Manchmal schreibt das Leben Geschichten, die man sich selbst niemals ausdenken würde: Caroline Ferreira Santos Philipp war bereits Mama von zwei kleinen Kindern, als sich völlig unerwartet Drillinge ankündigten – und aus einer vierköpfigen Familie plötzlich eine siebenköpfige wurde.
Heute lässt sie als @triplets_of_hamburg auf Instagram mehr als 380.000 Menschen an ihrem turbulenten Alltag als fünffache Mama teilhaben – ehrlich, ungeschönt und mit ganz viel Herz.
In ihrem neuen Buch „Heulen bringt dich auch nicht weiter“ (EMF-Verlag) erzählt sie von den Momenten, die wehgetan haben, von dem, was sie daraus gelernt hat, und davon, was sie anderen Mamas mit auf den Weg geben möchte.
Wir haben sie zum Interview getroffen und mit ihr über schmerzhafte Erfahrungen, mutmachende Learnings und das echte Leben zwischen vollen Windeln, vollem Geschirrspüler und ganz viel Liebe gesprochen
Caro, jetzt mal ehrlich: Du hast fünf (!!!) Kinder, bist auf Instagram erfolgreich, jetzt auch noch Buch-Autorin. Wie bekommst du das hin?
Mit ganz viel Energie. Alles, was ich tue, mache ich irgendwie nebenbei: Kochen, putzen, wickeln. Ich plane nicht großartig, ich mache einfach.
Früher war ich nicht so entspannt. Ich war unentspannt in jeglicher Hinsicht – was Männer angeht, was alles angeht.
Aber irgendwann fällt ein Groschen und du sagst dir dann: „Okay, entweder wirst du jetzt entspannt – oder du machst dir das Leben nur noch schwerer.“
Bei den Drillingen war ich gelassener
Warst du bei den Drillingen denn relaxter als bei den ersten beiden Kindern?
Absolut. Es war so ein Glück, dass ich vor den Drillingen schon zwei Kinder hatte.
Es ist ein viel zu großer Schuh, in den man erst reinwachsen muss. Ich wusste, wie man wickelt, wie man dies und das macht. Alle Skills habe ich mit den beiden anderen schon gelernt.
Deswegen war das keine große Sache, dass ich noch ein Kind bekommen habe – beziehungsweise drei.
Wenn du schon beim Wickeln bist, wickelst du drei Kinder. Viele denken: Oh, das ist viel Arbeit. Aber wir Portugiesen sagen:
Wäscht du einen Teller, wäscht du zehn. Du bist mit den Händen eh schon im Wasser. Du bist schon nass. Da macht es dann keinen Unterschied mehr.
Starke Frauen werden nur selten gefragt, wie es ihnen geht.
Du hast ein richtig schönes Zitat in deinem Buch genannt: „Starke Frauen werden von vielen bewundert, aber nur selten gefragt, wie es ihnen geht.“ Wie geht’s dir, Caro?
Mir geht es gut. Es ist momentan viel los.
Meine Kinder sind Zuhause und sie sind wohl auf. Meine Mama ist da und auch mein Mann. Wir haben eine tolle Unterstützung.
Aber dennoch habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich auch gern bei ihnen wäre und gleichzeitig liebe, was ich tue.
Zuhause stapelt sich die Wäsche, die verschwindet nicht einfach. Aber ich lasse mich davon auch nicht stressen.
Dann wird eben morgen die Wäsche gemacht. Ich muss Prioritäten setzen, das ist das Wichtigste in meinem Alltag. Ich habe letztens ein tolles Event sausen lassen, für einen Elternabend. Auch das war meine Priorität. Ich bereue es nicht.
Was hat dich so stark gemacht?
Du musst wissen, ich habe eine unfassbar starke Mutter. Sie hat mir diese Stärke in die Wiege gelegt und ich habe nie etwas anderes von ihr gesehen.
Im Gegensatz zu ihr bin ich ein Pups.
Wir sind das Spiegelbild unserer Kinder, und das stimmt. Wir sind so, wie wir es von unseren Eltern vorgelebt bekommen haben.
