Einschlafhilfe für Babys und Kleinkinder: Die besten Tipps & Tricks

Die beste Einschlafhilfe für neugeborene Babys ist immer noch Mamas Brust oder die Flasche, gepaart mit ganz viel Nähe und Zuneigung. Und so soll es auch die ersten Monate sein. Doch sobald die Mutterglückhormone nachlassen und das Schlafdefizit immer stärker wird, sehen sich die meisten Mütter nach einer anderen Möglichkeit, ihrem Baby zum Einschlafen zu verhelfen.

Gehörst auch du dazu? Dann ist die zweitbeste Einschlafhilfe, deinem Baby geduldig dabei zu helfen, sich selbst zu beruhigen. Diese sogenannte Selbstregulation ist für Babys entscheidend, um frühzeitig zu lernen, alleine einzuschlafen und im Falle eines nächtlichen Erwachens auch von selbst wieder in den Schlaf zu finden. Die selbstbestimmte Einschlafhilfe funktioniert auch schon während der Stillzeit und nicht erst nach dem Abstillen.

Kinder machen nicht die Augen zu und warten, bis sie einschlafen. Kinder müssen vom Schlaf regelrecht übermannt werden. Um ihr kleines Hochleistungssystem Gehirn runterzufahren, brauchen sie die richtige Umgebung und Begleitung. Wir stellen wir dir hier eine ganze Reihe von Einschlafhilfen vor, die dir den Begleiter-Job abnehmen. Welche für dein Baby oder Kleinkind die beste Einschlafhilfe ist, musst du ausprobieren. Und: Es gibt kein Wundermittel mit sofortiger Wirkung. An alles, was neu im Abendritual ist, muss sich dein Kind erst gewöhnen. Übertreibe es also nicht und wende nicht mehrere Tipps gleichzeitig an, sonst überforderst du dein Kind oder machst das Einschlafen von zu vielen Faktoren abhängig. Teste immer eine Variante für mindestens eine Woche, bevor du es mit der nächsten versuchst. Und hast du eine wirksame Einschlafhilfe gefunden, bleibe dabei! Die kann dann übrigens auch eine Einschlafhilfe für den Mittagsschlaf sein.

Auch hier in der Echte-Mamas-Facebook-Gruppe tauschen sich Mütter regelmäßig zum Thema Einschlafhilfen aus. 

 

25 Tipps, wie dein Kind besser schläft (Kostenloser Download)

Das M in Mama steht für müde ? Das andere M auch ?

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Die klassische Einschlafhilfe: Schnuller, Schnuffeltuch oder Kuscheltier

Nuckeln, Schnüffeln, Kuscheln – meine fast vier Jahre alte Tochter hat gleich drei Einschlafhilfen: „Nono“ (Schnuller), „Müff“ (ihr „müffelndes“ Schnuffeltuch) und „Igel“ (eine weiche Igel-Handpuppe). „Igel“ kam erst vor einem Jahr dazu, „Nono“ und „Müff“ begleiten sie schon seit dem dritten Lebensmonat. Gerade das Schnuffeltuch war ihr beim Einschlafen und nachts zum Wiedereinschlafen aufgrund des Geruchs eine große Hilfe. Auch wenn der Gedanke, sie könne sich das Tuch zu sehr über Mund und Nase legen, mich nachts gelegentlich hochschrecken lies … Ich habe es anfangs deshalb immer so an einen der Gitterstäbe geknotet, dass sie nur einen Zipfel erreichen konnte, mit dem sie spielen oder an dem sie schnüffeln konnte. Es ist heute noch verblüffend, was für eine Wirkung dieses Dreigespann hat – gerade tobt sie noch wild durchs Wohnzimmer und denkt gar nicht daran, ins Bett zu gehen. Doch kaum streiche ich ihr sanft mit Schnuffeltuch und Kuscheltier über die Wange, verfällt sie – betört vom Geruch – sofort in einen müden Trancezustand, nuckelt verträumt am Schnuller und sagt: „Fertigmachen, Mama!“. Wacht sie nachts auf, kommt sie nur zu uns, wenn sie ihre Trostobjekte im Bett nicht finden kann, ansonsten schläft sie alleine in ihrem Zimmer wieder ein, sobald sie sie zu fassen bekommt.

