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    Kaum etwas ist so intensiv wie die erste Zeit mit deinem Säugling. Manchmal kribbelt alles vor Glück, dann stehst du plötzlich wieder vor einer riesigen Herausforderung. Zum Beispiel wenn dein Baby schreit, und du rätselst, was es dir mitteilen möchte. Hunger, Müdigkeit – oder Bauchweh? Koliken gehören zu den fiesesten Plagegeistern der Säuglingszeit. Aber ihr seid nicht wehrlos ausgeliefert. Unterstützt von Hebamme Alex haben wir die besten Tipps gesammelt, wie ihr das Magengrummeln möglichst bald loswerdet.

    Alexandra Lessmann
    Siegel

    Unsere Expertin

    Alexandra Lessmann

    Alex ist leidenschaftliche Hebamme und Ökotrophologin mit langjähriger Erfahrung. Sie hilft werdenden Eltern mit zahlreichen Tipps für eine sichere Schwangerschaft und bei jeglichen Fragen im Bereich Ernährung. Dabei vermittelt sie ihr Fachwissen auch gerne auf ihrem Social Media Account.

    Woher weiß ich überhaupt, ob mein Baby Bauchweh hat?

    Zeichen dafür, dass es sich tatsächlich um Bauchweh handelt, wenn dein Baby schreit oder sich sichtlich unwohl fühlt:

    • Du hast andere Möglichkeiten bereits gecheckt (Hunger, Müdigkeit, Bedürfnis nach Nähe, volle Windel)
    • Abwechselndes Anziehen und Ausstrecken der Beinchen
    • Sein Bauch wirkt hart/aufgebläht
    • Dein Baby windet sich

    Falls du das Gefühl hast, deinem Baby macht der Magen zu schaffen, ist es in jedem Fall nicht unwahrscheinlich, dass du Recht hast. In einer Umfrage wollten wir von euch wissen, welche Erfahrungen ihr mit dem Thema gemacht habt. Über die Hälfte der teilnehmenden Mamas gab an, dass sie das Gefühl hatten, dass ihr Säugling in den ersten Monaten starkes Bauchweh oder Koliken hatte. Die meisten von ihnen sagten außerdem, dass ihre Hebamme in solchen Situationen die erste Ansprechpartnerin.

    „Bauchweh und Koliken gehören zu den häufigsten Themen im Wochenbett und sie können für Eltern sehr belastend sein“, bestätigt Hebamme Alex. Und sie kann auch schon ein bisschen die Sorge nehmen: „Für Eltern ist es oft eine große Erleichterung zu wissen, dass diese Phase bei vielen Babys vorkommt.“

    Woher kommen die Schmerzen?

    Auch Verdauen will halt erst einmal gelernt sein. Das Mikrobiom im Darm oder im Mund deines Babys ist in den ersten Monaten noch sehr empfindlich und gerät schnell aus der Balance. „Gerade in den ersten Lebenswochen ist das Verdauungssystem von Babys noch sehr unreif. Die Darmflora entwickelt sich in dieser Zeit erst nach und nach. Diese Phase der Anpassung kann sich durch Blähungen, Unruhe oder typische Kolikphasen bemerkbar machen“, erklärt Alex.

    Das heißt zum Glück nicht, dass ihr da einfach irgendwie durchmüsst. Ihr könnt euer Kind unterstützen, leichter durch diese Phase zu kommen.

    Wie kann ich meinem Baby helfen, wenn es Bauchweh hat?

    Egal, was dein Baby hat: Die ersten Anlaufstellen sind die Arme von Mama oder Papa. Besonders in den ersten Monaten ist es ein „Tragling“. Die sanften, schaukelnden Bewegungen wirken beruhigend, vor allem, wenn es dabei noch eure vertrauten Stimmen hört. Es will einfach ganz viel Nähe und Wärme tanken, am liebsten in einer ruhigen Umgebung. Gönnt euch ausgiebige Kuschelzeiten. Und versucht, gerade auch beim Füttern, Zeitdruck, Ablenkung und Stress zu vermeiden.

