Arche warnt: Müssen die ersten Familien bald hungern?

Seit Monaten steigen die Preise für Lebensmittel, bisher insgesamt und durchschnittlich 20 %. Das merken wir alle mehr als deutlich beim Einkaufen, nicht nur jetzt vor Weihnachten. Besonders hart treffen die Preissteigerungen viele Familien. Jetzt warnt die Arche davor, dass schon bald die ersten Kinder hungern müssen – denn auch die Hartz IV-Sätze reichen längst nicht mehr aus.

Grundnahrungsmittel werden zum Luxusgut

Die Inflation sorgt nicht nur bei Gas und Strom für steigende Preise. Auch im Supermarkt stehen vor allem sozial benachteiligte Familien vor immer größeren Problemen. Denn selbst, wenn man nur das Notwendigste kauft, reißt das ein ganz schön großes Loch in die Kasse. Viele Lebensmittel werden damit zum Luxusgut, das sich längst nicht mehr jeder leisten kann.

Das bedeutet, es gibt immer mehr Menschen, die schon jetzt auf Lebensmittelspenden sozialer Einrichtungen angewiesen sind. Das Kinder- und Jugendwerk „Die Arche“ schlägt aufgrund dieser Entwicklung Alarm. Und der ist mehr als drastisch formuliert:

„Ich bin mir sicher, dass in den nächsten Wochen die ersten Familien hungern werden.“

Arche-Sprecher Wolfgang Büscher zeigt sich gegenüber rtl.de entsetzt. So eine Situation wie jetzt habe er in den letzten 20 Jahren noch nie erlebt, sagte Büscher. Seine erschreckende Prognose:„Ich bin mir sicher, dass in den nächsten Wochen die ersten Familien hungern werden.“

Besonders gefährdet sind aktuell (noch) alleinerziehende Mütter und ihre Kinder. Teilweise hungern die Mamas sogar, damit ihre Kinder etwas zu essen bekommen, wie auch uns eine Mutter aus der Community erzählt hat.

Viele Familien sind schon an der Belastungsgrenze

Und der Arche-Sprecher geht davon aus, dass diese Situation auch bald für Familie traurige Realität werden könnte. Sie seien laut Büscher schon jetzt so an der Belastungsgrenze angekommen, dass man bei der Arche davon ausgehe, dass auch sie bald hungern werden.

Die Arche unterstützt deshalb besonders vor Weihnachten Kinder mit Lebensmittelspenden, damit sie sich zumindest jetzt einmal richtig sattessen können. Dass das in einem reichen Land wie Deutschland nötig ist, sorgt nicht nur bei Wolfgang Büscher für Entsetzen.

Jedes 5. Kind in Deutschland lebt in Armut

Die steigenden Preise sorgen dafür, dass die Armut immer größer wird – und damit auch die Zahl der in Armut lebenden Kinder steigt. Aktuell gilt jedes 5. Kind in Deutschland als „arm“. Das sind so viele wie noch nie, und die Zahlen steigen weiter.

Einen Grund dafür sieht die Arche auch in den zu niedrigen Hartz -IV-Sätzen. Demnach stehen Eltern nur rund 3 bis 4 € pro Tag für die Ernährung eines Kindes zur Verfügung. Viel zu wenig, um richtig satt zu werden – und sich dabei auch noch ausgewogen zu ernähren.

Geldnot fördert Fehl- und Mangelernährung

Dabei ist gerade das für Kinder so wichtig. Viele Familien können sich aber nur Lebensmittel leisten, die schnell satt machen. Und die sind oft alles andere als gesund. Die Folge: Kinder können gesundheitliche Probleme entwickeln, die sie auch im Erwachsenenalter noch begleiten.

Weihnachten wird für Familien zum Alptraum

Besonders jetzt vor Weihnachten trifft die Geldnot viele Familien noch einmal extra hart. Eine Umfrage hat gezeigt, dass jeder dritte sogar denkt das das Geld in diesem Jahr nicht für Geschenke reichen wird. Auch Besuche auf dem Weihnachtsmarkt oder ein besonderes Weihnachtsessen sind oft nicht drin.

„Was für die einen ein Fest der Freude sein soll und eine Zeit der Freude ist, ist für andere, vor allem arme Menschen mit kleinen Kindern, einfach nur ein Horrormonat“, bringt Ulrich Schneider, Geschäftsführer des paritätischen Gesamtverbandes auf den traurigen Punkt.

Kommt mit dem Bürgergeld die Wende?

Ein Lichtblick könnte für viele Familien das Bürgergeld sein, dass Hartz IV ablöst und zum 1. Januar in Kraft tritt. Damit erhöht sich der Regelsatz um ca. elf Prozent. Da die Lebensmittelpreise aber schon jetzt um 20 Prozent gestiegen sind, wird es vielen Familien am Existenzminimum nicht helfen. Das zumindest befürchtet Ulrich Schneider:

„Die Menschen bekommen nicht mal den notwendigen Inflationsausgleich“, so Schneider. Und deswegen wird dieses Bürgergeld zum 1. Januar, in dieser wirklich schlimmen Situation für Menschen in Armut, nicht Wesentliches ändern.“

Nach den Berechnungen des paritätischen Gesamtverbandes müsste der Regelsatz statt auf die geplanten 502 Euro auf 725 Euro angehoben werden, um die Armut tatsächlich zu bekämpfen.

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern.

Seit 2015 sind wir Eltern einer zauberhaften Tochter. Zwei Jahre später kam ihr kleiner Bruder auf die Welt, und unsere Familie war komplett. Zusammen sind die beiden ein unschlagbares Team, das sich nur allzu gern gegen Mama und Papa verbündet.

Abgesehen von meiner Familie liebe ich den Hafen, fotografiere gern und gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Texte, SEO und Social Media ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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