„Irgendwann sollte man ja mal anfangen, fürs Kind zu sparen …“ Kommt dir der Gedanke bekannt vor? Zwischen Kita, Wäschebergen und dem ganz normalen Alltagschaos rutscht genau dieses Thema bei vielen von uns immer wieder nach hinten. Nicht, weil es unwichtig wäre – sondern weil es sich oft einfach kompliziert anfühlt. Zu viele Möglichkeiten, zu viele Fachbegriffe, zu viele Fragezeichen. In diesem Artikel schauen wir uns das Ganze deshalb mal in Ruhe an: Was wirklich sinnvoll ist, welche Fehler du vermeiden kannst – und warum es so einen großen Unterschied macht, früh anzufangen. Eine Expertin beantwortet außerdem eure drängendsten Community-Fragen.
Warum überhaupt Geld für Kinder anlegen?
Die meisten von uns haben das gleiche Ziel: Wir möchten unseren Kindern später etwas mitgeben. Für den Führerschein, die erste eigene Wohnung oder einfach ein kleines finanzielles Polster. Das Problem: Klassisches Sparen reicht dafür oft nicht mehr aus. Die Inflation sorgt dafür, dass das Geld auf dem Sparbuch mit der Zeit sogar an Wert verliert – und im Familienalltag ist sowieso selten „viel übrig“, was man einfach so zur Seite legen kann.
Die gute Nachricht lautet aber: Es geht gar nicht darum, riesige Summen zu sparen. Viel entscheidender sind zwei Dinge: Zeit und Regelmäßigkeit – dazu weiter unten mehr.
Typische Denkfehler – und was stattdessen wirklich hilft
Wenn es ums Geldanlegen fürs Kind geht, tappen viele von uns in ganz ähnliche Denkfallen:
- „Ich warte, bis mehr Geld übrig ist.“
- „Ich muss das erst komplett verstehen.“
- „Ich parke das erstmal sicher auf dem Sparbuch.“
Und ganz ehrlich: Das ist total verständlich. Aber oft sorgt genau dieses Denken dafür, dass wir gar nicht erst anfangen. Was stattdessen hilft:
- Früh starten – auch mit kleinen Beträgen
- Langfristig denken statt kurzfristig planen
- Nicht alles auf eine Option setzen
- Und vor allem: einfach den ersten Schritt machen
Schauen wir uns mal genau an, wieso das frühe Starten tatsächlich so sinnvoll ist.
Warum früh anfangen so viel ausmacht: Der Zinseszinseffekt
Ein Begriff, den man in diesem Zusammenhang immer wieder hört, ist der sogenannte Zinseszinseffekt. Klingt erstmal trocken – ist aber eigentlich ganz einfach: Dein Geld wird angelegt und erwirtschaftet Erträge. Und diese Erträge werden wiederum mit angelegt. So wächst das Ganze nach und nach weiter. Oder anders gesagt: Dein Geld arbeitet – und das, was es verdient, arbeitet gleich mit.
Der entscheidende Punkt dabei: Zeit. Je früher du anfängst, desto länger kann dieser Effekt wirken. Und genau deshalb können selbst kleine monatliche Beträge über viele Jahre einen großen Unterschied machen. Das könnte zum Beispiel so aussehen:
Wenn du ab der Geburt deines Kindes monatlich 50 Euro zurücklegst und das Geld langfristig anlegst (z. B. mit einer durchschnittlichen Rendite von etwa 7 % pro Jahr), dann hast du bis zum 18. Geburtstag ungefähr:
- 10.800 Euro eingezahlt
- ca. 22.000–24.000 Euro Gesamtbetrag
Das bedeutet: über das doppelte deines Invests „extra“ entstehen allein dadurch, dass dein Geld über die Jahre für dich arbeitet.
Und jetzt wird es richtig spannend:
Wenn du den Sparplan einfach weiterlaufen lässt – bis zum 40. Geburtstag deines Kindes – ergibt sich ungefähr:
- 24.000 Euro eingezahlt
- ca. 120.000–135.000 Euro Gesamtbetrag
Hier sieht man besonders deutlich, was Zeit bewirken kann: Der größte Teil kommt nicht mehr nur vom Einzahlen, sondern vom Zinseszinseffekt. Viele denken im Nachhinein: „Hätte ich doch früher angefangen…“ – und genau deshalb lohnt es sich, nicht auf den perfekten Moment zu warten.
Welche Möglichkeiten gibt es überhaupt?
Wenn man anfängt, sich mit dem Thema zu beschäftigen, merkt man schnell: Es gibt nicht die eine Lösung. Die gängigsten Optionen sind:
- Sparbuch: sicher und einfach – aber kaum Wachstum
- Tages- oder Festgeld: etwas bessere Zinsen, aber begrenzte Entwicklung
- ETF- oder Aktiendepot: langfristig höhere Chancen, dafür mit Schwankungen verbunden
Und genau an diesem Punkt stellt sich für viele die Frage: Was passt eigentlich zu uns? Ich stand selbst vor kurzem vor der Entscheidung, wie ich für meine Tochter sparen will und habe mich für ein Kinderkonto entschieden (hier mein ausführlicher Bericht) – doch was ist das genau und warum habe ich mich dafür entschieden?
Kinderkonto: Einfach erklärt – und warum es für viele Familien sinnvoll ist
Ein Kinderkonto (oder Kinderdepot) läuft auf den Namen deines Kindes, wird aber von dir verwaltet. Das Geld wird dort langfristig angelegt – zum Beispiel in ETFs – mit dem Ziel, über die Jahre ein kleines Vermögen aufzubauen.
