Mütter hier nicht oder nur unvollständig geimpft sind, liegt das meist daran, dass die Frauen noch nicht angemessen informiert wurden, schlechten Zugang zu den Impfstellen haben oder ihre Motivation nachlässt, weil die Impfdienste schlecht organisiert sind, z. B. öfter geschlossen sind oder zu wenig Mitarbeiter haben.

Haben Sie auch Kontakt zu medizinischem Personal vor Ort, um dieses für das Risiko von Tetanus bei Müttern und Neugeborenen zu sensibilisieren?

Während meiner Besuche vor Ort habe ich regelmäßigen Kontakt zu medizinischem Personal. Diese Besuche sind für mich auch immer eine Gelegenheit, das Gesundheitspersonal an einige wichtige Informationen im Zusammenhang mit Tetanus bei Müttern und Neugeborenen zu erinnern. Zudem gab es in den letzten Jahren mehrere Schulungen für Angehörige der Gesundheitsberufe.

Haben Sie schon einmal jemanden erlebt, der Tetanus hat?

Trotz der Tatsache, dass der Tschad weiterhin Fälle von Tetanus bei Müttern und Neugeborenen  meldet, habe ich hier noch nie einen Betroffenen gesehen, da die Anzahl sehr begrenzt ist. In meinem früheren Berufsleben habe ich jedoch einige Fälle von Tetanus bei Neugeborenen erlebt: Es handelt sich um Kinder, die am dritten oder vierten Tag nach der Erkrankung weder saugen noch weinen konnten und eine Steifheit der Gliedmaßen und Muskelkrämpfe zeigten. Mehr als die Hälfte von ihnen starb in den folgenden Tagen trotz medizinischer Behandlung.

Und zum Schluss, ganz naiv gefragt: Ist es möglich, dass Tetanus bei Müttern und Neugeborenen in Zukunft vollständig ausgerottet wird?

MNT könnte beseitigt (und praktisch ausgerottet) werden, wenn:

  • wir eine vollständige Immunisierung von Kindern und Frauen im gebärfähigen Alter erreichen könnten
  • alle Gesundheitseinrichtungen Geburten unter hygienischen Bedingungen durchführen würden
  • und alle schwangeren Frauen in Gesundheitseinrichtungen gebären würden.

Eine vollständige Ausrottung von Tetanus bei Müttern und Neugeborenen scheint mir jedoch in naher Zukunft sehr schwierig und praktisch nicht möglich zu sein.

 

Wir danken Dr. Mahangaiko für das Interview! Es zeigt uns: Es gibt noch so viel zu tun – in Tschad und in vielen, vielen anderen Regionen. Helfen wir UNICEF im Kampf gegen Tetanus.


* Mit jedem Kauf einer Packung Pampers Windeln sowie mit jedem hochgeladenen Kassenbon über die Pampers Clup App im Aktionszeitraum (01.10.19-31.12.19) unterstützt Procter & Gamble UNICEF im Kampf gegen Tetanus bei Müttern und Neugeborenen mit € 0,078 [bzw. 0,084 CHF]. Dieser Betrag entspricht z.B. den Kosten einer Tetanus-Impfdosis oder unterstützt ihre Verteilung. Weitere Informationen unter www.pampers.de oder www.unicef.de. Pampers unterstützt UNICEF. UNICEF bevorzugt keine Unternehmen, Marken, Produkte oder Dienstleistungen.
** Äquatorialguinea, Äthiopien, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Gabun, Ghana, Guinea-Bissau, Haiti, Indonesien, Kambodscha, Kamerun, Kenia, Laos, Liberia, Madagaskar, Mauretanien, Myanmar, Niger, Philippinen, Senegal, Sierra Leone, Tansania, Timor-Leste, Tschad, Uganda
*** Eliminieren bedeutet, die Fälle von Tetanus bei Neugeborenen auf weniger als einen Fall pro tausend Lebendgeburten in jeder Region eines Landes zu reduzieren. Dies wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kontrolliert.
****Seit Beginn der Initiative wurde das Leben von 885.000 Neugeborenen gerettet. Basierend auf der Child Health Epidemiology Reference Group (CHERG) von WHO und UNICEF (Lancet, Dezember 2016)
***** Afghanistan, Angola, Demokratische Republik Kongo, Guinea, Jemen, Mali, Nigeria, Pakistan, Papua-Neuguinea, Sudan, Südsudan, Somalia, Zentralafrikanische Republik

 

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer vierjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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