 

Foto: Bigstock

Kleiner Schnuffeltuch-Tipp in Sachen Hygiene: Das Schnuffeltuch meiner Tochter ist eine dünne Mullwindel, die ich in dreifacher Ausführung habe. Nach einer Woche wird die Aktuelle durch eine Neue ausgetauscht. Die kann ich ihr aber nicht frischgewaschen unterjubeln, sondern nur mit etwas Trickserei. In Vorbereitung liegt das nächste Schnuffeltuch deshalb ein paar Nächte zuvor in meinem Bett, der Austausch der Tücher erfolgt dann nachts, weil meine Tochter den Wechsel so nicht bemerkt.

Geräusche, Musik und Licht

Vor allem bei Neugeborenen und Säuglingen im ersten Lebensjahr eignen sich monotone Geräusche wie Meeresrauschen, Herzklopfen oder das sogenannte weiße Rauschen (white noise) zum Einschlafen. Das weiße Rauschen klingt für dich wie die Frequenzsuche eines Radiosenders und wirkt wahrscheinlich eher nervig. Es ähnelt aber der Geräuschkulisse, die dein Baby aus dem Mutterleib kennt. Auf das Kleine wirkt es deshalb extrem beruhigend. Eine Studie zeigte, dass 80 Prozent der teilnehmenden Neugeborenen im Alter zwischen 2 und 7 Tagen beim Hören von weißem Rauschen innerhalb von 5 Minuten einschliefen. Während in der Kontrollgruppe ohne Geräusch nur 25% innerhalb von 5 Minuten spontan einschliefen.

Die Einschlafhilfe white noise gibt es in mehreren Varianten auf YouTube oder im App-Store.

Es gibt aber auch Kuscheltiere, die du am Bettchen platzieren kannst, und die Herzschlag, Meeresrauschen, Regen, weißes Rauschen, Föhn- oder Staubsaugergeräusch abspielen. Manche von diesen Einschlafhilfen „atmen“ sogar, imitieren Mamas „Schsch“-Geräusch oder verfügen über einen Schlafsensor. Der erkennt, wenn sich das Baby bewegt und beginnt noch vor dem möglichen Erwachen erneut mit Musik oder Sound – ohne dass du aufwachen und es aktivieren musst.

Lully Doll

Doodoo Bär von Babiage

Baby Shusher

Matt von myHummy

 

Je älter dein Kind wird, desto weniger wird es das weiße Rauschen mögen. Meeresrauschen oder Musik in Form von sanften Melodien wirken dann besser. Es gibt diverse Spieluhren, die das Abspielen von Musik mit Lichtreflektionen an der Zimmerdecke kombinieren. Das beruhigt und macht müde.

z.B. die Tranquil Schildkröte von Cloud b

Seestern-Nachtlicht

Manchen Kleinkindern, die nicht gerne allein im Dunkeln sind, reicht auch ein Nachtlicht zum Einschlafen aus oder wenn die Tür einen Spalt offensteht.

Einschlafhilfe für Babys – Wippen, Schaukeln, Vibration

Dein Baby hat sich daran gewöhnt, mit Bewegung einzuschlafen? Du hast aber keine Lust mehr auf nächtliche Spaziergänge, Autofahrten oder neben der Wippe zu wachen? Dann kannst du den Effekt des Wippens, Schaukelns oder der Vibration auch ins Bettchen übertragen. Es gibt dafür entsprechende Tools.

