Das Kind allein zu Hause lassen – ab wann ist das eigentlich erlaubt?

Wenn die Kinder ein wenig größer werden, wird vieles leichter. Sie können sich immer öfter auch mal für eine Weile alleine beschäftigen, schlafen abends auch ohne lange Begleitung ein und helfen entsprechend ihrer Fähigkeiten sogar im Haushalt mit. Als Mama spürst du dann, wie du langsam ein wenig „Freiheit“ zurückgewinnst. Hast du diese Freiheitsluft einmal geschnuppert, fragst du dich wahrscheinlich irgendwann: Ab wann ist es eigentlich ok, mein Kind allein zu Hause zu lassen? Und wie lange darf es dann allein bleiben?

Für diese Frage gibt es keine gesetzlichen Vorschriften oder ein vorgegebenes Mindestalter, ab dem es legal ist, sein Kind allein zu Hause zu lassen. Es kommt vielmehr ganz auf den Entwicklungsstand und die mentale Reife deines Kindes an, also darauf, wie selbständig, verantwortungsbewusst und zuverlässig es ist.

Die meisten Eltern empfinden ihre Kinder mit etwa 7 oder 8 Jahren als reif genug, um das erste Mal probeweise allein zu Hause zu bleiben oder unbeaufsichtigt draußen spielen zu gehen. Viele Eltern üben dann das Alleinsein mit ihren Kindern in kleinen Etappen, etwa wenn sie kurz Einkaufen fahren oder eine kleine Runde joggen gehen.

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Bei einigen Kindern klappt es mit dem Alleinbleiben auch bereits in jüngeren Jahren, etwa mit 4 oder 5. Allerdings sollten es dann noch nicht mehr als 30 Minuten am Stück sein.

Fühlt sich dein Kind alleine wohl und beginnt entspannt? Foto: Bigstock

Andere Eltern beaufsichtigen ihre Kinder lieber durchgehend, bis diese 12 oder 13 Jahre alt sind. Auch das ist völlig in Ordnung, wenn sich die Trennung einfach noch nicht richtig anfühlt. Es kommt also wirklich ganz darauf an, ob dein Kind und ihr als Eltern innerlich dafür bereit seid.

Wenn du deinem Kind zutraust, dass es für kurze Zeit allein zu Hause bleiben kann, solltest du dir vorab folgende Fragen stellen:

  • Hält sich mein Kind zuverlässig an Abmachungen?
  • Kann sich mein Kind im Notfall problemlos an jemanden wenden, zum Beispiel an die Nachbarn? Oder kann es mich telefonisch erreichen?
  • Fühlt sich mein Kind wohl und sicher, wenn es allein bleibt?

Wenn du diese Fragen mit einem klaren Ja beantworten kannst, solltest du dein Kind folgendermaßen auf das Alleinsein vorbereiten:

1. Besprecht, dass dein Kind während deiner Abwesenheit niemandem die Tür öffnet. Außer Personen, mit denen es abgesprochen ist, wie etwa der Nachbarin, die nach dem Rechten schaut. Ihr könnt dafür ein Klingel- oder Klopfzeichen vereinbaren. Lass das am besten dein Kind selbst festlegen, so kann es den „Code“ später am besten wiedererkennen.

2. Auch ans Telefon sollte dein Kind nur gehen, wenn sicher ist, dass du oder eine andere Vertrauensperson anruft. Beim Telefon kannst du deine Handynummer unter „Mama“ abspeichern, so dass dein Kind auf dem Display lesen kann, wenn du anrufst. Wenn es noch nicht lesen kann, vereinbart auch hier ein Klingelzeichen, etwa drei kurze Anrufe hintereinander, bei dem dein Kind beim dritten Mal rangeht.

3. Klärt auch, wo dein Kind Hilfe holen kann, falls etwas sein sollte. Wenn es zu den Nachbarn gehen kann, stellt sicher, dass diese zu Hause sind und informiert sie, dass dein Kind allein zuhause ist und eventuell klopfen kommt.

4. Besprecht weitere Regeln, um Risiken auszuschließen: Zum Beispiel keine Experimente in der Küche, also etwa mit Herd, Messer, Feuer oder sonstigen Gefahrenquellen.

5. Ganz wichtig ist außerdem, dass dein Kind weiß, wie lange du weg bist. Halte dich dann auch genau an diese Abmachung und bleib nicht länger weg als vereinbart.

Diese Regeln gelten wie erwähnt für (Vor-)Schulkinder mit der entsprechenden mentalen Reife, um die Abmachungen auch verstehen und befolgen zu können. Doch was ist mit Babys und kleineren Kindern?

