Der CDU-Politiker Jens Spahn und sein Ehemann Daniel Funke dürfen sich über ganz besonderes Familienglück freuen: Die beiden sind Eltern eines Sohnes geworden. Für Spahn und seinen Mann beginnt damit ein ganz neuer Lebensabschnitt.
Wie der CDU-Politiker gegenüber der Bild-Zeitung bestätigte, kam Sohn Georg in den USA zur Welt. Ausgetragen wurde er von einer Leihmutter. In einer persönlichen Nachricht an Familie und Freunde schreiben die beiden: „Unser Sohn Georg hat das Licht der Welt erblickt.“ Weiter heißt es, sie seien „schockverliebt“ und freuten sich auf ihr gemeinsames Leben zu dritt.
Daniel Funke verkündete die frohe Botschaft auch über ein Foto bei Instagram, das ihn und seinen Mann mit einem Kinderwagen zeigt.
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Laut Medienberichten ist Daniel Funke der leibliche Vater des Jungen. Auch Jens Spahn machte deutlich, wie überwältigend die Gefühle für den kleinen Georg sind:
„Mein Mann ist Papa geworden, und ich mit ihm. Georg ist unser ganzes Glück. Dieses Gefühl lässt sich kaum in Worte fassen.“
Jens Spahn gegenüber der Bild
Dass das Paar seinen Sohn mithilfe einer Leihmutter bekommen hat, sorgt allerdings auch für Diskussionen. Denn in Deutschland ist die Leihmutterschaft verboten. Für viele männliche homosexuelle Paare ist der Kinderwunsch deshalb nur über eine Adoption oder eine Leihmutterschaft im Ausland erfüllbar.
Doch das finden nicht alle gut. In den Kommentaren unter dem Post von Daniel Funke finden sich neben Glückwünschen auch einige kritische Stimmen wie diese: „Sollte es zutreffen, dass das Kind von einer Leihmutter in den USA ausgetragen wurde, um die deutsche Rechtslage zu umgehen, dann finde ich das gerade bei einem Spitzenpolitiker mehr als verwerflich.”
Bei einigen stößt sauer auf, dass Spahn als Bundesgesundheitsminister 2020 den Vorstoß der FDP abgelehnt hatte, zumindest die altruistische (nicht-kommerzielle) Leihmutterschaft unter bestimmten Auflagen zu erlauben. Sein Ministerium begründete dies damals unter anderem mit dem Kindeswohl und der rechtlichen Eindeutigkeit der Elternschaft.
Warum wird über Leihmutterschaft so kontrovers diskutiert?
Kaum ein Thema rund um den Kinderwunsch wird so emotional diskutiert wie die Leihmutterschaft. Kritiker:innen befürchten, dass Frauen – insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Situationen – unter Druck geraten oder ihr Körper kommerzialisiert wird. Außerdem wird immer wieder die Frage gestellt, wie die Rechte der Leihmutter und des Kindes bestmöglich geschützt werden können.
Gleichzeitig weisen Befürworter:innen darauf hin, dass eine streng regulierte und freiwillige Leihmutterschaft für Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch oder für gleichgeschlechtliche Männer oft die einzige Möglichkeit ist, eine Familie zu gründen.
Gut zu Wissen
In Deutschland ist die Leihmutterschaft verboten. Das bedeutet: Eine Frau darf hierzulande kein Kind für andere austragen. Deshalb entscheiden sich manche Paare oder Einzelpersonen für eine Leihmutterschaft im Ausland, wo sie in einigen Ländern unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt ist – unter anderem in Teilen der USA, in Kanada, Griechenland, Georgien und Kolumbien – allerdings gelten dort jeweils unterschiedliche gesetzliche Regelungen.
Wir finden: Hinter jeder Debatte stehen echte Familien und echte Kinder. Umso wichtiger ist es, respektvoll über das Thema zu sprechen – und dabei sowohl den Wunsch nach einer Familie als auch den Schutz aller Beteiligten im Blick zu behalten.
Wie siehst du das? Sollte eine streng geregelte Leihmutterschaft auch in Deutschland erlaubt sein? Oder warum bist du dagegen? Wir freuen uns auf einen respektvollen Austausch in den Kommentaren.
Anmerkung der Redaktion: Wie die Bild-Zeitung berichtet, ist Jens Spahn nun (Stand: Samstag, der 18. Juli 2026) aus seinem Amt zurückgetreten. Der Unions-Fraktionschef habe in einem Schreiben der CDU/CSU seinen Rücktritt erklärt. Darin hieß es: „Mir ist in den letzten Tagen bewusst geworden, dass mein persönliches Glück, gemeinsam mit meinem Mann eine Familie zu gründen und Vater zu werden, nicht vereinbar ist mit meinem politischen Amt“.
Bundeskanzler Friedrich Merz habe Spahn wohl vorher zum Rücktritt aufgefordert.
Eine Leihmutterschaft kostete Jens Spahn die Karriere. Zu Recht?
Von
Lena Krause
19. Juli 2026