„Ich bin schwanger”, drei Worte, die eigentlich Freude auslösen sollten. Doch für viele Frauen markiert genau dieser Moment nicht nur den Beginn einer Zeit voller Freude, sondern leider auch beruflicher Unsicherheit.
Nachdem immer wieder auch Creatorinnen, Schauspielerinnen und andere Frauen aus der Öffentlichkeit berichten, dass sie durch ihre Schwangerschaft oder Familienplanung berufliche Nachteile erlebt haben, wie zum Beispiel zuletzt Schauspielerin Caro Cult, haben wir in unserer Community gefragt, welche Erfahrungen ihr machen musstet.
Schockierende Geschichten aus unserer Community
Eure Geschichten zeigen: Die Angst vor Kündigungen oder Benachteiligungen nach einer Schwangerschaft oder Elternzeit ist kein Einzelfall. Viele werden eiskalt von ihren Arbeitgebern im Stich gelassen.
Unter einem TikTok-Video, in dem wir euch nach euren Erfahrungen fragen, sammeln sich die haarsträubenden Geschichten und Erfahrungen von Müttern in den Kommentaren.
@echte_mamas 🤰Diskriminierung am Arbeitsplatz Immer wieder berichten Eltern von abfälligen Kommentaren, fehlenden Aufstiegschancen, Druck oder andere Formen der Benachteiligung. 💬👀Schreibt uns eure Erfahrungen in die Kommentare… #job #gleichberechtigung #eltern #quit #schwanger ♬ Originalton – Echte Mamas
„Zwei Wochen nach der Schwangerschaftsverkündung wurde ich entmachtet.“
Eine Mutter berichtet, dass sich nach der Bekanntgabe ihrer Schwangerschaft alles verändert habe.
„Mir wurde direkt nach der Verkündung der Schwangerschaft gesagt, ich könne meine Stelle schon mal neu ausschreiben. Zwei Wochen später wurden mir die Prokura und sämtliche Berechtigungen entzogen. In vier Wochen endet meine Elternzeit. Ich weiß, dass ich gekündigt werde.”
Besonders belastend ist für viele nicht nur die Unsicherheit im Job selbst, sondern auch alles, was danach kommt. 50 Bewerbungen habe sie bereits geschrieben – jedoch ohne Erfolg. Bewerbungen schreiben, Absagen bekommen und gleichzeitig versuchen, sich auf das Familienleben zu konzentrieren – all das kostet unglaublich viel Kraft.
„Ich musste gegen die Kündigung klagen.“
Eine andere Mutter erzählt von einem langen Kampf gegen ihren Arbeitgeber.
„Schon in meiner ersten Schwangerschaft haben sie versucht, mich rauszumobben. Nach der Elternzeit wurde ich sogar bis aufs Klo verfolgt. Als ich dann unerwartet erneut schwanger wurde, bekam ich die Kündigung. Ich musste dagegen klagen.”
Nur weil sie Mitglied einer Gewerkschaft gewesen sei, habe sie sich den Rechtsstreit überhaupt leisten können. Das ist wohl das Letzte, womit man sich während einer Schwangerschaft oder mit einem kleinen Kind beschäftigen möchte. Eigentlich sollte diese Zeit von Vorfreude, der Geburt und dem Ankommen als Familie geprägt sein – stattdessen müssen sich manche Frauen mit Anwälten, Fristen und Gerichtsterminen auseinandersetzen.
„Man riet mir, einfach zu kündigen.“
Viele berichten, dass es gar nicht immer die Kündigung selbst ist, die besonders verletzt. Oft sind es die Gespräche davor – Bemerkungen, Andeutungen oder der Versuch, Frauen selbst zum Gehen zu bewegen. Das Gefühl, plötzlich nicht mehr erwünscht zu sein, bleibt bei vielen lange hängen. Dazu macht mich auch diese Geschichte fassungslos:
„Mir wurde bei der Verkündung meiner Schwangerschaft geraten zu kündigen, damit ich meine Schwangerschaft genießen kann. Als ich das ablehnte, hieß es plötzlich, meine Stelle werde gar nicht mehr gebraucht. Man fragte sogar, ob ich mich nicht einfach krankschreiben lassen könne.”
Sie schreibt bitter: „Liebs, eine Frau zu sein und das Privileg zu haben, Kinder zu bekommen.”
„Zehn Minuten später hatte ich die Kündigung.“
Für eine andere werdende Mama kam der Schock unmittelbar nach der Verkündung.
