Auf der Einladung zur Hochzeit steht ausdrücklich „ohne Kinder“. Geht gar nicht oder kein Problem? Die Mamas aus unserer Community sind unterschiedlicher Meinung – genau wie wir!

Inhalt dieses Artikels

    Neulich erreichte uns die aufgeregte Nachricht einer Mama: Ihre Freundin hatte sie zu ihrer Hochzeit eingeladen – und zwar ohne ihre Kinder. Jetzt war sie in einer Zwickmühle, denn natürlich wollte sie einerseits die Hochzeit nicht verpassen, andererseits fühlte sie sich auf den Schlips getreten, weil ihre Kinder nicht erwünscht waren. Als wir in der Redaktion darüber sprachen, ging auch bei uns die Diskussion los.

    Denn zwei unserer Autorinnen haben dazu unterschiedliche Meinungen. Während eine kinderfreie Hochzeit für die eine kein Problem ist, und sie es sogar ein bisschen genießt, findet die andere es nicht okay, Kinder komplett auszuschließen.

    Aber lest mal selbst – auf welcher Seite steht ihr?

    "Ich war schon ohne Kinder bei einer Hochzeit und habe den Abend genossen!" Foto: privat

    Unsere Redakteurin Wiebke findet: Ohne Kinder zur Hochzeit eingeladen? Voll okay!

    Die letzte Hochzeit, zu der ich eingeladen war, ist schon ein bisschen her. Meine Kinder waren noch sehr klein, der Weg war wirklich weit, aber ich wollte die Feier auf keinen Fall verpassen. Also habe ich mich in die Bahn gesetzt und bin allein gefahren. Und ganz ehrlich:

     

    Ich habe den Abend wirklich genossen. Kein ständiges Hinterherlaufen, kein „Mama“ in Dauerschleife, kein frühzeitiger Aufbruch, weil die Kinder ins Bett müssen.

    Stattdessen ein Abend ganz für mich (naja, und die 70 anderen Gäste), an dem ich an nichts anderes denken musste. Das kommt als Mama doch wirklich selten genug vor, oder?

    Natürlich ist es etwas Anderes, ob man das selbst entscheidet, oder Kinder auf der Einladung ausdrücklich ausgeladen werden. Aber wisst ihr was? Auch das kann ich verstehen – und das sage ich als Zweifach-Mama.

    Denn schließlich gehört der Tag ganz allein dem Brautpaar.

    Und ganz ehrlich: Ich liebe meine Kinder wirklich über alles. Aber ich weiß eben auch, wie schwer es ihnen oft fällt, stillzusitzen und ruhig zu sein. Wie oft es Geschrei gibt, Gläser umfallen oder (unabsichtlich) Essen auf dem Boden verteilt wird – auch heute noch. Und ich kann verstehen, dass jemand genau das auf seiner Hochzeit eben nicht möchte. Sondern stattdessen eine ruhige Feier und die volle Aufmerksamkeit der Gäste.  Das wird (je nach Alter der Kinder) erfahrungsgemäß eher schwierig, wenn Mama und Papa durchgehend ein Auge auf den Nachwuchs haben (sollten).

    Apropos Mama und Papa:

    So eine kinderfreie Hochzeit ist doch eine tolle Gelegenheit, um endlich mal wieder Zeit zu zweit zu genießen.

    Einen schönen Abend als Paar zu verbringen und nicht als Eltern. Und nicht ständig auf die Uhr zu schauen, damit es für die Kleinen nicht zu spät wird.

    Und wenn es zeitlich einfach gar nicht passt, der Babysitter keine Zeit hat, oder ich meine Kids nicht allein lassen möchte – dann muss das Brautpaar eben mit einer Absage leben.

    Ich finde, das klingt alles in allem nach einem guten Deal.