    Was darüber hinaus speziell bei Bauchweh im wahrsten Sinne des Wortes den Druck rausnimmt?

    Der Fliegergriff lässt Luft entweichen

    Hilfreich kann es sein, das Baby eine Weile im Fliegergriff zu tragen. In dieser Position kann aufgestaute Luft im Magen leichter entweichen. Dafür platziert ihr es in Bauchlage auf eurem Unterarm. Der Kopf ruht dabei sicher in der Armbeuge, eure Hand hält das Baby am Po oder Oberschenkel fest. Mit genügend Kraft geht das einarmig. Ansonsten: den Papa ranlassen oder das Baby mit beiden Armen umfassen.

    Ein warmes Bad wirkt entspannend

    Baby wird nach Bad abgetrocknet
    Nach einem warmen Bad können viele Babys besser einschlafen. Außerdem kann die Wärme das Bauchweh lindern. Foto: Pexels

    Warmes Wasser (37-38 Grad) entspannt viele Babys. Falls du einen Badeeimer hast, nimm gerne den: Die Enge vermittelt Geborgenheit, und er ist hoch genug, damit die Beinchen frei strampeln können. In dieser aufrechten Haltung entweicht die Luft im Bauch leichter. Achtung: Die letzte Mahlzeit sollte schon eine Stunde her sein, um neue Verdauungsprobleme zu vermeiden.

    Eine Bäuchleinmassage für die Verdauung

    Baby wird massiert
    Eine sanfte Bäuchlein-Massage regt den Darm an, kann Spannungen abbauen und Blähungen lösen. Foto: Pexels

    Wenn du den nackten Bauch deines Babys sanft im Uhrzeigersinn massierst, unterstützt das ebenfalls die Verdauung. Nimm am besten etwas Babyöl und achte darauf, dass deine Hände und die Umgebung schön warm sind. Auch gut: „Fahrradfahren“. Dabei hebst du die Beine deines Babys an und beugst sie ein paar Mal im 90-Grad-Winkel. Auch das kann dabei helfen, Luft entweichen zu lassen.

    Gesunde Darmflora fördern

    „Neben Nähe, Tragen und Ruhe kann auch die Unterstützung der Darmflora ein Baustein sein. Probiotische Tropfen können eine Möglichkeit sein, die Darmflora von Babys in dieser frühen Phase zu begleiten“, sagt Alex.

    Seit Jahren bewährt, um das Darm-Mikrobiom sanft zu unterstützen, sind BiGaia® Tropfen*, die viele Hebammen empfehlen – wahlweise mit oder ohne Vitamin D.

    Das Besondere an BiGaia®: Der patentierte Bakterienstamm Lactobacillus reuteri DSM 17938 (L. reuteri) wurde gezielt für Babys untersucht. Er handelt sich um Milchsäurebakterien aus Muttermilch, perfekt fürs frühkindliche Darm-Mikrobiom. Er hat sich auch in Studien bewährt. Schon nach einer Woche berichteten viele Eltern bereits von spürbar mehr Entspannung im Alltag durch kürzere Schreizeiten. Praktisch: Die patentierte Technologie schützt die Bakterien auch bei Raumtemperatur, kein Kühlen notwendig. Die Tropfen können einfach in Muttermilch oder lauwarme Babynahrung gegeben werden und sind in der Apotheke erhältlich.

    Für stillende Mamas: auch auf die eigene Ernährung achten

    Baby wird von Mama gestillt
    Gönn dir und deinem Baby viel Ruhe beim Stillen. Verläuft das Füttern entspannt, tut das auch dem empfindlichen Baby-Magen gut. Foto: Pexels

    Grundsätzlich gibt es keine Speisen, die stillende Mamas meiden sollten. Eine ausgewogene und vielseitige Ernährung ist Trumpf. Sollte dein gestilltes Baby oft mit Magenproblemen zu kämpfen haben, kannst du aber mal schauen, ob die häufiger auftreten, nachdem du bestimmte Nahrungsmittel zu dir genommen hast. Das kann bei Unverträglichkeiten, etwa gegen Kuhmilch, der Fall sein. Manchmal sorgen auch Hülsenfrüchte, Kohlgemüse, Zwiebeln oder Knoblauch für Blähungen. Es gibt aber keinen Grund, diese gesunden Lebensmittel von vornherein zu meiden. Um Deine eigene Darmflora zu unterstützen hat BiGaia® auch etwas für Dich parat.