Lolaloo Kinderwagenschaukler

Schwingelemente (ohne Strom und Batterien, Prinzip basiert auf Physik und Antrieb erfolgt durch Bewegung des Kindes)

Einschlafhilfe für Babys: Begrenzung durch Pucken

Neugeborene, die die Enge aus dem Mutterleib gewöhnt sind, werden durch die „Weite“ im Bettchen oft unruhig. Mit einem Stillkissen kannst du eine Begrenzung schaffen. Oder du versuchst es mit Pucken.

Tee & ätherische Öle

Es gibt auch einige Hausmittel, die eine Einschlafhilfe für dein Baby oder Kleinkind sein können. Wenn es nach Oma geht, ist die beste Einschlafhilfe immer noch eine warme Milch. Die bekommen die meisten Kinder aber ohnehin vor dem Zubettgehen – und trotzdem denken sie danach nicht daran einzuschlafen. Es ist durchaus einen Versuch wert, dann mal einen Einschlaf-Tee anzubieten. Beruhigende und schlaffördernde Kräuter und Pflanzen sind zum Beispiel Lavendel, Orangenblüte, Hopfen, Melisse und Passionsblume. Entweder du machst dir deinen eigenen Mix (alles zu gleichen Teilen) oder greifst zu einer Fertigmischung extra für Kinder. Einschlaf-Tees kannst du ab einem Alter von etwa 5 Monaten vor dem Schlafengehen geben. Anfangs sollten es nicht mehr als 50 Milliliter sein. Frage vor der Gabe aber am besten immer noch deinen  Kinderarzt oder einen Apotheker.

Auch eine Aromatherapie mit ätherischen Ölen ist eine gute Einschlafhilfe. Lavendel, Mandarine, Melisse, Rose, Vanille oder Tonka sind eine gute Wahl. Entweder du tropfst einen Tropfen auf das untere Ende des Schlafsacks oder du tropfst das Öl in eine Schale mit viel heißem Wasser. Aber bitte immer außerhalb der Reichweite deines kleinen Schatzes! Eine Duftlampe mit Teelicht birgt immer ein gewisses Risiko. Hier gilt: Ebenfalls außer Reichweite des Kindes aufstellen und spätestens eine Stunde nach dem Einschlafen ausmachen. Es gibt auch Armoasprays mit schlaffördernden Mischungen, die du vor dem Schlafengehen im Raum versprühst.

Tropfen & Homöopathie

Sollten Düfte und Tee nicht ausreichen, dann gibt es auch schlaffördernde Tropfen auf pflanzlicher Basis (meist mit Baldrian) oder homöopathische Globuli. Je nachdem, wie sich dein Kind am Abend oder in der Nacht verhält, werden verschiedene Wirkstoffe aus der Homöopathie empfohlen, wie beispielswiese Chamomilla, Coffea oder Pulsatilla. Damit du das für dein Kind richtige Mittel findest, solltest du in jedem Fall mit einem Kinderarzt sprechen, der sich mit Homöopathie auskennt. Wichtig: Setze Tropfen und Globuli nur in akuten Fällen ein und begrenze die Gabe zeitlich!

Einschlafhilfe Melatonin

Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, das den Tag-Nacht-Rhythmus steuert. Wird Melatonin ausgeschüttet, werden wir müde. Melatonin gibt es in Deutschland mittlerweile in geringer Dosierung zu kaufen. Allerdings handelt es sich dabei um Nahrungsergänzungsmittel für Erwachsene! Du solltest damit keinesfalls leichtfertig mit deinem Kind herumexperimentieren. Dieses Thema ist, wenn denn überhaupt, definitiv eines für den Kinderarzt!

