Coole Geräte und Apps, mit denen Beckenbodentraining Spaß macht

Zugegeben, auch wir schauen lieber Fernsehen als unseren Beckenboden zu trainieren. Und weil wir oft nicht genau wissen, was wir überhaupt tun sollen, fällt es uns noch schwerer, uns aufzuraffen.

Bei der Motivation will jetzt die Tech-Szene helfen. Raffinierte Apps und coole Geräte wollen jetzt für weniger Langeweile und mehr Spaß beim Beckenbodentraining sorgen – und natürlich auch für größere Effektivität.

Doch nicht nur das: Die technischen Helfer unterstützen uns Frauen zuallererst mal dabei, den eigenen Beckenboden zu erspüren. Denn viele von uns wissen nicht, wo der überhaupt steckt und wie er sich anfühlt.

Wir haben drei moderne Trainingshilfen getestet – und sind gespannt, was du dazu sagst:

1. Elvie –  Beckenbodentrainer per App

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Foto: Screenshot www.elvie.com

Elvie ist ein etwas mehr als tampongroßes Gerät aus medizinischem, mintgrünen Silikon, das per Bluetooth mit einer zugehörigen App auf dem Smartphone verbunden ist.

Elvie wird in die Scheide eingeführt, wo es die Beckenbodenkontraktionen mithilfe eines Sensors aufzeichnet und auf dem Smartphone sichtbar macht.

Dein Beckenbodentraining wird also vom Gadget auf die App übertragen. So siehst du auf dem Smartphone, wie stark deine Muskulatur ist und wie gut sie arbeitet.

Das Training mit Elvie funktioniert wie ein Spiel: Du bringst durch das An- und Entspannen deiner Muskeln zum Beispiel einen Edelstein zum Hüpfen oder du bewegst ihn voran und lässt ihn über Hindernisse springen.

Insgesamt werden sechs verschiedene, laut Elvie „einzigartige“ Übungen mit einer Dauer von je fünf Minuten angeleitet, die deinen Beckenboden optimal trainieren sollen. Alle Übungen lassen sich mit verschiedenen Spielen auf der App üben.

Sobald du zehn Mal trainiert hast, schaltest du in der App automatisch ein neues Level und somit neue Spiele frei.

Foto: elvie.com

Für einen optimalen Sitz lässt sich die Größe des Gerätes mit einem Aufsatz anpassen. Ein Rückholstück bleibt draußen, um Elvie nach dem Üben wieder sanft herauszuziehen. Durch die Hülle aus medizinischem Silikon ist Elvie wasserfest.

Der Übungstrainer Elvie kostet zusammen mit dem Aufsatz, der Transporthülle, dem Ladegerät und -Kabel sowie der zugehörigen App für iPhone und Android 199 Euro. Zu bestellen unter www.elvie.com

2. Perifit – Ein Joystick für den Beckenboden

Foto: Screenshot www.perifit.io

Perifit funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip wie Elvie. Das silikonumhüllte Gadget wird eingeführt und mit einer eigenen App auf dem iPhone oder einem Android kompatiblen Smartphone verbunden.

Die Kontraktionen werden über einen Sensor auf dem Gadget an die App gesendet und dort in Form eines Smartphone Spiels dargestellt.

Foto: Screenshot indiegogo.com

Das besondere an Perifit sind die fünf Übungskategorien, nach denen man wählen kann:

  • Die Kategorie „Vor und nach der Schwangerschaft“ eignet sich, wie der Name schon sagt, für alle, die eine Schwangerschaft anstreben und für Mamas nach der Rückbildungsgymnastik.
  • Ein „Präventivtraining“ soll den Beckenboden allgemein fit halten, auch wenn es gerade keine akuten Probleme gibt.
  • Zwei Programme richten sich speziell an Frauen, die Probleme haben, ihre Blase zu kontrollieren. Diese heißen „Dranginkontinenz“ und „Stressinkontinenz“, richten sich also nach der jeweiiligen Ursache für ungewolltes Wasserlassen.
  • Das fünfte Programm nennt sich „Intimes Wohlbefinden“ und soll den Beckenboden offenbar gezielt für ein intensiveres Empfinden beim Sex trainieren.

