Irgendwann ist die Elternzeit vorbei und die Eingewöhnung in der Kita steht an. Aber wer sollte sie übernehmen – Mama oder Papa? Zwei unserer Redakteurinnen haben unterschiedliche Erfahrungen gemacht.

Inhalt dieses Artikels

    Gerade noch genießt man die Elternzeit mit dem Baby, und dann ist er plötzlich (und meistens viel zu schnell) da: Der Tag, an dem die Kita-Eingewöhnung startet.

    Und die ist auch in unserer Community immer wieder ein großes Thema. Viele Mamas haben Fragen dazu, sind unsicher oder machen sich Sorgen. Denn noch immer sind es in den meisten Fällen die Mütter, die die Eingewöhnung übernehmen.

    Aber ist das wirklich die beste Lösung? Bei uns in der Redaktion gibt es dazu unterschiedliche Erfahrungen – und wir sind gespannt, wie ihr das seht!

    Bei Redakteurin Wiebke hat der Papa beide Eingewöhnungen gemacht - und sie würde immer wieder so entscheiden.

    Redakteurin Wiebke sagt: „Dass Papa die Eingewöhnung gemacht hat, war die perfekte Lösung!“

    Als ich zum ersten Mal schwanger war, gab eine Freundin mir den Tipp, mich schon vor der Geburt um einen Kitaplatz zu kümmern. Fand ich damals etwas befremdlich, heute verstehe ich es gut. Also haben mein Mann und ich uns zeitig darangesetzt und zum Glück auch relativ schnell eine Kita gefunden, die uns gefiel und einen Platz frei hatte.

    Parallel haben wir besprochen, wie wir die Elternzeit aufteilen. Der Plan war, dass wir die ersten beiden Monate zusammen nehmen, ich dann bis zum ersten Geburtstag zuhause bleibe, und mein Mann im Anschluss zwei Monate mit der Kleinen allein hat.

    Damit war auch klar:

    Mein Mann würde die Kita-Eingewöhnung übernehmen.

    Als wir das bei der Vertragsunterzeichnung dem Kita-Leiter sagten, konnte ich seine Erleichterung deutlich spüren.

    Auf meine etwas irritierte Nachfrage erklärte er, dass diese Variante häufig die entspannteste für alle Beteiligten sei.

    Hm, ehrlich gesagt war ich fast ein bisschen beleidigt. Aber wisst ihr was? Inzwischen glaube ich, er hatte einfach recht! Und zumindest für uns war es im Nachhinein auch die beste Entscheidung.

    Denn als meine Elternzeit sich dem Ende näherte, schlich sich nach und nach die Wehmut in mein Herz.

    Meine Tochter war doch noch so klein – und ich fühlte mich wie eine Rabenmutter.

    Ich bin mir sicher, mir wäre der Abschied morgens an der Kita-Tür schwerer gefallen als meiner Kleinen selbst. Es hätte mir das Herz gebrochen, sie abzugeben, wenn sie weint. Und das hätte sie natürlich auch gemerkt.

    Mein Mann ist also mit ihr zur Eingewöhnung gegangen, während ich an meinem ersten Tag nervös bei der Arbeit saß. Gespannt wollte ich abends wissen, wie es gelaufen ist. Und was hat er erzählt?

    Unsere Tochter ist direkt losgelaufen und hat mit den anderen Kindern gespielt.

     So blieb es fast die gesamten vier Wochen lang. Natürlich gab es Ausnahmen, aber alles in allem war die Eingewöhnung entspannt.

     

    Und ich bin mir sehr sicher, dass es auch daran lag, dass mein Mann in solchen Situationen deutlich ruhiger ist als ich. Das merkt natürlich auch meine Tochter.

    Deshalb war auch bei unserem zweiten Kind schnell klar: Wir machen es wieder genauso.

    Dieses Mal war die Eingewöhnung allerdings deutlich schwieriger.

    Denn im Gegensatz zu unserer Tochter konnte mein Sohn sich morgens gar nicht gut trennen. Er weinte viel, klammerte sich an Papas Bein fest und wollte auf keinen Fall allein dort bleiben.

    Mein Mamaherz blutete, und mein Mann erzählte nur das Nötigste, damit ich mir nicht noch mehr Gedanken machte. Doch eines Tages hielt ich es nicht mehr aus: Ich ging selbst in die Kita, um mit der Erzieherin zu sprechen. Sie versuchte, mich zu beruhigen, und als ich völlig aufgelöst vor ihr stand, hatte ich plötzlich wieder den Satz der Kitaleitung im Kopf:

    Wie war das noch mal, mit Papa ist es für ALLE Seiten entspannter? Da hatte er wohl recht…

    Doch obwohl die Eingewöhnung dieses Mal länger dauerte, ging am Ende alles gut. Mein Sohn weinte noch hier und da beim Abschied, beruhigte sich aber, sobald Papa durch die Tür war.

    Sogar der Mittagsschlaf in der Gruppe klappte irgendwann, und auch sonst hat der Kleine sich gut eingelebt.

    Ich sage euch ehrlich, auch wenn es zwischendurch für mich härter war als gedacht: Ich würde es immer wieder so machen.

    Denn inzwischen bin ich überzeugt, dass unsere Kitaleitung recht hatte – zumindest in unserem Fall.

