Viele Mütter kennen das Gefühl, ständig in Alarmbereitschaft zu sein. Was dahintersteckt und was Studien dazu herausgefunden haben.

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    Du schleppst dich morgens völlig übermüdet in die Küche. Die Nacht war wieder kurz. Das Baby war mehrfach wach, wollte gestillt werden, hat gequengelt oder sich unruhig hin und her gewälzt. Dein Partner kommt wenig später dazu, schenkt sich einen Kaffee ein und fragt ganz ehrlich überrascht: „War heute Nacht irgendwas?“

    In diesem Moment schwanken viele Mütter irgendwo zwischen Fassungslosigkeit und Neid. Denn während sie gefühlt bei jedem Seufzer, jedem Rascheln und jedem Mucks ihres Babys aufwachen, scheinen manche Väter selbst lauteres Weinen problemlos zu verschlafen.

    Genau über dieses Phänomen sprach auch Carolin Kebekus im Podcast von Echte Papas:

    Carolin Kebekus erzählt aus dem Leben als Mama.
    Carolin Kebekus erzählt aus dem Leben als Mama. Foto: Ben Knabe

    „Es gibt ja durchaus auch Väter, die harte Nächte haben. Aber meine Erfahrung – und die Erfahrung vieler Mütter, die ich kenne – ist, dass Väter manches einfach besser ausblenden können. Die wachen morgens auf und sagen: ‚Ach, gar nicht so schlimm.‘ Das Problem ist: Gerade wenn du stillst, bekommt der Vater oft gar nicht mit, dass du acht-, neun- oder zehnmal gestillt hast, besonders am Anfang. Du hörst ja jedes Geräusch und bist sofort wach.“

    Carolin Kebekus im Echte Papas Podcast

    Viele Mütter dürften sich in diesen Worten wiederfinden. Doch was steckt eigentlich dahinter? Gibt es einen Grund dafür, dass Mütter nachts oft deutlich sensibler auf die Signale ihres Babys reagieren?

    Veränderungen im Gehirn: Warum Mütter schneller wachwerden

    Tatsächlich zeigen mehrere wissenschaftliche Studien, dass Schwangerschaft und Geburt nicht nur den Körper verändern, sondern auch das Gehirn.
    Für besonderes Aufsehen sorgte eine Studie der Neurowissenschaftlerin Elseline Hoekzema von der Universität Leiden, die 2017 im renommierten Fachjournal Nature Neuroscience veröffentlicht wurde.

    Die Forschenden untersuchten Frauen vor und nach der Schwangerschaft und stellten fest, dass sich bestimmte Hirnregionen messbar verändern. Dieses Phänomen ist auch als „Muttertät“ bekannt. Betroffen waren vor allem Bereiche des Gehirns, die mit sozialer Wahrnehmung, Empathie und der Bindung zu anderen Menschen zusammenhängen.

    Die Wissenschaftler:innen vermuten, dass diese Veränderungen dabei helfen könnten, die Bedürfnisse eines Babys besser wahrzunehmen und auf sie zu reagieren. Schließlich ist ein Neugeborenes vollständig auf die Fürsorge seiner Bezugspersonen angewiesen.

    Gemeinsam ist es im Bett doch viel gemütlicher!
    Gemeinsam ist es im Bett doch viel gemütlicher! Foto: Adobe Stock

    Das, was Carolin Kebekus im Echte-Papas-Podcast erzählt, beschreibt also ein Phänomen, das tatsächlich auch die Wissenschaft beschäftigt. Zwar können Forschende nicht beweisen, dass Mütter deshalb grundsätzlich schlechter schlafen als Väter. Studien deuten aber darauf hin, dass sich das Gehirn nach der Geburt so verändert, dass Babysignale besonders schnell wahrgenommen werden.

    Erschwerender Faktor für Mamas Schlaf: Das Stillen

    Und auch das kennt Carolin Kebekus nur zu gut:

    „Ich bin zum Beispiel so eine Person: Ich kann nicht schlafen, wenn jemand an mir saugt. Es gibt Frauen, die dabei sofort wieder einschlafen können – ich kann das nicht.“

    Carolin Kebekus im Echte Papas Podcast

    Viele Eltern wünschen sich, die Nächte möglichst gerecht aufzuteilen. In der Realität stößt dieser Wunsch jedoch oft an Grenzen. „Ich glaube, gerade wenn man stillt, ist man einfach ein Stück weit gearscht“, sagt Kebekus offen. „Natürlich würde man tausendmal sagen: Komm, wir teilen uns das fifty-fifty. Klar kann der Vater aufstehen und die Windel wechseln, während man selbst stillt. Aber vieles bleibt trotzdem bei der Mutter.“

    Gerade in den ersten Monaten sind stillende Mütter nachts oft deutlich stärker eingebunden. Selbst wenn Partner wickeln, tragen oder beruhigen, bleibt das eigentliche Füttern häufig an der Mutter hängen.

    So unfair sich das in manchen Nächten auch anfühlen mag:

    Es liegt nicht daran, dass du überempfindlich bist oder dein Partner so unsensibel ist. Sondern daran, dass dein Gehirn sich auf eine der wichtigsten Aufgaben überhaupt eingestellt hat – für dein Kind da zu sein.

    Wie ist das bei euch? Werdet ihr nachts auch beim kleinsten Mucks eures Kindes wach, während euer Partner seelenruhig weiterschläft? Erzählt uns von euren Erfahrungen in den Kommentaren.

    4 Kommentare

  1. User Avatar
    KerstinAmalia

    Bei uns ist das genauso.Ich gehe abends bevor ich schlafen gehe, gefühlt 10 mal nach ihr gucken. Mama halt 😀 

  2. User Avatar
    Elisabeth

    Ich kenne das so gut und es zeigt einfach mal wieder wie krass wir Mamas sind! Diese Bindung zum Kind, die Veränderung des Körpers, ich bin jedes Mal wieder so erstaunt und fasziniert was wir alles können 😍 

  3. User Avatar
    Lauraa

    Ich find die neue Folge mit Carolin unglaublich erfrischend und so sympathisch authentisch. Von der Muttertät habe ich tatsächlich noch nie gehört und fand den zweiten Artikel dazu auch super spannend!!!

    • User Avatar
      Lena

      Ja, ich kann dir nur zustimmen! Ich finde ihre offene Art und einfach nur heilsam  ❤️ 

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