Ich bin voller Energie und habe Stärke in mir, weil ich ein Dorf hinter mir habe. Ein kleines, aber starkes Dorf. Mein Mann, meine Mutter – wenn wir alle da sind, ziehen wir an einem Strang und dann schafft man das auch.
Großen Respekt an alle alleinerziehendes Mütter. Ich schicke euch ganz, ganz viel Kraft.
Was ich der Caro von früher gern sagen wollen würde
Was würdest du jungen Müttern in den 20ern raten?
Behaltet die Ruhe und denkt dran, dass diese Phase nicht für immer ist.
Akzeptiert euch selber, wie ihr seid und vergleicht euch nicht mit anderen.
Ich habe in meinen Zwanzigern teilweise nicht gegessen. Ich hatte keine Bulimie, doch habe mich immer zu dick gefühlt.
Ich habe mich damals so gestresst, weil ich dünn sein wollte.
Auch heute noch gucke ich mich nicht im Spiegel an und sage: „Du bist eine geile Sau!“. Das denke ich nie von mir, aber es macht mich auch als Mensch aus. Ich habe mich selbst akzeptiert.
Du sprichst offen übers Elternsein wie kaum jemand anders – warum sagen viele nicht, wie es wirklich ist?
Im Jahr 2019 habe ich mein erstes Kind bekommen und ich habe bis dato von niemanden gehört, wie es wirklich ist, Mutter zu werden.
Ich dachte, dass es so ist wie in den amerikanischen Filmen.
Und dann kam das Kind, ich hatte einen Kaiserschnitt und wusste nicht, was auf mich zukam.
Ich dachte mir nur: „Was hast du getan? Mein Leben ist vorbei?!“
Ich hatte Hämorrhoiden. Das war alles so komisch. Mein Kind wollte nur auf den Arm, er wollte nicht in den Kinderwagen. Autofahren hat er gehasst. Ich habe mich gefühlt wie im Gefängnis und konnte mir an manchen Tagen noch nicht mal die Zähne putzen.
Aber ich habe auch vieles zum ersten Mal gemacht und dachte dann oft: „So hat mir das niemand gesagt!“ Vielleicht, weil man mir keine Angst machen wollte.
Ich würde aber sagen:
Es ist schon wichtig, der Realität ins Auge zu gucken, damit du ganz anders damit umgehen kannst. Deshalb rede ich jetzt so offen darüber.
Dein Buch trägt den Titel „Heulen bringt dich auch nicht weiter“ – aber was denn dann?
Man muss sich Zeit geben. Tief einatmen,
Heulen bringt dich auch nicht weiter, aber wenn es hormonell bedingt ist, dann solltest du selbstverständlich weinen. Weinen tut gut und reinigt die Seele. Aber ich meine eher diese Art von Rumheulen.
Bemitleide dich nicht und zieh‘ durch.
Das ist mein Motto, so wurde ich erzogen. Jammern bringt sich nicht weiter, sondern zieht dich nur nach unten.
Guck lieber in den Spiegel und sage dir: „Ich schaffe das!“ Du musst auch selbst an dich glauben, denn die Kraft, die in uns steckt, die ist so dermaßen groß.
Danke liebe Caro für das schöne Gespräch. Wer Caro durch den Alltag mit ihren fünf Kindern folgen möchte, findet sie hier auf Instagram.
Und noch weitere Anekdoten aus Caros Leben so wie Learnings findet ihr im Buch „Heulen bringt dich auch nicht weiter“ (EMF Verlag). Reinlesen lohnt sich!
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Oha, das sieht so gut aus! Ich muss dieses Buch unbedingt lesen, weil mich das Thema total anspricht und ich schon so viel Gutes darüber gehört habe. Bin super gespannt auf die Story!
Hut ab! Ich habe vier Kinder die nun alle selbst schon Eltern sind.Ohne die große Unterstützung meiner Eltern hätte ich das alles damals nicht geschafft.Würde mich sehr über dieses Buch freuen 🙂
Ich habe 2 Kinder, fast 9 Jahre und 15 Monate. Ich kenne aber eine Mama, die jetzt Zwillinge bekommt. Da wäre das Buch das perfekte Geschenk
Das klingt wirklich mega inspirierend… Ich habe nur eine Tochter und bin schon oft überfordert. Ich freue mich auf das Buch!