„Nachdem im Februar 2025 unsere Drillinge zur Welt gekommen sind, war unsere Familienplanung mit acht Kindern und einem Sternchen eigentlich abgeschlossen. Ich war absolut glücklich mit unserer Familie. Doch durch Umstände, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte, kam es dann doch anders als geplant.
Ende April habe ich erfahren, dass ich wieder schwanger bin.
Tatsächlich hatte ich selbst es schon vorher geahnt. Denn meine Hunde waren plötzlich extrem anhänglich, und ich habe mich irgendwie einfach anders gefühlt.
Der Test war dann auch wirklich schon sehr früh sehr deutlich positiv.
Meine erste Reaktion war große Angst – und der Gedanke, ob es vielleicht wieder Mehrlinge sein könnten.
Bei meiner letzten Schwangerschaft waren es ja Vierlinge, von denen leider ein Baby so krank war, dass wir es loslassen mussten. Doch meine Angst bestätigte sich nicht, dieses Mal ist es keine Mehrlingsschwangerschaft.
Dafür hatte der Arzt eine andere Überraschung für mich parat:
Nach insgesamt neun Jungs bekomme ich dieses Mal tatsächlich ein Mädchen.
Ehrlich gesagt habe ich erst einmal an dem Testergebnis gezweifelt. Und gefühlt das ganze Internet danach durchsucht, welche Gründe es geben könnte, warum das Ergebnis vielleicht doch nicht stimmt.
Ich war nämlich felsenfest davon überzeugt, dass es definitiv wieder ein Junge wird. Alles andere war für mich irgendwie gar nicht logisch. Wir waren sogar schon so weit, dass wir bereits einen Namen für ihn hatten.
Dass wir tatsächlich ein Mädchen bekommen, musste bei mir erst einmal ankommen bzw. brauche ich noch immer ein bisschen, um das zu realisieren.
Dabei habe ich mir tatsächlich kein bestimmtes Geschlecht gewünscht. Für mich war einfach nur wichtig, dass unser Baby gesund ist, und wir nicht noch einmal das Gleiche erleben müssen wie damals bei meinem Sternenkind.
Ob Junge oder Mädchen war für mich deshalb wirklich nebensächlich.
Auch mein Mann konnte kaum glauben, dass wir ein Mädchen bekommen.
Aber auch er hat sich riesig gefreut. Genau wie ich hätte er natürlich auch noch einen Sohn herzlich in unserer Familie willkommen geheißen. Aber dass er jetzt seinen Wunsch nach einer Tochter erfüllt bekommt, ist natürlich noch einmal anders schön.
Genau wie wir haben sich auch unsere Söhne riesig gefreut, dass sie eine kleine Schwester bekommen.
Der Wunsch kam bei ihnen über die Jahre immer mal wieder auf, und jetzt wurde er tatsächlich wahr.
Einen Vornamen für unsere Tochter zu finden, war übrigens sehr einfach.
Einen Mädchennamen hatten wie nämlich sogar schon bei den Drillingen. Da wollte mein Mann nur den letzten Buchstaben geändert haben, ungefähr so wie bei Marie und Maria.
Und beim Erstnamen unserer Tochter konnte ich mich auf eine Aussage meines Mannes von vor etwa 12,5 Jahren berufen. Damals sagte er nämlich zu mir, dass ich den Erstnamen bestimmen darf, wenn wir ein Mädchen bekommen. Tja, die Aussage vergesse ich natürlich nicht. Also haben wir es jetzt tatsächlich genauso gemacht.
Meine Schwangerschaft fühlt sich tatsächlich anders an als bei meinen Jungs.
Gerade die starke und langanhaltende Übelkeit und die extreme Erschöpfung in den ersten Monaten kannte ich in diesem Ausmaß von meinen anderen Schwangerschaften nicht. Auch meine Haut und Haare haben dieses Mal ordentlich gelitten.
Trotzdem hätte ich diese Unterschiede niemals mit dem Geschlecht in Verbindung gebracht.
Für mich waren das einfach Unterschiede von Schwangerschaft zu Schwangerschaft und kein Hinweis darauf, dass dieses Mal ein Mädchen in meinem Bauch wächst.
Mittlerweile sind die meisten Wehwehchen aber erst einmal abgeklungen, sodass es mir wirklich sehr gut geht. Auch zu Hause läuft es super, und wir können uns absolut nicht beschweren. Ich arbeite aktuell in Elternzeit in Teilzeit, und die Drillinge beginnen bald mit der Eingewöhnung im Kindergarten.