„Ich wurde zehn Minuten nach der Bekanntgabe, dass ich schwanger bin, gekündigt. Ich habe versucht zu erklären, dass das nicht rechtens ist. Es war ihnen egal.”
Heute befindet sie sich im Rechtsstreit. Ihr Kind kommt bald zur Welt – doch statt Vorfreude bestimmen Gerichtstermine ihren Alltag.
„Nach acht Jahren war ich plötzlich nicht mehr flexibel genug.“
Viele Mamas kennen genau diese Sorge. Mit einem Kind verändert sich der Alltag – spontane Überstunden oder kurzfristiges Einspringen sind oft einfach nicht mehr möglich. Das sollte selbstverständlich sein. Trotzdem haben viele das Gefühl, dass genau das ihnen im Berufsleben zum Nachteil wird.
Eine Mutter schreibt:
„Ich wurde nach acht Jahren plus zwei Jahre Ausbildung gekündigt. Weil ich nicht mehr so flexibel war und nicht mehr ständig einspringen konnte. Den Ausschlag gab, dass ich in meinem Urlaub nicht eingesprungen bin.”
„Meine Stelle wurde einfach gestrichen.“
Auch diese Mutter stand nach der Elternzeit plötzlich vor einer Entscheidung, die eigentlich keine war:
„Meine Stelle wurde während der Elternzeit gestrichen. Man bot mir an, als Minijobberin weiterzumachen, selbst zu kündigen oder jeden Tag eine Stunde in den nächsten Markt zu fahren.”
Nach Monaten oder sogar Jahren in Elternzeit freuen sich viele darauf, wieder in den Beruf einzusteigen. Umso größer ist der Schock, wenn plötzlich klar wird, dass der alte Arbeitsplatz gar nicht mehr auf sie wartet oder sie nur noch zwischen schlechten Alternativen wählen können.
„Mein Vertrag wurde einfach nicht verlängert.“
Gerade befristete Arbeitsverhältnisse sorgen für große Unsicherheit. Läuft ein Vertrag aus, bleibt einem oft kaum eine Möglichkeit, etwas dagegen zu unternehmen. Für viele bedeutet das, ausgerechnet mit einem Baby zu Hause plötzlich ohne Einkommen oder mit großen Zukunftssorgen dazustehen. Wie in diesem Fall:
„Mein Vertrag wurde in der Schwangerschaft nicht verlängert. Seitdem bin ich arbeitslos und auf staatliche Unterstützung angewiesen.”
oder
„Ich habe im Juni mein Baby bekommen. Mein Arbeitsvertrag läuft jetzt aus und wird nicht verlängert.”
Viele Frauen leben mit der Angst vor der Rückkehr
Beim Lesen der vielen Erfahrungen wird schnell deutlich: Nicht nur Kündigungen oder Benachteiligungen beschäftigen viele Frauen. Mindestens genauso präsent ist die Angst davor. Selbst wenn noch gar nichts passiert ist, begleitet viele das Sorge, dass sich nach der Elternzeit alles verändert haben könnte.
Sie fürchten, degradiert zu werden, ihren alten Arbeitsplatz nicht mehr zurückzubekommen oder als „nicht mehr belastbar“ abgestempelt zu werden.
Eine schreibt:
„Ich bereite mich mental schon darauf vor, dass ich nach der Elternzeit gekündigt werde.”
eine andere Mama schreibt:
„Morgen endet meine Elternzeit. Ich habe ein ganz ungutes Gefühl.”
Wenn Familie zum Karrierekiller wird
Natürlich gibt es auch Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiterinnen unterstützen und ihnen den Wiedereinstieg erleichtern. Doch auch aktuelle Studien zeigen, dass Schwangerschaft und Elternzeit für viele Frauen noch immer mit beruflichen Nachteilen verbunden sind.
Eigentlich sollte niemand Angst haben müssen, eine Schwangerschaft zu verkünden oder nach der Geburt seines Kindes an den Arbeitsplatz zurückzukehren. Kinder zu bekommen ist keine Schwäche – und Familie darf kein Karrierekiller sein.
Wie war eure Erfahrung?
Habt ihr nach eurer Schwangerschaft oder Elternzeit Unterstützung erlebt – oder musstet ihr ebenfalls um euren Arbeitsplatz kämpfen? Erzählt uns eure Geschichte in den Kommentaren.
Das mussten Mamas aus unserer Community nach der Elternzeit durchmachen
Von
Emmelie Feurer
4. August 2026