Ich fühlte mich gesehen und geliebt. Immer – aber an diesem Tag besonders.
Dann kam unsere Tochter auf die Welt. Ich muss nicht erwähnen, dass ich es LIEBE, ihre Geburtstage zu planen und es ihr richtig schön zu machen, ne? Und auch mein Mann bekommt nach wie vor dasselbe volle Geburtstagsprogramm wie früher, klar! Warum denn auch nicht!?
Mein Mann sieht das anscheinend anders. Ich glaube, er denkt, jetzt ist es nur noch wichtig, dass unser Kind einen schönen Geburtstag hat. Alles andere ist ihm zu mühsam geworden. Er sagt: ,Wir schenken uns dieses Jahr nichts!‘ und lässt da auch nicht mit sich reden. Ich hasse das! Was soll das? Und so hält sich auch nur mein Mann an ,unsere‘ Abmachung. Ich kaufe ihm immer etwas Kleines, Geschenke sind doch was Tolles!
Das lässt schon ahnen: Meine eigenen Geburtstage sind wirklich traurig geworden!
Ehrlich gesagt fühlen sie sich meistens wie ein ganz normale Wochentage an – und meine Enttäuschung ist so groß.
Letztes Jahr etwa bin ich um 5.45 Uhr geweckt worden. Nicht etwa von einem Geburtstagsständchen, sondern von meiner Tochter, die schlecht geträumt hatte und deswegen hellwach war. Ich war lange damit beschäftigt, sie zu beruhigen. Mein Mann drückte mich einmal ganz herzlich, gratulierte mir und machte sich dann auf ins Büro.
Nachmittags machte ich mir mit meiner Tochter zusammen einen Kuchen – ich meine, zum Geburtstag gehört doch ein Kuchen! Ich hatte außerdem meine Mama eingeladen, es wurde dann ein ganz schöner Nachmittag. Aber – es hätte eben auch ein ganz normaler ,Omi kommt vorbei‘- Tag sein können.
Ich will mich gar nicht so anstellen, aber was mich wirklich traurig macht: Ich liebe es, anderen Freude zu machen! Ich liebe Familienfeste! Und früher bekam ich das auch so zurück.
Ich hätte nicht gedacht, dass man als Mama so unsichtbar wird – selbst am eigenen Geburtstag.
Es geht mir wirklich nicht um Geschenke. Es geht am Ende vor allem um das Gefühl, gesehen zu werden. Dass jemand sagt: ,Heute bist DU dran.‘ Dass ich mal nicht diejenige bin, die an alles denkt. Ich funktioniere jeden Tag ganz wunderbar und anscheinend haben sich alle so daran gewöhnt, dass sie vergessen, dass ich nicht nur Mama und Ehefrau bin – ich habe auch noch Bedürfnisse habe und bin ein eigenständiger Mensch.“
Danke, liebe Jenny, dass du uns deine Geschichte erzählt hast. Wir wünschen dir alles Liebe!
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Ich muss sagen, dass mir meine Geburtstage auch nicht mehr schön gemacht werden. Und dann hatte ich die Beste Idee überhaupt. Ich mache mir den Tag selber schön. Ich nehme mir an meinem Geburtstag immer frei auf Arbeit. Letztes Jahr saß ich mit einer Freundin einen halben Tag im Café und habe gemalt, Kaffee getrunken, Kuchen gegessen und entspannt. Davor das Jahr habe ich mir Mädels eingeladen und war nähen in einem Kurs. Ich machs mir jetzt selber schön. Und ehrlich gesagt, finde ich das viel geiler. Dieses Jahr gehts wahrscheinlich einen Tag in einen Wellnesstempel. Ich hoffe immer, mein Geburtstag fällt auf einen Tag unter der Woche. Dann habe ich ihn für mich allein ☺️
Liebe Ela, das ist eine wunderbare Idee! Besser geht es ja ehrlich gesagt kaum…
Hi,
das kann ich gut nachvollziehen. Ich gebe mir auch immer viel Mühe für Geburtstage und Feste. Geschenke bekomme ich aber schon. Ich fänd es toll, wenn man an dem Tag auch besonders aufmerksam wäre. Tisch schön decken z.B. ich glaube ganz ehrlich, dass mein Mann das cuh tun würde, wenn ich denn darum bitten würde. Das will ich aber irgendwie doch nicht. Selber schuld könnte man meinen. Vielleicht muss ich da mal über meinen Schatten springen.
Mich würde interessieren,ob die Autorin das Thema mal aktiv angesprochen hat. Das sie mehr gesehen werden möchte.
Hallo Krümel,
danke für deinen Kommentar! Ich glaube, es ist ganz typisch, dass wir Mamas uns um die Geburtstage kümmern, nicht wahr?