Auch die Schwangerschaft verläuft bisher völlig unauffällig und komplikationslos. Das freut mich nach der letzten Schwangerschaft natürlich extrem.
Trotzdem mache ich mir natürlich deutlich größere Sorgen, nach allem, was ich in der letzten Schwangerschaft erlebt habe.
Gerade jetzt nähere ich mich langsam der Schwangerschaftsphase, in der damals alles stark gekippt ist und aus einer Schwangerschaft plötzlich eine absolute Ausnahmesituation wurde.
Natürlich weiß ich, dass die Voraussetzungen dieses Mal völlig andere sind. Trotzdem sind diese Gedanken und Ängste einfach da, und ich denke, das ist nach so einer Erfahrung auch ziemlich menschlich.
Ich bin deshalb einfach froh, wenn wir diese Zeit gut überstanden haben und irgendwann an dem Punkt angekommen sind, an dem ich sagen kann: Jetzt liegt diese besonders kritische Phase hinter uns und wir müssen uns nicht mehr solche riesigen Sorgen machen, wie es damals bei den Drillingen der Fall war.
Unser Umfeld hat überwiegend sehr positiv auf die erneute Schwangerschaft reagiert.
Die meisten haben sich total für uns gefreut, besonders natürlich Freunde und Bekannte.
Sicherlich gibt es auch Menschen, die darüber lästern, urteilen oder meinen, sich ein Recht herausnehmen zu können, über unsere Familienplanung zu urteilen.
Aber ganz ehrlich: Das ist mir vollkommen egal.
Kommentare, die mich wirklich getroffen haben, gab es bisher tatsächlich gar nicht. Und wenn, dann habe ich sie nicht mitbekommen.
Für meine Tochter wünsche ich mir, dass sie zu einer selbstbewussten und starken Frau heranwächst.
Ich wünsche mir, dass sie ihren eigenen Weg geht und sich von Meinungen anderer Menschen nicht unterkriegen lässt. Sie soll immer wissen, dass wir für sie da sind, hinter ihr stehen und alles dafür geben werden, dass es ihr bei uns genauso gutgeht wie ihren Brüdern, und sie immer jemanden an ihrer Seite hat.
Tatsächlich mache ich mir in diesem Zusammenhang aber fast mehr Gedanken um meine Jungs. Ich wünsche mir sehr, dass sie sich niemals einreden lassen, ihre Eltern hätten jetzt ‚endlich ihr Ziel erreicht‘ oder ‚endlich das gewünschte Mädchen bekommen‘.
Denn damit wird gleichzeitig so getan, als wären unsere Söhne vorher nicht genauso gewünscht gewesen und das entspricht einfach überhaupt nicht unserer Geschichte.
Deshalb wünsche ich eigentlich allen unseren Kindern dasselbe:
Dass sie stark genug sind, sich von solchen Aussagen nicht verunsichern zu lassen, wissen, wie sehr wir jeden einzelnen von ihnen lieben, und dass wir als Familie immer so eng zusammenhalten, dass die Meinungen anderer daran nichts ändern können.
Und allen die fragen, ob unsere Tochter vielleicht auch noch mal große Schwester wird, kann ich sagen:
Nein, unsere Familienplanung ist zu 100 Prozent abgeschlossen.
Ich war schon vorher absolut glücklich mit unserer Familie und hatte nicht das Gefühl, dass uns noch irgendjemand fehlt.
Und ich bin auch ganz ehrlich: Ich möchte eine Schwangerschaft körperlich und emotional kein weiteres Mal durchstehen müssen. Selbst wenn diese Schwangerschaft weiterhin genauso komplikationslos verläuft, wie ich es mir wünsche, werde ich danach nicht an dem Punkt stehen und sagen: ‚Ach komm, noch eins.‘“
Liebe Line, vielen Dank für das Update! Wir wünschen dir und deiner Familie alles Liebe.
Jetzt sind wir gespannt: Wie viele Kinder habt ihr denn so – und hattet ihr ein Wunschgeschlecht? Schreibt es uns in die Kommentare oder diskutiert in unserem Forum.
„Nach 9 Jungs bin ich wieder schwanger – und es wird ein Mädchen!“
Von
Wiebke Tegtmeyer
17. September 2026