„Wir haben für die Kinderwunschbehandlungen unsere gesamten Ersparnisse ausgegeben.“ – „Wir mussten einen Kredit aufnehmen, um weiterzumachen.“ Solche Geschichten erreichen uns bei Echte Mamas immer wieder. Denn für viele Frauen und Paare endet der Kampf um ein Baby nicht nach einer Diagnose. Er beginnt dann erst richtig – und wird schnell zu einer finanziellen Belastungsprobe.
Kinderwunschbehandlungen kosten oft Tausende Euro, mehrere Behandlungszyklen sind keine Seltenheit. Und längst nicht alle Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.
Wer kann sich das alles leisten?
Wie belastend das sein kann, zeigt auch die Geschichte von Influencerin Anna Adamyan, die wegen ihrer Endometriose auf genau diese kostspieligen Behandlungen angewiesen war. Gemeinsam mit ihrer Mitstreiterin Dr. Sarah Plack von babybauchblog kämpft sie seit Jahren für eine gerechtere Kostenübernahme von Kinderwunschbehandlungen. Nun wollen die beiden den politischen Druck erhöhen und haben die Petition #KiwuFürAlle beim Deutschen Bundestag eingereicht.
„Vor vier Jahren haben Sarah und ich #KiwuFürAlle ins Leben gerufen und kämpfen seitdem für eine faire Kostenübernahme von Kinderwunschbehandlungen! Deshalb wenden wir uns jetzt direkt an die Politik, damit sie uns zuhören müssen.”
Anna Adamyan über Instagram
Ihr Ziel: Unfruchtbarkeit soll als Krankheit anerkannt werden, damit notwendige Kinderwunschbehandlungen vollständig von den Krankenkassen übernommen werden.
Außerdem fordern sie, dass niemand aufgrund seines Alters, seines Beziehungsstatus oder seiner sexuellen Orientierung benachteiligt wird. Denn bislang hängt die Kostenübernahme oft von genau diesen Faktoren ab.
Genau wie Anna ist auch ihre Mitstreiterin Sarah Plack ICSI-Mama:
„Ich selbst habe drei künstliche Befruchtungen gebraucht, bis ich Mama werden durfte. Die Behandlungen haben rund 30.000 € gekostet – ein Betrag, den viele Paare niemals aufbringen können. Denn oft werden Kinderwunschbehandlungen gar nicht oder nur teilweise übernommen”, schreibt die Ärztin in einem Instagram-Post.
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Gut zu Wissen
ICSI steht für Intrazytoplasmatische Spermieninjektion. Es ist die am häufigsten angewendete Methode der künstlichen Befruchtung, bei der ein einzelnes Spermium von Hand direkt in das Innere einer Eizelle injiziert wird.
Damit sich der Petitionsausschuss des Bundestags mit dem Thema befassen muss, werden innerhalb von sechs Wochen mindestens 30.000 Unterschriften benötigt.
Wenn der Kinderwunsch zur finanziellen Belastung wird
Die Kosten entstehen nicht nur durch IVF- oder ICSI-Behandlungen selbst, sondern auch durch Medikamente, Voruntersuchungen, genetische Tests oder zusätzliche Behandlungszyklen.
Wie hoch die Summe am Ende ausfallen kann, hängt von der individuellen Situation ab. Manche werden bereits nach wenigen Versuchen schwanger, andere kämpfen über Jahre.
Darf Geld darüber entscheiden, wer Eltern werden kann?
Genau hier setzt die Petition an. Die Initiatorinnen kritisieren, dass der Zugang zu Kinderwunschbehandlungen in Deutschland häufig vom Geldbeutel abhängt.
Unfruchtbarkeit ist eine Diagnose – keine Entscheidung Ein Kinderwunsch ist nicht einfach „nur“ ein Wunsch, sondern ein biologisches Bedürfnis, das auf medizinischen Voraussetzungen beruht. Unfruchtbarkeit ist fast immer medizinisch begründet und erfordert notwendige Behandlungen und Maßnahmen.
Die Initiatorinnen hinter der Petition:
Wer genügend finanzielle Mittel hat, kann weitere Behandlungen versuchen. Wer nicht, muss seinen Kinderwunsch unter Umständen aufgeben – obwohl medizinische Möglichkeiten vorhanden wären.
Für viele Betroffene fühlt sich das ungerecht an.
Schließlich wird ein unerfüllter Kinderwunsch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Erkrankung des Fortpflanzungssystems eingestuft. Dennoch müssen viele Menschen einen erheblichen Teil der Behandlungskosten selbst tragen.
Der Wunsch nach einem Kind ist für viele Menschen einer der größten Lebensträume. Umso schmerzhafter ist es, wenn neben den emotionalen Belastungen auch finanzielle Sorgen hinzukommen.
Deshalb hoffen Anna Adamyan und Sarah Plack nun auf breite Unterstützung für ihre Petition.
Ihr Ziel: eine Kinderwunschbehandlung, die nicht vom Kontostand abhängt, sondern vom medizinischen Bedarf.
Hier geht’s zur Petition: Anerkennung von Unfruchtbarkeit als Krankheit/Kostenübernahme bei Kinderwunschbehandlungen bei medizinischer Notwendigkeit vom 24.03.2026
Hast du selbst auch Erfahrungen mit einem unerfüllten Kinderwunsch? Teile sie gerne in unseren Kommentaren!
55.000 Euro für ein Kind: Wenn der Kinderwunsch am Geld scheitert
Von
Lena Krause
23. Juni 2026