Kind, Kegel und Corona – Ich könnte heulen. Und ich tu’s!

Achtung, hier kommt ein Seelen-Striptease. Ich bin überfordert, und zwar so richtig. Home Office + Kind + Haushalt + Corona-News machen mich fertig. Geht es euch auch so?

Seit wir alle zuhause hocken, sieht unsere Wohnung aus, als hätten wir wilde Partys gefeiert (schön wär’s). Der Boden klebt, das Waschbecken hat Matschflecken wie von einer Horde Bauarbeiter, die Wäsche ist ein einziger Berg, der nie kleiner wird. Mein Kind erobert kontinuierlich die ganze Bude. Höhle bauen im Wohnzimmer macht riesig Spaß. Aber ich muss sie jeden Abend wieder abbauen, um das Sofa benutzen zu können. Malen und basteln auf dem Esstisch ist eine feine Sache: Würde mein Kleiner abends mithelfen, aufzuräumen, damit wir irgendwo essen können. In jedem Raum – sogar in der Vorratskammer! – finde ich Spielzeug, trete drauf und fluche innerlich.

Tadaaa, Jackpot, mein Sohn hat außerdem gerade einen Schub: In der einen Sekunde ist er total kuschelig und nähebedürftig, in der nächsten kriegt er einen Wutanfall weil der Kakao in der falschen Tasse ist. Einerseits spielt er, noch ein Baby zu sein, andererseits ärgert er sich tierisch, weil seine gemalten Bilder in seinen Augen „nicht gut“ aussehen. Ein Kind wie eine Tretmine. Und ich eiere drum herum und vergesse dabei manchmal fast das Atmen.

Das Leben mit Kind ist eben nicht immer ein Ponyhof, auch nicht zu Nicht-Corona-Zeiten. (Aber wir lieben unsere Mäuse trotzdem, mehr als alles andere auf der Welt!!!)

Wann wird unser Leben wieder wie früher?

Mein Kleiner vermisst die Kita und fragt jeden Tag, ob das Virus denn nun endlich weg sei. Oder ob dieses Corona an seinem Geburtstag in zwei Wochen verschwunden sei, damit er Freunde einladen kann. Ich sehe in seine erwartungsvollen Augen und es zerreißt mir das Herz. Wie gern würde ich ihm Hoffnung machen, sagen dass alles gut ist und sein Leben wieder wie früher sein wird. Stattdessen nehme ich ihn in den Arm, tröste ihn, bin stark für meinen kleinen Schatz. Für ihn blende aus, dass ich mir Sorgen mache um die Gesundheit meiner Eltern und Großeltern. Für ihn verdränge ich, dass ich meine Freundinnen und lustige Playdates mit anderen Kids Tag für Tag mehr vermisse. Ich bin stark, so lange mein Kind wach ist.

Es ist zum Heulen …

Aber abends, wenn er schläft, könnte ich heulen. Man kommt zu nichts. Die E-Mails stapeln sich, die Töpfe und Pfannen auch. Eigentlich würde ich gern noch ein paar liebevolle Worte mit meinem Mann wechseln, aber ich bin einfach nur platt. Ich lasse den Tag Revue passieren und merke, wie gereizt und angespannt ich manchmal zu meinem Kleinen war. So gar nicht die Mama, die ich sein will! Zugleich zweifle ich an mir: Wie machen das Familien mit mehreren Kindern? Wie schaffen das Alleinerziehende? Habe ich überhaupt das Recht, platt zu sein, wo es andere so viel schwerer haben?

Aber wisst ihr was: Ich lasse den Tränen freien Lauf. Ihr auch? Irgendwie ist es schön, zu wissen, dass man damit nicht alleine ist. Die meisten Tränen fließen zwischen 18 und 22 Uhr, wie der niederländische Psychologe Ad Vingerhoets in der International Study of Adult Crying herausfand. Darunter sind bestimmt viele Mamas am Limit. In sich hineinfressen ist keine Lösung, erst recht nicht, wo wir alle wegen Corona im selben Boot sitzen. Das bringt nur innerliche Anspannung, Wut im Bauch und eine Antriebslosigkeit, die auch mein Kind und mein Partner spüren. Bringt nix! Also: Lasst uns heulen. Raus damit! „Wir sollten öfter weinen“, meint zum Beispiel die Dipl. Psychologin Bettina Löhr im Interview mit Orthomol. Beim Weinen werden nämlich Glückshormone, schmerzstillende und beruhigende Stoffe freigesetzt. Das löst die Spannung und wir fühlen uns nach dem Heulen wunderbar gereinigt und befreit. Weinen gibt uns also genau das, was wir bei der momentanen Überforderung dringend brauchen: Entspannung und Beruhigung.