    Viele Papas sind in solchen Situationen einfach weniger emotional und dadurch automatisch entspannter.Das überträgt sich natürlich auch auf die Kinder, Und die Erzieher*innen sind bestimmt auch dankbar, wenn neben dem weinenden Kind nicht auch noch eine aufgelöste Mutter steht.

    Deshalb kann ich diese Aufteilung aus meiner Sicht nur empfehlen.“

     

    Content Directorin Marie hat zwei Kita-Eingewöhnungen mitgemacht. Foto: privat
    Content Directorin Marie Kahle hat zwei Kita-Eingewöhnungen mitgemacht. Foto: privat

    Content Directorin Marie hat schon mehrere Kita-Eingewöhnungen mitgemacht. Würde sie es wieder genauso machen?

    Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich die Kita-Bewerbung ausgefüllt habe: Ich war im sechsten Monat schwanger, unsere Tochter – wir wussten zu diesem Zeitpunkt schon, dass es ein Mädchen wird – hatte noch keinen Namen und ein Alltag mit Baby schien mir noch meilenweit entfernt. Doch nun stand ich mit vielen anderen Eltern in der kleinen Kita, und spätestens als sich einige werdende Mamas und Papas wie bei einem Vorstellungsgespräch benahmen, wusste ich: Ein Platz in der Kita der Wahl musste DER Jackpot sein.

    Also trug ich in das Formular beim Namen des Kindes kurzerhand „XY“ und einen ungefähren Startzeitpunkt ein und hoffte, dass sie uns mit ein bisschen Anfängerglück nehmen würden.

    Wir bekamen tatsächlich den Platz. Und da mein Mann damals Vollzeit und quasi rund um die Uhr gearbeitet hat, stand ohnehin nicht zur Debatte, wer die Elternzeit übernehmen würde.

    Dreimal dürft ihr raten.

     

    Heute würde ich mich mit der Frage viel intensiver auseinandersetzen.

    Denn sie kann Frauen zu mehr Gleichberechtigung verhelfen, weil der gesamte Mental Load rund um Betreuungszeiten, Schließtage, Geburtstagsmitbringsel und Spieldates dadurch nicht allein bei der Mutter landet. Beim ersten Kind wusste ich davon noch nichts und dachte ganz naiv: „Wie fordernd kann ein Kita-Alltag schon sein?“

    Hinzu kam allerdings auch, dass ich extrem neugierig bin.

    Ich wollte von Anfang an wissen, wer mein Kind betreut – gerade bei meiner ersten Tochter hatte ich den Wunsch, jeden Entwicklungsschritt, jede neue Phase mit zu begleiten.

    Ich wollte wissen, wer ihre Kita-Freunde sind und welche Eltern dazu gehören, ob sie gut geschlafen und gegessen hat. Informationen, die mein Mann mir natürlich hätte weitergeben können. Doch weil er auf Nachfragen meist mit einem einzigen „gut“ antwortet, wollte ich sichergehen, dass ich nichts verpasse.

    Ich muss allerdings sagen:

    Die Kita-Eingewöhnung hat mir auch beim Abnabelungsprozess geholfen.

    Meine Kinder sind relativ früh in die Kita gegangen. Mit der Eingewöhnung haben wir begonnen, als meine Töchter jeweils 11 Monate alt waren, weil ich nach einem Jahr wieder arbeiten gehen wollte.

    Ich hatte ein neues Jobangebot in Aussicht und sollte so schnell wie möglich starten. Da ich damals teilweise noch gestillt habe und zuvor 24/7 mit meinen kleinen Menschen verbracht hatte, war eine langsame Eingewöhnung nicht nur für meine Kinder wichtig, sondern genauso auch für mich.

     

    Auch ich als Mama musste Schritt für Schritt in die neue Lebensphase eingewöhnt werden.

    Würde ich beim dritten Kind auch noch die Eingewöhnung übernehmen? Wohl kaum.

    Nach den ersten Tagen der Kita-Eingewöhnung sind meist nicht nur meine Kinder in einen tiefen Schlaf gefallen, sondern auch ich. Die Unruhe vor Ort, all die kleinen Menschen, die verschiedenen Gerüche und die unzähligen Eindrücke haben uns beide fix und fertig gemacht. Nach Monaten in unserer ruhigen, kleinen Babybubble war das für uns fast wie ein kleiner Schock.

    Auch wenn sich meine beiden Töchter von Anfang an wohl und aufgehoben gefühlt haben, bekommt man als Erwachsene eben doch einiges mehr mit. Ich habe großen Respekt davor, was Erzieher*innen tagtäglich alles wuppen und meistern – und das bei dieser immensen Lautstärke.

    Mein Fazit: Ich habe mehrere Kita-Eingewöhnungen miterlebt. Manche waren sehr emotional, manche aufreibend, andere entspannt und kurzweilig. Aber immer war es ein unglaublich intensiver Prozess.

    Auch wenn wir mit der Familienplanung abgeschlossen haben, würde ich heute die Eingewöhnung beim dritten Kind dem Papa überlassen. Würde ich allerdings heute noch einmal mein erstes Kind bekommen, säße höchstwahrscheinlich wieder ich im Morgenkreis – einfach, weil ich mir diesen Entwicklungsschritt nicht entgehen lassen möchte.

     

    Wie sieht’s bei euch aus? Wer hat die Kita-Eingewöhnung übernommen – Mama oder Papa? Verratet es gern in den Kommentaren. 

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