Kaum ist das Baby da, geht’s los mit den Meinungen, die auf die Neu-Eltern einprasseln. Ein riesiges Thema ist die Frage „Stillen oder Fläschchen”. Mitten in dieser Diskussion steht gerade Influencerin Karina Wagner. Ihr Baby ist erst wenige Wochen alt – und sie hat ganz offen in einem Instagram-Reel gesagt: Sie möchte nicht stillen.
Dazu schreibt sie: „Ich weiß gar nicht, warum es immer wieder so ein Tabuthema ist, wenn man sagt, dass man nicht stillt. Am Ende muss es jeder für sich entscheiden.“
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In ihrem Video erklärt sie ihre Entscheidung sehr persönlich: Schon während der Schwangerschaft habe sie gemerkt, dass sich der Gedanke ans Stillen für sie nicht richtig anfühlt. Nach der Geburt – die per Kaiserschnitt und körperlich sehr belastend war – habe sich daran nichts geändert. Im Gegenteil: Sie sei erschöpft gewesen und habe gemerkt, dass sie das Stillen körperlich kaum geschafft hätte.
Ein weiterer wichtiger Punkt für sie: Sie wollte sich die Verantwortung bewusst teilen. Ihr Partner sollte das Baby genauso füttern können – nicht nur „mithelfen“, sondern wirklich gleichberechtigt da sein. Dazu kommt: Erfahrungen aus ihrem Umfeld. Sie habe bei Freundinnen gesehen, wie anstrengend und schmerzhaft Stillen sein kann – auch das habe ihre Entscheidung beeinflusst.
Kritik aus der Community: „Stillen ist so viel mehr als nur Nahrung“
Doch diese Offenheit sorgt für viele kritische Stimmen. Unter Carinas Reel sammeln sich aktuell negative Kommentare. Eine Person bringt die Gefühle vieler auf den Punkt:
„Stillen ist so viel mehr als Nahrung. Es ist Bindung, Regulation, Liebe, Natur, Instinkt. […] Ich finde es schwierig, das bei so einer großen Reichweite zu verharmlosen.“
Andere kritisieren vor allem die Darstellung: Dass Stillen angeblich zu unflexibel sei oder man „nicht mal kurz vor die Tür kann“, sehen viele Mamas ganz anders – sie stillen unterwegs, im Alltag, überall. Wieder andere betonen: Pre-Nahrung sei ursprünglich als Lösung gedacht gewesen, wenn Stillen nicht möglich ist – und ist kein gleichwertiger Ersatz.
Manche Stimmen greifen die Mama auch persönlich an: „Es ist schon 100% (…) Egoismus, ein Kind in die Welt zu setzen (weil man selbst über die Entstehung bestimmt) und dann zu sagen, ich verweigere dem Kind das Natürlichste der Welt.”
Deutsche Leitlinie empfiehlt Stillen für 6 Monate
Stillen hat nachweislich viele Vorteile. Vor wenigen Monaten gab es erstmals eine offizielle deutsche Leitlinie, die klar empfiehlt: Babys sollten in den ersten sechs Lebensmonaten voll gestillt werden. Aber: Diese Empfehlungen richten sich vor allem an medizinisches Fachpersonal – nicht als Druckmittel für Mütter. Denn gleichzeitig wird ganz klar gesagt: Jede Frau entscheidet selbst, ob und wie sie stillen möchte oder kann.
Viele Mamas lieben ihre Stillbeziehung zu ihrem Kind, andere empfinden Stillen als anstrengend, schmerzhaft oder einfach nicht passend für sich. Karina spricht vermutlich offen aus, was viele vielleicht nur denken: Dass nicht jede Frau automatisch den Wunsch zu stillen hat. Und genau das trifft einen wunden Punkt – weil Stillen für viele eben auch emotional aufgeladen ist.
Stillen oder Fläschchen: Was wirklich zählt
Es gibt unter Karinas Video auch einige Stimmen, die ihr den Rücken stärken:
„Ja, stillen ist das beste fürs Kind. WIR WISSEN ES. Aber – wir wissen auch, mit wie viel psychischem Druck, mit wie viel intensivem Schmerz und emotionalen Abschied (Abstillen) Stillen zutun hat. Warum also verurteilen? Ich verstehe die Frauen nicht, die nicht-Stillen verurteilen. Jeder entscheidet es so, wie er es möchte! Leben und leben lassen.”
Denn am Ende zählt auch: Fühlst du dich mit deiner Entscheidung wohl? Hast du die Kraft, die du im Alltag brauchst? Und bekommt dein Baby Nähe, Zuwendung und Sicherheit?
Oder, wie eine andere Mama mit einem Augenzwinkern kommentiert: „Du musst dich nicht rechtfertigen. Am Ende werden wir alle bei Mc Donald‘s an einem Tisch sitzen.”
Und jetzt zu dir: Wie hast du dich entschieden – Stillen oder Fläschchen? Und hattest du dabei das Gefühl, frei entscheiden zu können?
Ich hatte nach meinem Kaiserschnitt zuerst extreme Probleme bis überhaubt Milch kam. Somit erhielt mein Sohn eh Pre Milch. Als dann endlich 4 Wochen nach der Geburt welche kam wurden meine Brustwarzen wund. Stillen war die Hölle. Ich habe also zwischen Pre Milch und abpumpen und stillen gewechselt. So ist es weiterhin. Nun nach 7 Monaten kommt kaum noch Milch. Und ich bin froh,dass mein Sohn als Zwiekind sowohl die Flasche als auch die Brust akzeptiert. Das gibt enorm viel Freiheit! Er war schon mit einigen Monaten stundenweise bei den Großeltern. Das wäre nur mit stillen und abpumpen nicht gegangen. Ich verstehe die Entscheidung sehr gut ! Jede Mutter sollte wählen können was sie möchte!
Hallo Nati,
Das klingt nach einem richtig anstrengenden Start – umso schöner, dass ihr euren Weg gefunden habt und dein Sohn beides so gut akzeptiert ❤️ Diese Mischung aus Stillen und Flasche kann wirklich viel Druck rausnehmen und, wie du sagst, auch Freiheit schenken.
Wie hast du für dich gemerkt, dass genau dieser Weg für euch passt? 🙂