Was noch hilft, den Alltagsstress zu meistern:

Kleine Pausen zum Durchatmen

Oft leichter gesagt als getan, aber: Ein Kind kann auch mal kurz alleine spielen. Mamas müssen auch dafür sorgen, dass es ihnen selbst gut geht. Denn nur wenn wir auch mal verschnaufen können, können wir die löwenstarke Mama sein, die wir gern sein wollen. Ich kündige meinem Sohn also kurz an, dass ich mir eine Tasse Tee mache, setze mich in die Küche und genieße einige Minuten Ruhe. Das klappt seit einiger Zeit prima, alles eine Frage der Übung: Mein Kleiner kann nämlich darauf vertrauen, dass ich mich danach wieder voll und ganz ihm widme. Mit frischer Energie und ausgeglichenerer Laune.

Du bist was du isst

Bei Überforderung stopfe ich mir leider nicht nur ein kleines Stückchen Schokolade, sondern direkt die ganze Packung rein. Hallo, Zuckerschock! Mittel- und langfristig belastet das meinen Körper unnötig. Besonders in anstrengenden Zeiten braucht er nämlich volle Power. Also: Öfter eine Obstpause statt Schoki und Dinkelpasta statt Burger. Neben einer ausgewogeneren Ernährung probiere ich auch gerade spezielle Nahrungsergänzungsmittel wie Orthomol „Vital f“ aus der Apotheke, um meine Nerven zu stärken und Erschöpfung vorzubeugen. In den kleinen Trinkfläschchen (die ziemlich lecker sind) stecken B-Vitamine, Magnesium, Zink und viele weitere Dinge, die mir gut tun und mir helfen, mich belastbarer zu fühlen. Vor allem in Phasen wie jetzt, in denen das Leben sehr herausfordernd und man selbst 24/7 gefordert ist!

Vitamine und Orthomol „Vital f" für mehr Power

Vitamine und Orthomol „Vital f“ für mehr Power

Alle miteinspannen

Das Bad muss dringend geputzt werden? Dann kommt der Kleine mit Schwamm in die Wanne und darf mitschrubben, während wir laut ein Hörbuch über Meeres-Dinosaurier hören. Die Blumen trocknen traurig vor sich hin? Mein Mann hat einen grünen Daumen entwickelt, denn das ist sein Bereich. Alle in einer Wohnung, alle packen mit an!

3, 2, 1 – los: Bewegung!

Jeden zweiten Tag stelle ich mir den Wecker eine halbe Stunde früher und gehe laufen. Der Schweinehund ist zugegeben richtig fies, aber die Entspannung danach macht’s wett. Und wenn Corona vorbei ist, renn ich vermutlich einen Halbmarathon. Frische Luft tut auch dem Kind gut – also dränge ich ihn jeden Tag, raus zu gehen (mit Sicherheitsabstand und in leeren Abschnitten des Parks). Er fährt Fahrrad, ich gehe – und das ziemlich zackig, denn der Kleine hat eine ordentliche Geschwindigkeit drauf.

Perspektiv-Wechsel

Ist es wirklich so wild, wenn der Haushalt das reinste Chaos ist? Wen juckt’s, so lange die Familie gesund und munter ist! Klar, #Zuhausebleiben ist (be)eng(end). Aber es bietet auch die einzigartige Möglichkeit, mit den liebsten Menschen, die wir haben, Zeit zu verbringen. Wir verpassen nichts von unseren Kleinen, die wir normalerweise (mindestens) den halben Tag in der Fremdbetreuung haben. Und wenn’s ganz hart kommt, versuche ich, diese ganze irrwitzige Situation wenigstens mit einem Lächeln zu nehmen. Denn „Humor ist ein großer Gesundheitsfaktor – Lachen baut das Stress-Hormon Cortisol ab und wirkt Serotonin-bildend. Serotonin wirkt wie ein körpereigenes Antidepressivum“, so die Dipl. Psychologin Bettina Löhr gegenüber Orthomol.

Ihr Lieben: Heult doch auch einmal! Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern tut sooo gut. Und es ist total okay, erschöpft zu sein. Gerade in Zeiten wie diesen. Passt auf euch auf und bleibt gesund! 

Vitesse Schleinig

Aus der Münchner Verlagswelt kam ich vor rund zehn Jahren in die Hamburger Online-Welt, wo ich seither texte, was die Tastatur hergibt. Das Leben mit meinem Mann und unserem 3-Jährigen nehme ich mit Humor, Liebe – und viel Yoga. Und ich bin überzeugt, dass aus willensstarken Kindern großartige Erwachsene werden. Ganz bestimmt!

Alle Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.