Der Kleine zerstört das Spielzeug des Großen? So halte ich „Mini-Godzilla“ in Schach

„Meine Kinder teilen sich ein großes Zimmer. Romantisch betrachtet soll das die Verbundenheit zwischen den beiden stärken und sie sollen sich die Nähe geben, die sie brauchen. Weniger romantisch sind die immensen Schäden, die der kleine Bruder (1,5 Jahre) anrichtet, wenn er auf die penibel aufgebauten Playmobil-Lego-Bauklotz-Welten der großen Schwester trifft (4 Jahre). Ich nenne ihn deshalb nur noch Mini-Godzilla.

Es läuft entweder so:

Das große Kind merkt es nicht, weil es gerade bei einem Freund/auf dem Klo/im Kindergarten ist. Dann versuche ich, je nach Zeitfenster, den Schaden so ungeschehen wie möglich zu machen.

Oder so:

Das große Kind ist noch mitten im Bauprozess, stapelt Bauklötze mit Fingerspitzen auf- und gegeneinander, um zum Beispiel eine Rutsche für die Playmobil-Kinder zu bauen. Dann Auftritt Mini-Gozilla: Mit lautem „Hatta, hatta, puiiii!“ trampelt der Eineinhalbjährige durch die Spielplatz-Baustelle und macht sie in drei Schritten zur Ruine. Im Gegensatz zum richtigen Gozilla wird bei uns nicht auf das Monster geschossen. Der Lärm-Pegel nach der Katastrophe ist allerdings ähnlich. Geschrei von allen Seiten. Mit wutverzerrtem Gesicht stürmt die Große auf den Kleinen zu. Ich fange sie ab, nehme sie in den Arm und tröste.

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Meistens versuche ich dann meiner Großen zu erklären, dass ihr kleiner Bruder das nicht mit Absicht macht, er nur spielen will und wir es gemeinsam wieder aufbauen können. So ist es ja auch. Der Kleine will nicht zerstören. Er ist neugierig und ganz versessen darauf, die Welt der großen Schwester zu erkunden. Tatsächlich denke ich aber, dass ich das an Stelle meiner Tochter gar nicht hören wollte und einfach nur sauer auf den Zwerg wäre, der immer alles kaputt macht.

Also, was tun, wenn zwei Welten aufeinander prallen? Mama Regina Hilsberg hat das  auch schon erlebt und gibt in ihrem Buch „Wenn das zweite Kind kommt“ (Velber Verlag) handfeste Tipps für genau dieses Problem:

1. Auch die Großen brauchen Schutz vor den Kleinen. Sie sind zu Recht nicht gut auf die kleinen Geschwister zu sprechen, wenn diese sie ständig in ihrem Spiel stören.

2. Jedes Kind bekommt seinen Bereich im großen Spielzimmer. Oder es gibt klar definierte Bau-, Puppen- oder Kuschelecken. Hierher lassen sich kleine Geschwister auch mal ablenken und mit Mama oder Papa exklusive Spielzeit haben, während das Größere Kind in Ruhe spielen kann.

3. Eine äußere Abgrenzung kann helfen. Für Krabbel-Kinder tut es eine Kissenmauer, für größere eine Reihe aus Stühlen oder ein Tür-Gitter. Auch im Laufstall spielen die Kleinen mitunter ganz gerne, am besten mit Sichtkontakt zum großen Kind und natürlich nicht, um das Kind lediglich abzustellen.

4. Ordnung halten. Dabei helfen klar gekennzeichnete Schubladen oder Boxen – und legen auch mal Besitzansprüche fest. Neben Gemeinschafts-Spielsachen hat so jedes Kind seine eigenen Dinge. Das beinhaltet die Chance zu lernen, dass nicht alles im Kinderzimmer immer für jeden zur Verfügung steht.

Ich weiß, dass es unrealistisch ist, dass es mit diesen Tipps von nun an nie mehr Streit gibt. Doch ich habe schon mit der Umsetzung angefangen und bis optimistisch, dass solche Ideen meinen Kindern helfen, gegenseitigen Respekt zu lernen, und zu erfahren, dass jeder große und kleine Mensch seine eigenen Bedürfnisse hat.

Vor kurzem zog dann tatsächlich die kindliche Romantik wieder bei uns ein – und zwar ganz überraschend: Mini-Gozilla zerlegte gerade krachend ein Duplo-Hochhaus mit vier Stockwerken, Garten, Carport und Fahrstuhl in seine bunten Einzelteile. Da nahm die Große ihm sanft einen Duplo-Stein aus der Hand, streichelte ihm den Kopf und sagte: „Jaaaa, du willst spielen. Das kann ich verstehen. Du bist ja noch klein. Es ist nicht schlimm, dass jetzt alles kaputt ist. Wir bauen es zusammen wieder auf“.

Perplex verließ ich das Zimmer. Und entdeckte acht Playmobil-Kinder im Klo. Gozilla hatte gelernt und seine zerstörerische Kraft vom Kinderzimmer ins Bad verlegt.

Schnell raus damit, denn ich befürchte, dass meine Tochter nicht gleich noch mal so eine Engelsgeduld zeigt.“

Dieser Text stammt von unserer freien Autorin Julia Jung.

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