    Eine Hochzeit ohne Kinder? Ein Mehraufwand und nicht immer möglich, findet Content Directorin Marie.
    Eine Hochzeit ohne Kinder? Ein Mehraufwand und nicht immer möglich, findet Content Directorin Marie. Foto: Oezlem Oeszoy

    Warum sollten wir Kinder an diesem schönen Tag Außen vor lassen, fragt sich Content Directorin Marie:

    „Wenn ich meine Kinder nach Erlebnissen frage, die ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind, erzählen sie oft von den Hochzeiten auf denen sie waren. Die ganz besondere, festliche Stimmung, die Musik, die Reden und die Zeremonie hat sie beeindruckt und ich habe es genossen, diese Momente gemeinsam mit ihnen zu verbringen.

     

    Babys lassen sich schwer weg organisieren und größere Kinder können ein wertvoller Teil des Festes sein.

    Früher als die Kinder noch sehr klein waren, war ich stark genervt, wenn auf Einladungen stand: adults only.

    Zum einen, weil plötzlich unzählige zusätzliche Fragen und Herausforderungen auftauchten: Können Oma und Opa auf die Kinder aufpassen? Klappt eine Nacht ohne Stillen? Wie viel Milch muss ich dafür abpumpen? Nimmt mein Kind überhaupt die Flasche? Oder brauchen wir am Ende sogar noch ein zusätzliches Zimmer für Oma, damit sie die Kinderbetreuung übernehmen kann?

    Noch bevor die Hochzeit begonnen hatte, war ich von der ganzen Organisation schon völlig durchgeschwitzt.

     

    Hinzu kommt, dass es mich bis heute beschäftigt, wie oft Kinder von bestimmten Orten oder Veranstaltungen ausgeschlossen werden.

    Erst als ich Mutter wurde, fiel mir auf, wie viele Türen sich plötzlich schließen, sobald man ein Baby hat. In mein Lieblingsgeschäft konnte ich mit dem Kinderwagen nicht hinein, weil am Eingang einige schmale Stufen nach unten führten. Das Hotel, das mein Mann und ich so gern besucht hatten, erlaubte keine Kinder. Und auch in vielen Restaurants oder Cafés hatte ich eher das Gefühl, kritisch beäugt als willkommen geheißen zu werden. Selbst die Gänge meiner Lieblingsdrogerie waren so eng, dass ich mit dem Kinderwagen kaum hindurchkam – und meine Tochter mochte die Trage überhaupt nicht. Für einige Monate waren all diese Orte deshalb schlicht keine Option mehr.

    Und dann auch noch Hochzeiten ohne Kinder? Das fand ich immer schade. Denn Kinder können eine Feier auf ganz besondere Weise bereichern: als Blumenkinder, mit kleinen Beiträgen oder einfach dadurch, dass sie mittendrin sind. Sie gehören schließlich genauso zur Familie und können einen wertvollen Teil solcher besonderen Momente ausmachen.

     

    Natürlich weiß ich auch, dass Kinder mehr Unvorhersehbarkeit, Chaos und weniger Planbarkeit mit sich bringen.

    Auf meiner eigenen Hochzeit habe ich mit meiner damals zehn Monate alten Tochter einen großen Teil der Zeit auf dem Hotelzimmer verbracht, weil sie in Ruhe gestillt werden wollte oder ihr die vielen Eindrücke und die Aufregung des Tages zu viel wurden. Und natürlich kenne ich auch Kinder, die nur ungern still sitzen, einen großen Bewegungsdrang haben und bei langen Programmpunkten schnell ungeduldig werden.

    Aber auch das gehört für mich irgendwie dazu. Kinder deshalb komplett auszuschließen, würde ich schade finden.

    Heute, mit etwas älteren Kindern – meine sind inzwischen fast acht und fast fünf Jahre alt –, genieße ich solche gemeinsamen Erlebnisse sehr. Ich freue mich, besondere Momente mit ihnen teilen und sie dabei begleiten zu können. Natürlich bedeutet das manchmal, dass man als Elternteil nicht jede Minute des Festes miterlebt oder nicht immer mitten im Geschehen ist. Aber genau das ist nun einmal Teil des Familienlebens – und für mich kein Grund, Kinder von solchen Anlässen auszuschließen.

     

    Wie steht ihr dazu? Sind Hochzeiten ohne Kinder in Ordnung oder findet ihr es unfair? Verratet es uns in den Kommentaren. 

    >


</div></div>
</section><section class=