Wie die Koalition um Bundeskanzler Friedrich Merz bekannt gegeben hat, soll das Kindergeld bis zum Jahr 2028 in zwei Stufen voraussichtlich auf insgesamt 272 € pro Kind steigen. Aktuell liegt es bei 259 € pro Monat, das heißt, Eltern bekommen dann 13 € monatlich mehr für jedes Kind.
Wann genau die Kindergeld-Erhöhungen geplant sind, und wie hoch sie bei den einzelnen Stufen ausfallen wird, dazu gibt es aktuell noch keine Details.
Zuletzt wurde das Kindergeld Anfang des Jahres 2026 erhöht: Zum 1. Januar stieg es von 255 € auf 259 € pro Kind.
Kindergeld gibt es bald automatisch
Eine weitere Änderung gibt es beim Kindergeld-Antrag: Der soll nämlich in Zukunft komplett wegfallen. Heißt, Eltern bekommen die Zahlung nach der Geburt eines Kindes automatisch und müssen sich nicht mehr durch einen Dschungel aus Formularen und Bürokratie quälen.
Ab März 2027 soll das zunächst für Familien gelten, die bereits ein älteres Kind haben und ein Baby bekommen. Ab November 2027 ist die antragslose Auszahlung dann auch für alle Neu-Eltern geplant.
Der Kinderfreibetrag steigt
Neben dem Kindergeld will die Regierung auch den Kinderfreibetrag erneut anheben. Aktuell liegt er bei 6.828 € pro Kind bzw. 3.414 € pro Elternteil. So viel wird vom steuerpflichtigen Einkommen der Eltern abgezogen, um das Existenzminimum des Kindes zu sichern.
Vom Kinderfreibetrag profitieren im Normalfall vor allem Familien mit mittlerem bis höherem Einkommen. Das Finanzamt prüft bei der Steuererklärung automatisch, ob Kindergeld oder Kinderfreibetrag sich mehr für euch rechnen.
Ab wann und um wie viel der Kinderfreibetrag steigen soll, ist aktuell noch offen.
So hoch ist die Entlastung für Familien wirklich
Klingt alles gut, oder? Aber was bedeutet das jetzt konkret? Das Ministerium hat ausgerechnet, dass eine Familie mit zwei Kindern und einem Jahreseinkommen von rund 60.000 € ab dem Jahr 2028 ungefähr 50 € mehr im Monat zur Verfügung hätte, also etwa 600 € im Jahr.
Wenn beide Elternteile ein monatliches Brutto-Einkommen von jeweils 2.800 € haben, kämen sie mit zwei Kindern im Jahr auf etwa 632 € mehr. Liegt das Einkommen bei jeweils 3.200 € brutto, wären es rund 642 €, verdienen beide Elternteile jeweils 5.000 € brutto, hätten sie ca. 678 € jährlich mehr zur Verfügung.
Auch Alleinerziehende sollen von den Maßnahmen profitieren: Mit zwei Kindern und einem Bruttogehalt von 2.800 € von einem jährlichen Plus von rund 468 €, bei 3.200 € wären es 471 €, bei monatlichen 5.000 € hätten sie etwa 496 € zur Verfügung.
Aber: Kürzungen beim Wohngeld
Allerdings gibt es leider auch eine Maßnahme, die viele Familien finanziell treffen wird: Gleichzeitig zu den Erhöhungen von Kindergeld und Co. will die Regierung nämlich ab 2027 das Wohngeld kürzen. Dabei soll unter anderem die Heizkostenpauschale und die Vermögensgrenze für Antragsteller*innen gesenkt werden.
Was haltet ihr von den Maßnahmen – ausreichend oder ein Tropfen auf dem heißen Stein? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare oder diskutiert in unserem Forum.
Ich finde es ist ein Tropfen aufm heißen Stein, aber besser nix.Ich würde mir bessere Überprüfungen wünschen, ich zb. kenne Familien die finanziell sehr gut aufgestellt sind, jedoch auch von den Unterstützungen Profitieren.Während andere Familien jeden Cent umdrehen müssen,(trotz Unterstützung) und jeden monat bangen müssen keine spontanen Rechnung zu bekommen.Wir haben z.b nur ein kind und diese 2 jahre Elternzeit die jetzt bei mir enden, waren finanziell die nervenaufreibenste zeit meines Lebens.
Liebe Hanna,
vielen Dank für Deinen Kommentar. Das Kindergeld ist ja (anders als das Elterngeld) grundsätzlich unabhängig vom Einkommen. Das heißt, jedes Kind in Deutschland bekommt diese Zahlung, um das Existenzminimum zu sichern. Das finde ich grundsätzlich auch gut! Trotzdem verstehe ich natürlich, dass die Situation finanziell schwierig für euch war. Es ist wirklich traurig, dass so viele Familien diese Sorgen haben. Habt ihr den Elterngeld beklommen? Und was hättest Du Dir für euch gewünscht bzw. was hätte euch geholfen?
Liebe Grüße