Für viele Familien wird der Alltag zunehmend zur Herausforderung. Eine neue Umfrage zeigt, welche Sorgen Eltern besonders beschäftigen – und was sich verändert.

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    Es ist ein Gedanke, den wohl niemand gerne mit sich herumträgt: Was, wenn das Geld am Ende des Monats nicht mehr für alles reicht, was die Familie braucht? Wenn die nächste Heizkostenrechnung kommt und gleichzeitig neue Kleidung für die Kinder nötig ist? Oder wenn selbst ein Ausflug plötzlich genau überlegt werden muss?

    Für mehr als ein Viertel der Eltern in Deutschland sind solche Sorgen offenbar längst Realität. Eine neue Umfrage zeigt, dass die finanziellen Zukunftssorgen von Müttern und Vätern zunehmen.

    Mehr Eltern sorgen sich um Grundbedürfnisse

    27 Prozent der befragten Eltern haben Ängste, dass sie in den kommenden zwölf Monaten grundlegende Bedürfnisse ihrer Familie wie Heizen, Kleidung oder Essen nicht mehr decken können. Das geht aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag von Save the Children hervor, über die die dpa berichtet.

    Damit ist der Anteil im Vergleich zum vergangenen September leicht gestiegen: Damals waren es 25 Prozent. Noch deutlicher wird die Entwicklung im Vergleich zu Januar 2025. Zu diesem Zeitpunkt machten sich lediglich 15 Prozent der Befragten entsprechende Sorgen.

    Für die aktuelle Umfrage wurden zwischen dem 13. und 30. Juli 2026 insgesamt 1.001 Eltern minderjähriger Kinder befragt. Save the Children hat die Erhebung bereits zum dritten Mal bei Forsa in Auftrag gegeben.

    Gleichzeitig ist der Anteil der Eltern, die keine finanziellen Zukunftssorgen haben, zurückgegangen. Laut Save the Children sank er von 48 Prozent im September 2025 auf 40 Prozent.

    Bei vielen Familien wird auch bei Freizeit gespart

    Die finanziellen Sorgen zeigen sich laut Umfrage nicht nur bei den grundlegenden Bedürfnissen. 21 Prozent der Befragten sagen, dass Dinge wie neue Möbel, Ausflüge, Restaurantbesuche, Urlaube oder Hobbys der Kinder für sie „eher nicht“ oder „auf keinen Fall“ drin seien.

    Auch bei konkreten Ausgaben für ihre Kinder mussten viele Eltern bereits zurückstecken: 22 Prozent gaben an, in den vergangenen zwölf Monaten bei solchen Ausgaben sparen oder zumindest genau überlegen zu müssen. Dazu gehörten unter anderem Freizeitaktivitäten und Hobbys sowie Feiern und Geschenke.

    Save the Children sieht darin einen besorgniserregenden Trend.

    „Alltägliche Ausgaben, wie zum Beispiel für gesunde Ernährung oder Kleidung, sorgen für Stress in Familien“, heißt es von der Organisation.

    Viele Kinder müssten auf Dinge verzichten, die für andere selbstverständlich seien.

    Vier von fünf Eltern wünschen sich mehr Unterstützung

    Für Save the Children zeigen die Ergebnisse, dass Familien dringend stärker unterstützt werden müssten. 83 Prozent der Befragten, also vier von fünf Eltern, sagen in der Umfrage, dass die Bundesregierung mehr gegen Kinderarmut tun sollte.

    Für viele Familien geht es schließlich nicht nur darum, ob am Ende des Monats noch Geld für einen Restaurantbesuch oder einen Urlaub übrig bleibt. Wenn Eltern sich zunehmend Gedanken darüber machen müssen, ob grundlegende Dinge wie Essen, Kleidung oder Heizen noch finanzierbar sind, kann das den gesamten Familienalltag belasten.

    Und vielleicht zeigt die Umfrage auch, wie wichtig es ist, über finanzielle Sorgen offen zu sprechen – ohne Scham und ohne das Gefühl, als Familie versagt zu haben.