Ist es okay, das Baby schlafen zu lassen, um kurz das große Geschwisterkind vom Kindergarten abzuholen?

Dieses Szenario kennen sicher viele Mehrfachmamas: Dein Baby ist gerade eingeschlafen und du musst dein älteres Kind vom Kindergarten abholen. Das dauert nur eine Viertelstunde, was sollte schon passieren, wenn du dein Baby jetzt einfach kurz schlummern lässt, statt es zu wecken, anzuziehen und in den Kinderwagen zu setzen? Doch so einfach das klingt, ist es rein rechtlich nicht:

„Auch wenn es manchmal einfacher scheint, das Baby einfach schlafen zu lassen, während man kurz was außer Haus erledigt: Ein schlafendes Baby allein zu Hause zu lassen, ist aus rechtlicher Sicht fahrlässig. Generell sollten Babys und Kleinkinder also stets unmittelbar beaufsichtigt werden“, so Margot Czekal, Geschäftsführerin Pädagogik beim Kinderschutzbund Landesverband Bayern.

Als Eltern von Babys und Kleinkindern haben wir also eine ganz klare Aufsichtspflicht. Schließlich kann sich ein Baby nicht selbst helfen und ist dadurch rund um die Uhr auf den Schutz der Eltern angewiesen. Das Risiko, dass etwas Unvorhergesehenes passiert, ist in diesem Alter einfach zu groß, zumal auch schon die Kleinsten ganz schön erfinderisch sein können, wenn es zum Beispiel um das Ausbüchsen aus dem Gitterbettchen geht.

Ab wann können große Geschwister babysitten?

Dein Kleinkind hat eine große Schwester oder einen großen Bruder? Super, aber ein älteres Geschwisterkind ist nicht automatisch ein geeigneter Babysitter. Auch hier ist es eine Frage der individuellen Reife, ob du deinem großen Kind die Verantwortung für sein Geschwisterchen für kurze Zeit übertragen kannst, oder ob du es damit überforderst.

Generell gilt jedoch, dass ein Kind niemals die Verantwortung für ein Baby oder gar Neugeborenes tragen sollte, auch nicht für kurze Zeit. Damit würde es zweifelsohne überfordert sein. Auch kleine Streithähne oder berüchtigte Quatschmacher sollten auch (oder gerade) zu zweit nicht unbeaufsichtigt gelassen werden.

Wenn deine Kinder aber mindestens das Vorschulalter erreicht haben und ihr alle das Gefühl habt, dass sie dazu bereit sind, kann es für ihre Geschwisterbeziehung sogar sehr bereichernd sein, zu zweit allein zu Hause zu bleiben.

Der Schulweg: Allein oder lieber in Begleitung der Eltern?

Genau wie das Alleinbleiben zu Hause, kann und sollte auch der Schulweg Schritt für Schritt geübt werden. Kinder müssen nicht nur die Strecke kennen, sondern mit ihr auch alle potentiellen Gefahren des Straßenverkehrs, auf die sie achten müssen. Sucht zusammen den gefahrenärmsten Weg zur Schule und geht ihn so lange gemeinsam, bis du und dein Kind sicher seid, dass es alle Regeln verinnerlicht hat und sich zuverlässig daran hält. Ihr könnt es so machen, dass dein Kind mit jedem Mal eine längere Teilstrecke allein geht. So hat immer wieder ein neues Erfolgserlebnis, bis es schließlich den ganzen Weg allein schafft.

Der Schulweg will gut geübt werden, damit danach alles sicher vonstatten geht. Foto: Bigstock

Diese Selbständigkeit wirkt sich auf das Selbstvertrauen von Kindern unglaublich positiv aus. Wenn sie dann auch noch Klassenkameraden haben, mit denen sie zumindest ein Stück des Weges gemeinsam gehen können, kommt noch ein wichtiger sozialer Faktor hinzu. Das gibt deinem Kind mehr Sicherheit und der Schulweg macht so nebenbei auch noch mehr Spaß.

Ein Kind im Kindergartenalter allein zur Kita oder zum Spielplatz zu schicken, ist allerdings nicht erlaubt und gilt unter Umständen schon als Verletzung der Aufsichtspflicht. Ist euer Kind also noch nicht im Schulalter, solltet ihr als Eltern immer in Sichtweite bleiben und aufpassen. Wer sich unsicher ist, ob sein Kind schon Freiheiten hat, die rechtlich unter Vernachlässigung fallen, kann sich bei der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (BKE) kostenlos und anonym informieren: www.bke.de

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