    Extra-Tipp: Baby während des Stillens aufrecht halten, damit es weniger Luft schluckt.

    Das kannst du für dich selbst tun

    Oben haben wir geschrieben, wie wichtig Ruhe für dein Baby ist. Aber damit du dein Baby beruhigen kannst, ist es auch wichtig, dass du selbst nicht zu angespannt bist. Leichter gesagt als getan, wenn dein Baby so viel schreit, dass du dir dauernd Sorgen machst, oder du keinen klaren Gedanken fassen kannst. Nimm deshalb unbedingt jede Hilfe an, die du bekommen kannst. Scheue dich auch nicht, selbst darum zu bitten. Und auch wenn eine größere Auszeit gerade nicht drin ist, gönn dir zumindest Mini-Momente für dich selbst.

    Manchmal hilft es schon zu wissen, dass andere das Gleiche durchmachen. Es ist normal, dass Säuglinge in den ersten Monaten viel schreien. Wahrscheinlich sehnen wir in solchen Momenten alle den Tag herbei, an dem unser Kind uns einfach sagen kann, was ihm fehlt. Bis dahin bleibt ihm nur sein Schreien, um uns mitzuteilen, dass es unsere Unterstützung braucht.

    Hast du allerdings das Gefühl, dein Baby hört gar nicht auf, zu schreien, kann es helfen, eine Schreiambulanz aufzusuchen. Wenn ein Säugling mehr als drei Stunden am Tag, an mehr als drei Tagen pro Woche und über mehr als drei Wochen schreit, spricht man von einem Schrei-Baby. Ansonsten sind bei jeder Art von Überforderung die Frühen Hilfen eine gute Anlaufstelle.

    Hör außerdem unbedingt auf dein Bauchgefühl. Hast du den Eindruck, deinem Baby macht mehr zu schaffen, als „nur“ übliches Bauchweh? Sein Schreien klingt schrill, es isst schlecht, erbricht oder hat einen auffälligen Stuhlgang? Dann geh mit ihm am besten zum Kinderarzt.

    Mit Geduld ans Ziel

    In den meisten Fällen sind Schreien und Bauchweh aber einfach Teil einer normalen Entwicklung. Denk also nicht, dass du einen Fehler machst, wenn dein Baby sich nicht gleich beruhigen lässt oder ihm das Bäuchlein zwackt. Hab auch ein wenig Geduld beim Ausprobieren unserer Tipps. Babys reagieren ganz unterschiedlich. Schau in Ruhe, was für euch passt. Oft ist es eine Mischung aus zwei oder drei Kniffen, die den Durchbruch bringt.

    Aus Erfahrung können wir dir versprechen: Du wirst immer besser darin werden, die Signale deines Babys zu lesen. Irgendwann werden die Koliken und auch das Schreien weniger. Perfekt gibt’s nicht, trotzdem machen deine Aufmerksamkeit und deine liebevolle Begleitung dein Kind stark. Klopf dir also ruhig mal auf die Schulter, dafür, was du als Mama alles wuppst.

    Quellen

    *Disclaimer: Es handelt sich um ein Nahrungsergänzungsmittel und ersetzt keine medizinische Abklärung. Bevor du deinem Baby BiGaia® Tropfen gibst, sprich am besten kurz mit deiner Hebamme oder Kinderarztpraxis. Das gilt besonders dann, wenn dein Baby offensichtlich starke Schmerzen hat oder weitere Symptome zeigt.