    Wie erlebt ihr das gerade? Müsst ihr bei euren Kindern wegen steigender Kosten schon häufiger überlegen oder verzichten?

    4 Kommentare

  1. User Avatar
    Hanna

    Wenn ich die 2 Jahre meines kleinen Sohnes und meiner elternzeit zurückdenke, hatte ich in meinem ganzen 30 jährigem Leben noch nie so viele Sorgen und Tränen gehabt, wie in dieser Zeit.Momentan sind wir in der Eingewöhnung der kita, bevor ich hoffentlich Oktober wieder arbeiten kann, auf der einen Seite war die Elternzeit schön, aber die kostspieligen unternehmungen, schwimmen gehen, essen gehen, zoo & Co. mussten genau geplant werden und waren wenn dann einmal im Monat möglich.Da drumherum sowieso alles teuer war und wir manchmal schon Mitte des Monats kaum noch was Geld hatten, war es echt belastend.Klar die Eltern und auch Freunde unterstützten einen mal finanziell oder mit einer packung windeln, aber es war echt unangenehm.Ich habe essensreste eingefroren, hauptsächlich secondhandsachen gekauft, sachen verkauft usw.Elterngeld, wohngeld kindergeld+Zuschlag, aber egal wie sparsam wir auch waren, sobald das Auto wieder was hatte oder Nachzahlungen kamen, war ende.Es gab wenige Monate wo keines unserer beider  Konten mal im minus waren.Wir mussten schon einen Kredit nehmen und einen Schufaeintrag gab es auch schon.Ich hoffe, dass es besser wird wenn ich wieder arbeiten gehe.Aber das es wieder Änderungen gibt, die einen das Elterngeld und co. noch weiter runterdrehen, die Abgabe in die kitas mittlerweile schon ab 4 Monaten möglich ist um schnellstmöglich wieder arbeiten gehen zu können.Entsetzt mich wirklich, gerade alleinerziehende wird sozusagen sie Pistole auf die brust gesetzt. 

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      Lena

      Danke, dass du so offen davon erzählst. Ich kann gut verstehen, wie belastend es sein muss, wenn man eigentlich eine schöne Elternzeit erleben möchte und gleichzeitig ständig im Hinterkopf hat, ob das Geld bis zum Monatsende reicht. Gerade diese Sorgen trägt man ja oft noch zusätzlich mit sich herum.

      Ich wünsche euch wirklich sehr, dass sich die Situation mit deinem Wiedereinstieg im Oktober etwas entspannt. Danke, dass du deine Erfahrungen hier mit uns teilst.

  2. User Avatar
    Therri

    Bei uns schlagen die Spritpreise am meisten ins Kontor. Wir wohnen ländlich und ohne Auto geht hier fast gar nichts. Bei Strom und Heizung haben wir zum Glück etwas Puffer, weil wir Solar auf dem Dach haben. Mein Mann und ich shoppen vielleicht drei-, viermal im Jahr für Klamotten, mehr brauchen wir nicht. Bei unserem Sohn sieht das ganz anders aus. Der ist jetzt 9 und gefühlt wächst er über Nacht schon wieder aus der nächsten Größe raus. Da sehe ich es nicht ein, ein Vermögen auszugeben wenn die Sachen nach drei Monaten schon wieder zu klein sind.

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      Lena

      Oh ja, gerade wenn man auf dem Land lebt, kann das Auto schnell zu einem ziemlich großen Kostenfaktor werden. Da hilft es natürlich, wenn man an anderer Stelle ein bisschen Spielraum hat. Und bei Kindern finde ich es auch total nachvollziehbar, bei Kleidung nicht jeden Preis mitzugehen – wenn die nächste Größe gefühlt schon wieder vor der Tür steht. Danke, dass du so offen erzählt hast, wie ihr mit den unterschiedlichen Kosten im Familienalltag umgeht!

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