Babywaschmittel – braucht man das eigentlich?

Bevor meine Tochter zur Welt kam, habe ich ihre neue Kleidung bis zu dreimal gewaschen. Ich hatte so oft von schädlichen Rückständen in Babykleidung gelesen, die über die Haut in den Körper eindringen können, dass ich dieses Risiko zumindest minimieren wollte.
Auch wenn meist alles immer schön brav unter dem „gesetzlichen Grenzwert“ getestet wird, macht am Ende die Gesamtdosis das Gift.

Doch was hilft mehrfaches Auswaschen nach dem Kauf, wenn durch das Waschmittel wieder fragliche Stoffe in der Kleidung zurückbleiben können? Auch Farb-, Konservierungs- oder Duftstoffe aus dem Waschmittel können die Babyhaut reizen oder im schlimmsten Fall Allergien auslösen. In unseren Facebook-Gruppen posten ständig Mamas Fotos von ihren mit unerklärlichen roten Punkten übersäten Kindern, und der Frage, was das wohl sein könnte? Und fast immer ist die erste Antwort: „Hast du das Waschmittel gewechselt?“

„Waschmittelrückstände auf der Wäsche können zustande kommen, wenn man stark überdosiert und gleichzeitig ein wassersparendes Waschprogramm verwendet. Diese Rückstände können zu einer Reizung der Babyhaut führen“, sagt Franziska Rust, Produktmanagerin beim Öko-Pionier Frosch.
Ist also wichtiger als man denkt: Waschmittel nicht nach Gefühl dosieren, sondern immer gemäß Herstellerempfehlung abmessen.

Beim Waschmittel zählt für mich mittlerweile nicht mehr wie toll es duftet, sondern in erster Linie, dass die Haut meines Babys es gut verträgt. Und natürlich, dass die Karottenflecken & Co rausgehen, und es bestenfalls auch noch die Umwelt schont.

 

Foto: Bigstock

 

Warum leiden Babys so häufig an Ausschlag?

Weil die Haut unserer Babys noch viel dünner und durchlässiger ist als unsere, kann sie sich vor irritierenden Stoffen, oder auch Kälte oder UV-Strahlung, nicht ausreichend schützen. Auch deshalb muss man z.B. Babys immer eine Schicht wärmer einpacken als sich selbst, oder darf sie nicht ungeschützt in die Sonne setzen.
Die Talgdrüsen der Babys produzieren noch wenig bis keinen Talg, den man braucht, dass sich die Zellen in der obersten Hautschicht „zusammenkitten“. Die durchlässige Babyhaut verliert schnell Feuchtigkeit, neigt zu Trockenheit und reizende Stoffe aus Pflegeprodukten oder Textilien können leichter eindringen. Auch der natürliche Säureschutzmantel, der vor schädlichen Bakterien, Pilzen oder Umwelteinflüssen schützt, ist erst im Alter von sechs Jahren vollständig entwickelt. Daran sieht man, dass es eine Rolle spielt, womit die Haut der Babys in Kontakt kommt – durch Kleidung, Schuhe oder Plastik (beispielsweise Spielzeug oder Griffe von Puppen-Buggys, Laufrad & Co.) oder Cremes und Waschgele.

Aber auch auf raue Stoffe reagiert die empfindliche Babyhaut, daher im Zweifel einen Weichspüler benutzen. Der ist für Textilien das, was der Conditioner fürs Haar ist: Er glättet die zuvor vom Waschmittel aufgeraute Faserstruktur. Dadurch fühlt sich der Stoff angenehmer auf der Haut an.

Foto: Bigstock

 

Duftstoffe braucht kein Baby

Klar ist ein frischer, blumiger Wäsche-Duft toll, aber für Babys tatsächlich nur ein sensorischer Reiz mehr. Mein Baby könnte mir nicht sagen, ob ihm der Geruch gefällt oder eher Kopfschmerzen bereitet. Aber es kann auf jeden Fall Mamas vertrauten Körpergeruch nicht mehr wahrnehmen.

Außerdem geht von Duftstoffen ein hohes Allergiepotenzial aus. Besonders übrigens von den natürlichen, weshalb synthetische Duftstoffe nicht per se zu verteufeln sind.

Ich habe mich durch das gesamte Öko-Waschmittel-Sortiment getestet, bevor die Baby-Linie von Frosch als „Bio-Familienwaschmittel“ in unseren Haushalt Einzug hielt: Frosch verzichtet auf schädliche und aggressive Stoffe wie Konservierungsstoffe oder erdölbasierte Tenside, dennoch wird die Wäsche sauber. Und die Produkte duften nur ganz mild nach frischer Kamille. Wir haben bei Frosch nachgefragt, wie der Duft zustande kommt – sind da etwa auch reizende Stoffe dabei? „Es sind sowohl natürliche als auch synthetische Riechstoffe enthalten, allerdings ist die Konzentration unter dem allergieauslösenden Schwellenwert (hypoallergen)“, erklärt Katrin Greve, Senior Brand Manager bei Frosch.
Was mir außerdem gefällt: Alle Flaschen von Frosch-Produkten sind aus recyceltem Kunststoff hergestellt.

Waschmittel (3,95 Euro), Wäsche-Weich (1,95 Euro) und Flecken- und Vorwasch-Spray (2,95 Euro) von Frosch / Foto: PR

Braucht man einen Hygiene-Spüler für Babywäsche?

Klar, ist ein gewisses Maß an Hygiene wichtig, doch wir neigen in diesem Fall gerne zur Übertreibung. Unsere Haushalte sind „steriler“ denn je, gleichzeitig sind unsere Kinder allergiegeplagter als in früheren Zeiten. Was Kinderhaut betrifft, so braucht sie die Besiedlung durch gewisse Bakterien und Keime, um ihre Hautflora – ihr natürliches Abwehrsystem – zu entwickeln. Mit antibakteriellen Chemiekeulen vernichten wir zwar die möglichen schädlichen Pilze und Erreger, aber eben auch die wichtigen „guten“ Mikroorganismen. Und ganz ehrlich: Was – bis auf wenige Ausnahmen wie Magen-Darm-Viren, Krätze oder Wurmeier – soll über die Wäsche Ernsthaftes übertragbar sein? So oder so reicht in den meisten Fällen der 60℃-oder 90℃-Waschgang – unabhängig vom Wäschezusatz.

Echte Mamas

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