Die Nachricht schlug gestern morgen ein wie eine Bombe: die 36-jährige Schauspielerin Hayden Panettiere, die u.a. durch die Serie „Nashville“ bekannt geworden ist, lebt nicht mehr. Über die Gründe wird derzeit nur spekuliert.
Sie wollte doch eigentlich noch vielen Mamas Mut machen.
Denn kaum eine prominente Frau sprach so schonungslos offen über ihre postnatale Depression wie Hayden Panettiere. Nach der Geburt ihrer Tochter Kaya, die sie 2014 mit ihrem damaligen Partner, dem Ex-Boxweltmeister und Aktivisten Wladimir Klitschko, bekam, machte sie bereits kurze Zeit später in der „Us Weekly“ öffentlich, dass sie unter einer postnatalen Depression litt.
Anfang des Jahres sprach sie im „On Purpose“-Podcast von Jay Shetty erneut über diese herausfordernde Zeit, die sie auch zwölf Jahre später noch tief bewegt: „Schon in jungen Jahren träumte ich davon, Mutter zu werden. Mama sein war einfach etwas, das ich schon immer wollte.“ Doch statt des erhofften erfüllten Familienlebens stürzte sie nach der Geburt in ein dunkles Loch. „Ich bekam meine Tochter und ich wusste, etwas stimmt nicht. Es war schrecklich.“ Auch ihre Beziehung zu Wladimir Klitschko zerbrach in dieser Zeit.
Ein Kapitel, das auch Jahre später nicht abgeschlossen war. In ihrer 2026 erschienenen Autobiografie „This Is Me: A Reckoning“ widmet Panettiere dem Thema Mutterschaft mehrere Seiten und gibt ohne Tabus preis, wie sehr ihre Vorstellung von Mutterschaft von ihrer tatsächlichen Erfahrung abwich.
Sie beschreibt, dass sie sich schon immer danach sehnte, Mutter zu werden, und davon träumte, eine besonders engagierte, „perfekte“ Mutter zu sein. Nach Kayas Geburt merkte sie jedoch, dass etwas mit ihr nicht stimmte.
Sie litt unter postnataler Depression, extremer Angst und emotionaler Abgestumpftheit und konnte nicht die emotionale Nähe zu ihrer Tochter empfinden, die sie erwartet hatte.
Was ist der Unterschied zwischen einer postnatalen Depression und einem Babyblues?
Der Babyblues gehört für viele Mamas zu den ersten Tagen nach der Geburt: Tränen, Stimmungsschwankungen und Überforderung – meist legt sich das nach einigen Tagen wieder. Eine postnatale Depression geht darüber hinaus: Die Niedergeschlagenheit, Ängste oder Leere halten länger als zwei Wochen an und können den Alltag stark belasten. Dann ist professionelle Hilfe wichtig.
Hayden gab das Sorgerecht für ihre Tochter an den Vater ab
Im Jahr 2018 sorgte Hayden Panettiere erneut für einen Diskurs, weil sie Wladimir Klitschko das alleinige Sorgerecht übertrug, damit sie sich wegen einer Suchterkrankung und der schweren postpartalen Depression in Behandlung begeben konnte. 2022 sagte sie gegenüber der Zeitschrift „People“:
„Es war das Schwerste, was ich tun konnte. Aber das Beste für meine Tochter war, sicherzustellen, dass es ihr gut geht, mich um mich selbst zu kümmern und dafür zu sorgen, dass ich ihr eine gute Mutter sein kann. Und manchmal bedeutet das, loszulassen.“
Panettiere beschrieb die Sorgerechtsübertragung nicht als freiwilliges „Aufgeben“ ihrer Tochter, sondern als eine schmerzhafte Entscheidung in einer schweren psychischen und suchtbedingten Krise, von der sie hoffte, dass sie vorübergehend sein würde.
Seitdem besuchte sie ihre Tochter häufig beim Vater, der mit dem Kind zeitweise in der Ukraine und in Deutschland lebte.
Viele würden sich in ihrer Scham verlieren, doch Hayden suchte den Weg in die Öffentlichkeit.
In ihren letzten Interviews zur Erscheinung ihrer Autobiografie sagte Hayden Panettiere sehr deutlich, dass sie mit ihrer Offenheit anderen Mut machen und zeigen wollte, dass man sich Hilfe holen und schwere Zeiten überstehen kann.
Besonders passend ist ihre Aussage:
Mach deine Verletzlichkeit zu deiner Stärke.
Sie hoffte, mit ihrer Geschichte anderen zu helfen – gerade Menschen, die mit psychischen Problemen, Sucht oder ähnlichen Krisen kämpfen. Bei einer Buchveranstaltung erklärte sie, dass Menschen ihr erzählt hätten, ihre Offenheit habe sie dazu gebracht, sich Hilfe zu suchen.
Deswegen trifft der Tod der Schauspielerin viele Mamas besonders hart, denn über postnatale Depressionen zu sprechen, heißt, Müttern den Druck zu nehmen, nach außen glücklich sein zu müssen. Es schafft Verständnis, nimmt Scham – und kann dazu beitragen, dass Betroffene früher erkennen: Mit mir stimmt nicht „etwas nicht“. Ich brauche Hilfe. Und das ist völlig in Ordnung.
Gerade, wenn es um die psychische Gesundheit von Mamas geht, sollten wir mehr miteinander sprechen und wir sind sehr traurig, dass die Welt mit Hayden Penettiere ein prominentes Sprachrohr verloren hat.
Wenn du selbst mit dunklen Gedanken kämpfst oder jemanden kennst, der in einer seelischen Krise steckt:
Du bist nicht allein – und es gibt Hilfe. Vertrauliche und anonyme Unterstützung bekommst du bei der Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 – rund um die Uhr, kostenfrei. Auch per Online-Chat erreichst du Hilfe auf www.telefonseelsorge.de.
Bitte sprich mit jemandem. Es gibt Wege aus der Krise.
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Hayden Panettiere: Ihr Tod hat fatale Folgen für viele Mamas.
Von
Marie Kahle
18. August 2026