Viel wichtiger zu wissen: Es gibt Faktoren, die die Melatonin-Produktion im Körper verhindern, zum Beispiel Tageslicht (wenn es im Sommer lange hell ist), blaue Lichtwellen von Monitoren und Displays, Sport oder Toben am Abend sowie aufputschende Getränke. Schon allein aus dieser Erkenntnis ergeben sich neue Tipps für dich: Dunkle das Kinderzimmer zur Schlafenszeit so gut wie möglich ab, nutze ein rotes Nachtlicht, vermeide Toben am Abend und gebe deinem Kind keine flüssigen Muntermacher. Das gilt auch für dich, wenn du stillst: Trinke einige Stunden vor der Schlafenszeit deines Babys keinen schwarzen oder grünen Tee mehr, und weder Kaffee, Cola noch Energy Drink.

 

Mutter mit Baby beim Stillen in der Nacht

Foto: bigstock

Einschlafen ohne Schnuller?

Der Schnuller ist eine Einschlafhilfe, bei der du dich irgendwann fragst: „Wie lange noch?“. Sei es, weil du nicht mehr durch dein Kind geweckt werden möchtest, wenn es nachts aufwacht und den verlorenen Schnuller nicht mehr findet, oder wegen einer mögliche Fehlstellung der Zähne beziehungsweise einer Verformung des Kiefers. Für Ersteres kannst du mit einer kurzen Schnullerkette (so kurz, dass sie nicht um den Hals gewickelt werden kann) oder mit einem Schnullervorrat, verteilt im Kinderbett, Abhilfe schaffen. So lernt dein Kind schnell, wie es nachts wieder an seinen Schnuller kommt.

Was die Zähne angeht, so bin ich selbst von Gewissensbissen geplagt. Wie oben erwähnt, nimmt meine fast vierjährige Tochter nachts noch den Schnuller. Die Schnuller-Fee ist zwar schon ein Thema bei ihr, aber sie würde trotz Geschenk ihren Schnuller abends lautstark und außer sich vor Verzweiflung wieder einfordern – da bin ich mir sicher. Sie sich dann aus Konsequenz mehrere Nächte in den Schlaf schreien zu lassen, dazu bin ich nicht bereit. Zumal mich das an das klassische Schlaftraining mit der Schrei-Methode erinnert. Mehr dazu liest du in diesem Artikel. 

Selbst die Zahnärztin, die meinte, mit dreieinhalb müsse der Schnuller weg, sagte beim letzten Termin mit Blick auf meinen Babybauch: „Lassen Sie der Großen den Schnuller unter den Umständen noch etwas länger.“ Ich hoffe einfach darauf, dass sich das Schnullerthema bei meiner Tochter bald von selbst löst, weil sie ein „großes Mädchen“ sein möchte.

 

Einschlafhilfe für Kinder mit ADHS

Dass Kinder mit ADHS nicht zwangsläufig Medikamente benötigen, liest du in diesem Artikel.

Ist bei deinem Kind ADHS diagnostiziert worden, musst du es auch abends nicht unbedingt mit Medikamenten beruhigen, damit es besser einschläft. Probiere mal diese Möglichkeiten aus:

Durchkitzeln vor dem Schlafengehen– so verbindest du einen innigen, durch viel Lachen aufgelockerten Moment zwischen euch und gleichzeitig powert sich dein Kind noch mal so richtig aus, um danach besser einschlafen zu können.

Musik statt Hörspiel– sanfte Klänge eignen sich besser als Schlafbegleitung als spannende Geschichten. Bei denen können vor allem ADHS-Kinder nur schwer abschalten.

Gegenseitig vorlesen– sofern dein Kind schon lesen kann, wechselt ihr euch mit den Seiten ab. Konzentriertes Lesen verlangt Kinder mit ADHS oft einiges ab und macht sie so schön müde.

Schnuller und Flasche– darüber wird selten geredet, aber viele ADHS-Kinder bekommen noch im Grundschulalter abends eine Flasche und zum Schlafen den Schnuller. Nuckeln ist einfach die Beruhigungsmethode Nummer eins!

Judith Sylla

Als Mama habe ich eines früh gelernt: Vorsätze sind da, um sie wieder über Bord zu werfen. Intuitiv handeln, statt nach Prinzipien, macht so ziemlich alles und alle entspannter.

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