„Ich heiße Bianca, bin 38 Jahre alt, Fotografin sowie Mutter von drei Kindern – und ich habe vor ein paar Jahren nicht nur unsere Ernährung, sondern auch unser Wochenbudget für Lebensmittel umgestellt. Seitdem ernähren wir uns gesünder und geben nicht mehr als 100 Euro pro Woche als fünfköpfige Familie beim Einkaufen aus.
Aber von vorne: Wie meine budgetfreundliche Ernährungsreise begann
Meine beiden großen Töchter hatten lange Zeit mit Allergien und Verdauungsproblemen zu kämpfen. Der Kinderarzt konnte uns dabei nicht wirklich weiterhelfen. Irgendwann kam für mich der Punkt, an dem ich beschlossen habe: Ich will mich damit nicht abfinden, sondern mich selbst schlau machen.
Also habe ich mich auf die Suche nach einer passenden Lösung gemacht und bin auf die Themen „Darmgesundheit“ und „Ernährung“ gestoßen. Ich habe verschiedene Ernährungsweiterbildungen gemacht und schließlich unsere komplette Ernährung von Grund auf umgestellt.
Ich koche seitdem ausschließlich selbst, kaufe keine Fertigprodukte mehr und vermeide Lebensmittel mit Zusatzstoffen, die dem Darm schaden können. Zucker ist für uns kein Tabu, aber wir gehen bewusst und achtsam damit um.
Ich habe angefangen, genau hinzuschauen: Was landet eigentlich in meinem Einkaufswagen?
Welche Eier kaufen wir, welches Fleisch, welche Butter? Ich habe sogar begonnen, Kefir selbst herzustellen und regelmäßig Fleischbrühe für unsere Darmgesundheit zu kochen. Schritt für Schritt hat sich mein Bewusstsein für Ernährung komplett verändert.
Während meiner Elternzeit mit unserem dritten Kind kamen jedoch Zweifel auf: Können wir uns ein weiteres Kind überhaupt leisten?
Ich gehe gerne in den Bio-Markt, hatte aber das Gefühl: Gesund einkaufen ist teuer – vielleicht zu teuer für unsere Situation.
Gleichzeitig fiel mir auf, dass wir trotz hochwertigerer Lebensmittel weniger Geld ausgaben als früher. Mein Mann konnte das kaum glauben. Also begann ich, alle Ausgaben genau aufzuschreiben.
Das Ergebnis war überraschend: Wir gaben nur etwa halb so viel Geld für Lebensmittel aus wie vorher.
Auf Instagram sah ich viele Wocheneinkäufe für 200 bis 300 Euro – oft mit hochverarbeiteten Lebensmitteln im Einkaufswagen, die ich heute nicht mehr kaufen würde. Ich wollte zeigen, dass es auch anders geht: gesund, bewusst und mit kleinerem Budget. Heute dokumentiere ich meine Reise auf Instagram und wachse stetig. Ich bekomme viele Nachrichten von Frauen, denen ich helfen konnte, weil auch sie mit dem Einkaufs-Budget strugglen oder einfach weniger ausgeben möchten.
Wir verzichten auf nichts – wir haben einfach ein neues Bewusstsein entwickelt.
Für Marketing, für Lebensmittel und dafür, was „sich etwas gönnen“ wirklich bedeutet. Irgendwann habe ich daraus eine Challenge gemacht: 100 Euro pro Woche. Und ich bin überzeugt, dass etwa 90 Prozent der Familien beim Einkaufen viel Geld sparen könnten, wenn sie sich auf das konzentrieren, was ihren Körper wirklich nährt und wenn sie etwas vorplanen sowie bewusster einkaufen gehen.
Kostet das nicht mehr Zeit? Das werde ich oft gefragt, doch tatsächlich gehe ich, seitdem ich vorplane, viel seltener zum Supermarkt und vermeide Impulskäufe. Auch Angebote zu studieren und mehrere Supermärkte abzuklappern, ist nicht unbedingt zeitaufwendiger, wenn man Lebensmittel mehrfach kauft, wenn sie gerade im Angebot sind.
Meine 5 wichtigsten Prinzipien, um beim Einkaufen Geld zu sparen und uns gesünder zu ernähren:
Punkt 1: Wir kaufen nur echte Lebensmittel:
- Keine hochverarbeiteten Produkte, keine Impulskäufe.
- Etwa 80 % der Supermarktprodukte ignorieren wir konsequent.
- In unserem Einkaufswagen landen nur Grundnahrungsmittel wie Obst, Gemüse, Kartoffeln, Reis, Getreide, Joghurt und Milch.
- Fleisch kaufen wir bewusst und nachhaltig – und wenn, dann nach dem Nose-to-Tail-Prinzip. Also wir verwenden das gesamte Tier und schmeißen auch dort nichts weg.
- Statt Fertigprodukten gibt es bei uns z. B. Knochenbrühe: mehr Nährstoffe, geringere Kosten.
