Neuer Shutdown: Leute, tun wir‘ s für Weihnachten – und für uns!

Weihnachten – das Fest der Liebe. Das man am liebsten mit Plätzchen, Rotkohl und Braten verbringt. Ach ja, und mit seiner Familie und wirklich guten Freunden natürlich.

Seht ihr das auch so? Oder wäre das einzig Gute an einer Quarantäne für euch, dass ihr einen triftigen Grund habt, den ewig quatschenden Cousin und die feuchte-Bussis-verteilende Großtante auf „Nächstes Jahr dann, ganz bestimmt!“ zu vertrösten?

via GIPHY

Es ist ganz egal, ob man zum Team Santa oder zum Team Grinch gehört:

Die gestern beschlossenen Corona-Maßnahmen gelten erst einmal für vier Wochen – um die wirklich rasante Ausbreitung möglichst schnell einzudämmen und so dann Ende des Jahres das von den meisten so geliebte Weihnachtsfest im Kreise der Familie zu ermöglichen.

Ja, diese Maßnahmen greifen wieder extrem in unser tägliches Leben ein, keine Frage! Lust hat da sicher keiner mehr drauf, ich auch nicht – aber holla, wie stark und aggressiv der Gegenwind ist, das ist schon enorm. Mir schlackern manches Mal die Ohren, bei all dem, was ich so höre und lese. (Sehen wir mal von all denen ab, die durch den erneuten Shutdown um ihre Existenzen bangen müssen. Das ist unfassbar tragisch und hier verstehe ich wirklich jede überkochende Emotion total.)

Viele werden jetzt fragen: Und wer garantiert uns, dass das alles nur vier Wochen dauert? Ich denke: Keiner. Weil es eben nicht geht. 

Aber mal im Ernst: Es sind nun mal Schritte nötig, die die Fallzahlen wieder langsamer steigen lassen.

Ich wundere mich wirklich, wie viele das anders sehen! Es ist ernst. Der Spiegel beispielsweise berichtet, dass Intensivmediziner jetzt tatsächlich wieder vor einer Überlastung der Krankenhäuser warnen, wenn sich Corona weiterhin so explosiv ausbreitet. Der Supergau schlechthin! Der Vorsitzende des Weltärztebundes gibt zwar zu bedenken, dass die in der letzten Zeit geltenden Hygienemaßnahmen ausreichend hätten sein können, um die Ausbreitung zu bremsen: „Aber die Menschen sind zu unvernünftig.“ So isses, wa?

Tja, deswegen ist es nun wieder so weit. Am besten verbringen wir die nächsten vier Wochen ganz viel Zeit zu Hause – so viel Spannendes gibt es dann ja „da draußen“ eh nicht. Denn Freizeitangebote, bei denen sich viele, viele Menschen treffen, sind auch untersagt.

Ja, es ist so richtig nervig! Und das darf man auch so sagen.

Jeder von uns hat bestimmt mindestens eine Sache, die ihm der Shutdown so richtig vermiest hat – zusätzlich zur  Laune. Bei mir ist es beispielsweise der Schwimmkurs meiner Tochter, der gerade begonnen hatte. Wir waren so froh, einen Platz ergattert zu haben und sie hatte sich gerade daran gewöhnt, (dank Corona) ohne Mama und Papa ins Schwimmbad zu stiefeln. Ich hatte mich schon so drauf gefreut, dass sie bald schwimmen kann! Eine Sorge weniger im gewässerreichen Hamburg. Tja, aus die Maus bzw. das Seepferdchen 😉 Mal sehen, wann es weitergeht.

Ich will auch mal wieder tanzen gehen mit meiner Freundin und habe es geliebt, wieder ins Kino zu können. Ich bin auch so richtig genervt!

Aber: Nützt ja nix.

2020 war bisher nüscht und hat auch keinerlei Chancen mehr, das beste Jahr unseres Lebens zu werden. Sei´s drum. Denn: Es ist alles nötig! Wir müssen uns da jetzt durchbeißen, um irgendwann wieder Licht zu sehen. Wir werden für immer ein wenig geschunden bleiben von dieser Zeit, da bin ich mir ganz sicher. Aber trotzdem: Es wird doch auch wieder besser!

Und genau deswegen überstehe ich die kommenden vier Wochen auch noch. Und ihr auch! Tut es für Weihnachten, an dem wir uns hoffentlich wieder mit unseren Lieben treffen und knuddeln können. Ich würde das nämlich wirklich gerne tun. Nach diesem Jahr vielleicht sogar noch ein wenig lieber als sonst.

Und: Für viele, gerade ältere Menschen ist das Weihnachtsfest aber noch viel wichtiger als für mich. Denn sie wohnen vielleicht weit weg von ihrer Familie und sehen sie nur einmal im Jahr. Feiern in ihrem Seniorenheim die schönste Zeit des Jahres festlich mit ihren Mitbewohnern…

Vielen Menschen bedeutet Weihnachten wirklich sehr, sehr viel. Und deswegen sehe ich es ein, den Fuß die kommenden vier Wochen wieder vom Gaspedal zu nehmen.

Macht ihr mit? Bitte macht mit!

Wir könnten doch einfach etwas eher mit der Besinnlichkeit anfangen und es uns zu Hause schon einmal hübsch und heimelig machen. Schließlich sagt sogar schon eine Studie, dass es glücklich macht, möglichst früh seinen Adventsschmuck aus dem Keller zu holen!

via GIPHY

Und ihr Grinches da draußen:

Tut es für – euch. Und eure Familie und Freunde. Und die Nachbarn. Und all die, die es besonders hart treffen kann. Denn ein Weihnachtsfest im Kreise der Familie ist ein schönes Ziel vor Augen. Aber auch nicht alles. Am Ende geht es um viel mehr, nämlich um viele Menschenleben.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer fünfjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

Alle Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.