Manchmal bin ich so fertig, dass ich kaum aus dem Bett komme

„Heute war wieder ein Tag, den ich am liebsten aus dem Kalender streichen möchte.

Unser Sohn Lenny ist nun vier Monate alt. Wir hatten von Anfang an eine extrem schwierige Zeit.

Ich war drei Tage über dem errechneten Termin, doch zu meinem Charakter gehört, dass ich einer der ungeduldigsten Menschen auf diesem Planeten bin.

Geduld – eine Tugend die ich definitiv nicht mit in die Wiege gelegt bekommen habe; ebenso wenig wie mein Mann Daniel.

Ich merkte früh morgens, dass irgendwas anders ist. Ich spürte ein Ziehen in meinem Unterleib und wusste: Es geht los!

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Mein Mann – so dachte ich – müsste gleich Feierabend haben, denn sein 24h-Dienst als Rettungssanitäter geht immer von 07.30 Uhr bis 07.30 Uhr am nächsten Tag.

Zu meinem Bedauern hatte er natürlich noch einen Einsatz, so dass wir erst um 11.00 Uhr im Krankenhaus angekommen sind.

Ich hatte eine tolle und schnelle Geburt. Um kurz vor 18 Uhr kam unser erster Sohn Lenny gesund zur Welt gekommen.

Doch im Laufe unseres ersten Kennenlerntages und den darauffolgenden drei Nächten im Krankenhaus stand nach intensivmedizinischer Überwachung relativ schnell fest: Unser Sohn ist ein Speikind. GÖR nennen die Ärzte dieses Problem des Magenpförtners, wenn er die Speiseröhre noch nicht vollständig dichtmacht. Das führt dazu, dass der Mageninhalt zu lange in der Speiseröhre verbleibt und dort zu Schleimhautreizungen führt. Neugeborene müssen dann vermehrt spucken oder husten.

So, unser Sohn hat also einen Gastro-Ösophagealen-Reflux. Na wunderbar!

Schnell haben wir Spucktücher und Schlabberlätze nachgekauft, doch damit sollte nicht genug sein.

Wir verbrachten vier harte und lange Wochen mit tösendem und qualvollem Geschrei unseres Babys. Nichts war leicht. Niemand konnte uns helfen, niemand nahm uns ernst und niemand verstand so wirklich, dass wir uns zwar über unseren Sohn freuten, aber selbst am Ende waren.

Oft zweifelten wir an uns, oft an ihm und noch öfter – an unserer Liebe zu ihm. Ja, das mag sich krass anhören, aber wenn ihr mal ehrlich zu euch seid, dann stellt ihr auch fest, dass ihr zwar alles für eure Kinder tun würdet, jedoch am liebsten ohne permanentes Geschrei.

Uns ging es miserabel.

Auf der einen Seite die Freude über ein eigenes Baby, auf der anderen Seite über 16 Stunden Geschrei pro Tag und die damit zusammenhängend wachsende Verzweiflung.

Heute ist also wieder so ein Tag, an dem ich es gerade mal geschafft habe, mich zu duschen, meine Zähne zu putzen und einen BH unter meinem vollgespuckten Shirt zu tragen.

Lenny weint und weint und weint. Auf dem Arm, im Bett, auf der Spieldecke, in der Wippe.

Genau heute. Daniel war arbeiten. Ich war zu Hause mit dem Kleinen und wollte endlich mal wieder meine Mama und meine Geschwister besuchen. War wohl nichts…

Letzte Nacht habe ich knapp vier Stunden geschlafen – jedoch ausnahmsweise nicht wegen Lenny, sondern weil ich eine verrückte Affinität zu jedem Vollmond habe. Denn ohne dass ich es vorher weiß, schlafe ich furchtbar schlecht und drehe mich von A nach B, um am nächsten Morgen festzustellen, dass der weiße Keks am Himmel wieder in seiner vollsten Pracht leuchtet. Horror!

Zu meinem Unmut kam also auch noch Lennys Stimmungstief voll zum Ausdruck, und somit verbrachten wir unseren Tag gemeinsam verzweifelnd und abwechselnd weinerlich im Haus.

Ja, die Geduld mit einem schreienden Baby schwindet zwar langsam, aber sicher. Anfangs ist man noch einfühlsam und besorgt. Man probiert alles aus, was das Baby ruhig stimmen könnte. Dann die Flasche geben in der Hoffnung, dass dies das Problem war und es anschließend einschläft.

Heute konnte ich ihm nichts Recht machen, ebenso wenig wie er mir.

Daniel war immer noch unterwegs. Ein kurzes Telefonat ließ mir die Tränen über die Wangen schießen, denn: Ich konnte nicht mehr.

Ich war müde, erledigt und verzweifelt. Auf meinem Arm unser vier Monate alter Sohn –ebenso unzufrieden.

Spazieren gehen? Auto fahren, damit es uns besser geht?

Wäre keine schlechte Idee. Allerdings war ich so erschöpft, dass ich es nicht einmal in Erwägung gezogen habe, meine Jogginghose auszuziehen und mich nach draußen in die Zivilisation zu begeben.

Manchmal fühlt man sich einfach nur beschissen.“

Foto: privat

Mona, 28, aus Nordrhein-Westfalen ist seit August 2017 Mutter eines temperamentvollen Sohnes, wie sie selbst sagt. In ihrem Blog Planvoll-planlos erzählt sie von ihrem oft schwierigen Alltag, um anderen Mamas in der gleichen Situation Mut zu machen.

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