Forschende haben jetzt entdeckt, dass auch Papas vertrauter Geruch erstaunliche Auswirkungen auf das Babyhirn und die gemeinsame Bindung haben kann. Was bedeutet das für den Familienalltag?

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    Wenn Papa riecht, schwingt das Babyhirn mit: Neue Studie zeigt erstaunlichen Effekt

    Ein tolles Gefühl: Das Baby kuschelt sich an dich und wirkt sofort ruhiger. Bisher wusste man vor allem über den Geruch der Mama Bescheid – er beruhigt, er tröstet, er stärkt die Bindung von Anfang an. Doch was macht eigentlich der Geruch von Papa mit einem Baby? Genau dieser Frage ist ein Forschungsteam um Yaara Endevelt-Shapira von der israelischen Reichman-Universität jetzt nachgegangen – und die Ergebnisse dürften viele Väter freuen!

    Väter waren in der Forschung bisher ein blinder Fleck

    Lange stand fast ausschließlich die Mutter-Kind-Bindung im Fokus der Wissenschaft. Dabei verändert sich nachweislich auch das Gehirn von Vätern, sobald ein Kind geboren wird, und auch der Hormonhaushalt reagiert. Nur: Wie genau sich der väterliche Geruch auf das kleine Gehirn eines Babys auswirkt, war bislang kaum untersucht. Das Team wollte es genauer wissen und hat sich einen Mechanismus vorgenommen, der schon von der Mutter-Kind-Beziehung bekannt ist: die Synchronisierung von Gehirnwellen.

    Gehirnwellen im Gleichklang – aber anders als bei Mama

    Für die im Fachjournal „Science Advances“ veröffentlichte Untersuchung wurden 40 Väter mit ihren fünf bis zwölf Monate alten Babys per EEG unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Saßen sich Vater und Kind gegenüber, glichen sich ihre Gehirnwellen deutlich stärker an als bei fremden Mann-Baby-Paaren. Spannend dabei: Es sind offenbar nicht dieselben Frequenzen und Hirnregionen betroffen wie beim Gleichklang mit der Mutter.

    Während es bei Mama eher um Emotionen zu gehen scheint, dürfte der Vater-Kind-Sync eher mit Aufmerksamkeit zu tun haben – vielleicht, weil Väter oft eine andere Rolle im Spiel mit ihrem Nachwuchs einnehmen, etwa wenn sie die Aufmerksamkeit gezielt auf etwas lenken oder zum Entdecken der Umwelt animieren.

    Der Geruch allein reicht schon aus

    Besonders spannend wird es bei einem zweiten Teil des Experiments: Die Väter trugen zwei Nächte lang dieselben T-Shirts, bis diese ordentlich nach ihnen rochen. Diese Shirts hielt man dann Babys unter die Nase – während diese einen fremden Mann vor sich hatten. Und tatsächlich: Allein der vertraute Geruch reichte aus, damit sich auch bei einander unbekannten Paaren ein gewisser Gleichklang der Gehirnwellen einstellte. Der Duft von Papa wirkte sich noch dazu positiv auf die Stimmung der Babys aus:

    Sie waren aufmerksamer, wirkten sicherer und beteiligten sich aktiver an der Interaktion.

    Was bedeutet das für den Alltag mit Baby?

    Ein Detail aus der Studie dürfte besonders für Väter interessant sein, die sich fragen, ob ihr Engagement überhaupt etwas bringt: Je mehr Zeit ein Vater üblicherweise mit seinem Kind verbrachte, desto stärker und positiver fiel der Effekt des vertrauten Geruchs aus. Kuscheln, Tragen, gemeinsames Spielen – all das zahlt sich offenbar ganz direkt aufs kleine Gehirn aus. Die Forscherinnen und Forscher betonen zudem, dass künftige Studien noch genauer hinschauen sollten, wie individuelle Unterschiede zwischen Eltern – unabhängig vom Geschlecht – die Bindung zum Kind beeinflussen.

    Für den Familienalltag heißt das vor allem eines:

    Auch wenn Papa nicht stillen kann, spielt sein Körpergeruch offenbar eine viel größere Rolle für die kindliche Entwicklung, als man bisher dachte.

    Ein weiterer guter Grund also, das getragene Shirt nicht sofort in die Wäsche zu werfen, wenn das Baby gerade quengelig ist.

    Schon der vertraute Geruch des Papas könnte dazu beitragen, dass sich Babys sicherer und aufmerksamer fühlen.
    Schon der vertraute Geruch des Papas könnte dazu beitragen, dass sich Babys sicherer und aufmerksamer fühlen. Foto:pexels

    Ich finde es wirklich erstaunlich, wie viel Babys wahrnehmen, ohne dass wir es überhaupt merken. Es ist schön zu sehen, dass auch Papas Geruch Sicherheit und Nähe vermitteln kann. Gerade für Mamas ist es vielleicht auch beruhigend zu wissen, dass nicht nur sie diese besondere Verbindung zu ihrem Baby aufbauen können – auch Väter haben von Anfang an einen ganz eigenen Einfluss auf ihr Kind.

    Habt ihr beobachtet, dass euer Baby auf Papas Geruch oder Kleidung besonders reagiert? Schreibt es in die Kommentare.

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