Warum das für viele Eltern spannend ist:
- Du kannst früh starten, auch mit kleinen Beträgen
- Das Geld kann sich über die Zeit entwickeln
- Gerade bei einem langen Anlagezeitraum (z. B. bis zum 18. Geburtstag) entsteht echtes Potenzial
Und: Der Einstieg ist oft viel einfacher, als man denkt. Anbieter wie Scalable Capital setzen zum Beispiel auf
- eine digitale, unkomplizierte Eröffnung
- flexible Sparpläne (anpassen, pausieren, erhöhen)
- eine übersichtliche App, in der du alles im Blick hast
Außerdem zahlt Scalable in jedem Kinderkonto Taschengeld, indem die Produktkosten zurück in den Kids-ETF reinvestiert werden – und 2,50 % Zinsen p.a. gibts auch*. Finden wir mega, oder? Was ich auch echt cool finde, ist das Konzept der Sparpaten: Ihr könnt Freunde und Familie einladen, gemeinsam für eure Kinder zu sparen.
Du musst also keine Finanzexpertin sein, um loszulegen. Wenn du dir das Ganze einmal anschaulich erklären lassen möchtest, schau dir unbedingt auch dieses Video an.
Fazit: Nicht perfekt starten – sondern überhaupt anfangen
Vielleicht kommen dir einige dieser Gedanken bekannt vor:
„Was, wenn ich Geld verliere?“
„Wir haben doch gar nicht so viel übrig…“
„Ich kenne mich damit einfach nicht gut genug aus“
Damit bist du wirklich nicht allein, ich kenne das selbst total gut. Aber: Beim Thema Geldanlage musst du kein Profi sein. Viel wichtiger ist, sich überhaupt damit zu beschäftigen und den ersten Schritt zu machen.
Auch kleine Beträge können über die Jahre wachsen. Zeit spielt dabei eine größere Rolle als Perfektion, und niemand startet mit komplettem Wissen. Am Ende gilt: Nicht perfekt starten – sondern eine Wissensbasis schaffen und einfach anfangen.
Community-FAQ: Eure wichtigsten Fragen und die Antworten unserer Expertin
Rund ums Geldanlegen fürs Kind tauchen oft die gleichen Fragen auf. Wir haben die wichtigsten aus der Community gesammelt – und von unserer Expertin Katharina Brunsendorf beantworten lassen.
Gibt es Fehler, die man unbedingt vermeiden sollte? Absolute No Gos?
Bevor man startet: Sofern vorhanden, Schulden abbauen und einen Notgroschen aufbauen. Dieser sollte drei Monate die Fixkosten tragen können. Anschließend gilt: Investieren als Teil der Altersvorsorge denken. Dann: Breit streuen und nicht alles auf eine Karte setzen. Das geht beispielsweise mit einem Welt ETF, der in viele Aktien investiert. Man sucht damit nicht die Nadel im Heuhaufen, sondern kauft den Haufen gleich komplett.
Ich würde gerne Geld anlegen, aber im Notfall trotzdem drankommen. Was ist dann die beste Option?
Geld, das man innerhalb der nächsten drei Jahre braucht oder auch der Notgroschen, gehört nicht investiert. Hier eignet sich ein Tagesgeldkonto wunderbar. Dort gibt es Zinsen, man kann aber jederzeit auf das Geld zugreifen, ohne im schlimmsten Fall Verluste in Kauf nehmen zu müssen.
Festgeldkonto oder Depot im Vergleich – Was sind Vor- und Nachteile?
Die Produkte sind ziemlich unterschiedlich und als solche schwer miteinander vergleichbar. Für mich wäre es eine Abwägung meines Sicherheitsbedürfnisses. Beim Festgeldkonto lege ich Geld für eine bestimmte Zeit, zum Beispiel fünf Jahre an, und erhalte es mit einem zuvor festgelegten Zinssatz zurück. Das ist sehr planbar und risikoarm, man kann jedoch vorher nicht auf das Geld zurückgreifen.
Mit einem Depot investiere ich mein Geld über Aktien und ETFs. Dieser geht je nach Nachrichtenlage und Prognosen mal rauf, aber auch runter. Dafür hat man aber auch die Chance auf eine höhere Rendite und kommt immer an das Geld dran.
Stichwort Geringverdiener/niedriges Haushaltseinkommen: Wie kann man trotzdem ein bisschen sparen? Was macht am meisten Sinn?
Wie sicher ist das Geld von meinem Kind auf einem Konto oder Depot auf seinen Namen. Kommt man als Eltern wirklich nicht mehr ran, bis es mit 18 auf es übergeht? (Mein Mann hat hohe Schulden und ich habe Angst wegen Pfändung bzw. Insolvenz)
*Kapitalanlagen bergen Risiken. Veränderlicher Zins auf unbegrenztes Guthaben. Konditionen sowie Guthabenverteilung auf scalable.capital/tagesgeld.
Okay also bei der Beispielrechnung muss ich mir das vielleicht doch wirklich mal vornehmen mich zu kümmern 🙈 ist ja schon krass, was da so zusammenkommen kann. Aber ich gehöre definitiv auhc zu denen, die das Thema immer wieder aufschieben, weil es so anstrengend erscheint. Immerhin hab ich diesen Artikel schon mal komplett bis zum Ende gelesen. Ich werte das als erste Schritt 😀
Wieviel Geld zusammenkommen kann, wenn man früh damit anfängt, WOW! Super erklärt und für viele machbar! 😀
Macht Sinn. Früh anfangen, damit es sich vermehrt. 😀
Super spannend und enorm wichtig, frühzeitig für sein Kind vorzusorgen!