Punkt 2: Wir gehen erst einkaufen, wenn wirklich alles leer ist:
- Reste werden verwertet statt weggeworfen
- Meal Planning statt Spontankäufe
- Food Waste gibt es bei uns nicht mehr
- Wir bestellen kein Essen
Selbst kleine Reste wie zwei Bohnen oder eine halbe Paprika werden geschnitten und eingefroren. Diese Kleinigkeiten summieren sich im Jahr zu mehreren hundert Euro.
Punkt 3: Wir machen wieder mehr selbst
- Selber kochen statt beim Lieferdienst bestellen
- Brot backen statt teure Bäckerbesuche
- Statt 10–15 Euro beim Sonntagsbäcker gibt es selbstgemachte Pfannkuchen oder Waffeln
- Suppen statt Fertiggerichte
Ich paniere Fischstäbchen selbst, kaufe frischen Spinat statt Rahmspinat und habe festgestellt: Hochverarbeitete Lebensmittel sind echte Budgetkiller.
Punkt 4: Meal Prepping
Der Einsatz lohnt sich: Sonntag ist unser Vorbereitungstag. Wir investieren etwa 60 Minuten als Familie in:
- Gemüse schneiden und portionieren
- Salat waschen und griffbereit lagern
- Mahlzeiten grob vorplanen
Das spart Zeit, Geld und Stress unter der Woche und man geht nicht mehrmals ohne Plan einkaufen. Wir kaufen seitdem weniger und nur noch die Dinge ein, die wir auch verbrauchen.
Punkt 5: Bewusst statt bequem einkaufen
Viele kaufen nur in einem Geschäft und achten nicht auf Angebote – Bequemlichkeit kostet bares Geld. Gerade haltbare Lebensmittel sollte man möglichst nie zum Normalpreis kaufen. Wenn etwas im Angebot ist, kaufen wir meist mehrere Produkte auf einmal und lagern diese ein. So muss man auch nicht wöchentlich alle Supermärkte abklappern. Angebote haben oft das größte Sparpotential, oft bis zu 50 Prozent. Du musst nicht alles an einem Tag schaffen, verteile es.
Am Ende geht es für mich nicht darum, möglichst wenig Geld auszugeben – sondern darum, bewusste Entscheidungen zu treffen. Für unsere Gesundheit, für unsere Familie und für das, was uns wirklich wichtig ist.
Die 100-Euro-Woche ist kein Verzicht, sondern ein Perspektivwechsel. Weg von Gewohnheiten und Marketingversprechen, hin zu echtem Essen, Klarheit und Selbstbestimmung.
Ich wünsche mir, dass mehr Familien erkennen: Es braucht nicht immer mehr Geld für bessere Ernährung – sondern oft nur mehr Bewusstsein. Und den Mut, Dinge anders zu machen.“
Wie viel gebt ihr für den Wocheneinkauf aus? Was würdet ihr sagen, gibt es bei euch noch Potential zum Einsparen?
Ich finde vor allem den Tipp: „Erst einkaufen, wenn wirklich nichts mehr da ist“ – wirklich richtig schlau! Davon muss ich mir definitiv eine Scheibe abschneiden.Und ich liebe Mealprep-Sundays – hab durchs lesen wieder richtig lust darauf bekommen. Danke ❤️
Wow, da kann ich mir echt eine Scheibe von abschneiden. Es klingt nach viel Disziplin, aber den ein oder anderen Tipp werde ich auf jeden Fall mal ausprobieren. 😊
Sehr interessant. Leider aber ziemlich unbrauchbar, wenn wir nicht erfahren, wie viele Mahlzeiten diese Familie zu Hause einnimmt. Wir sind zu sechst, kaufen ebenfalls sehr geplant und bewusst ein, allein schon, weil wir mit dem Fahrrad einkaufen, und kommen auf keinen Fall mit 100 Euro aus. Bei uns essen aber alle Kinder und ich sämtliche Mahlzeiten zu Hause, und der Mann nimmt sich was von zu Hause mit auf die Arbeit.Zieht man das Stillbaby ab, kommen wir also in der Woche auf 105 Mahlzeiten plus Obst.Selbst mit selber backen und Kefir zusammenrühren wird das nix mit 100 Euro!
Hallo liebe Britta,
die Familie isst zwei Mahlzeiten Zuhause sowie mal einen Snack. Wenn ihr mehrere Personen seid, ist es ja auch logisch, dass ihr etwas mehr ausgebt. Biancas Mission ist es eher, sich mal bewusst den eigenen Konsum und das Einkaufsverhalten anzuschauen. Ich kann auch eigener Erfahrung sagen, dass wir auch nicht mit 100 Euro auskommen würden, aber ich finde es immer wieder bewundernswert, wenn Leute es schaffen Essen vorzubereiten und smart einzukaufen. Liebe Grüße, Marie