Die serienmäßige Herstellung dieses Joysticks für Frauen wurde erst im Februar 2017 per Crowdfunding erfolgreich finanziert. Er wird derzeit für den Massenmarkt produziert und kann auf der Website des französischen Anbieters vorbestellt werden.

Sobald er regulär auf dem Markt ist, soll der Perifit inklusive der App ca. 150 Euro kosten. www.perifit.io

3. vSculpt – Die Wärmetherapie für Scheide und Beckenboden

Einen um 82 Prozent gestärkten Beckenboden verspricht das dildoartige Gerät aus den USA, das seit ein paar Monaten auch in Deutschland erhältlich ist. Ein Mix aus Wärme, Schallwellen sowie Lichtenergie aus roten und infraroten LEDs regt die Kollagenbildung in der Vagina an, um diese zu straffen. Man muss also selbst nichts tun, sondern nur entspannt sitzen und warten, während das Gerät für einen arbeitet.

Angst, dass es untenrum zu heiß wird? Keine Sorge, die Temperatur wird auf 42 Grad begrenzt. In der Tiefe sind es 45 Grad, aber dort gibt es keine Schmerzrezeptoren. Ein spezielles Gel mit Hyaluransäure schützt das Gewebe bzw. leitet die Energie weiter.

Der in Deutschland ansässige Gynäkologe Dr. Frank Schneider-Affeld untersucht gerade im Rahmen einer Studie die Wirkweise von VSculpt. Laut Schneider-Affeld konnten schon erste Effekte beobachten werden, nachdem Frauen das Gerät zehn Minuten am Tag anwendeten. Empfohlen wird ein Behandlungszeitraum von 45 bis 60 Tagen.

Durch den gestärkten Beckenboden und die gestraffte Vagina sollen auch von Inkontinenz betroffene Frauen 90 Prozent weniger Harn verlieren. Weitere positive Nebenwirkung: mehr Gefühl beim Sex.

Gerät und Gel gibt es für rund 480 Euro. Infos: www.lp-beauty.de

4. Gynzone App – Dein Trainingshelfer für die Handtasche

Wenn du deinen Beckenboden mit dem Smartphone trainieren möchtest, aber lieber auf ein Gadget zum Einführen verzichtest, dann ist die in Dänemark entwickelte App Gynzone vielleicht etwas für dich.

Mit zahlreichen Übungen in drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden soll dich die App dazu motivieren, das Beckenbodentraining Teil deiner täglichen Routine werden zu lassen.

Fotos und Videos leiten dich an, die Übungen richtig auszuführen. Eine Erinnerungsfunktion sorgt dafür, dass du deine tägliche Einheit nicht vergisst.

Die Übungen wurden von einer Physiotherapeutin und einer Hebamme entwickelt und dauern je zwischen drei und fünf Minuten.

Die App ist für 4,49 Euro in den App-Stores erhältlich.

5. Innovo – Beckenbodentrainer bei ungewolltem Harnverlust

Bei dir geht bereits das ein oder andere Tröpfchen Urin in die Hose? Oder du hast ein ernsthaftes Inkontinenzproblem? Dann kann dir vielleicht Innovo helfen – ein elektrisches Gerät, dass die Beckenbodenmuskulatur trainiert und die Blase beruhigt.

Im Gegensatz zu den anderen Geräten will Innovo dir das Training komplett abnehmen. Du musst den Beckenboden also nicht selbst anspannen und lösen – das erledigen elektrische Impulse für dich. Diese werden durch Manschetten mit integrierten Haftpads gesendet, die auf Oberschenkel und Hintern liegen. Du führst also kein Übungsgerät in die Scheide an, das Training erfolgt durch Signale von außen.

180 Kontraktionen pro Sitzung stärken den Beckenboden, so dass man nach rund vier Wochen Besserung verspürt.

Innovo gibt es in drei Größen (S, M und L), die sich nach dem Hüftumfang richten. Preis: ca. 399 Euro. Infos unter www.restorethefloor.com/de.

Und, ist ein Gerät für dich dabei?

Egal, für welche Form des Trainings du dich entscheidest: Wir wünschen dir viel Freude beim Üben und viel Spaß mit deiner gestärkten Beckenbodenmuskulatur.

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