Leben

„Liebe Mama: Heute weiß ich, wer hinter dem Zauber der Weihnacht steckt. Danke!“

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Liebe Mama,

als Kind habe ich Weihnachten geliebt. Der große, wunderschön geschmückte Baum, die knusprige Gans mit den vielen Beilagen und natürlich die Geschenke, die unter dem Baum warteten. Ach, eigentlich war die ganze Adventszeit toll: Wir haben Plätzchen gebacken, schauten uns Weihnachtsmärchen an, bastelten, sangen Weihnachtslieder… Alles war ganz besonders, einfach wunderschön und irgendwie zauberhaft.

Und sogar als kinderlose Erwachsene habe ich die Feiertage mit Papa und dir noch sehr genossen. Heiligabend machten wir immer einen Ausflug und abends saßen wir, nach einem superleckeren Essen, zusammen gemütlich vor dem Fernseher. Ich schlief bei euch in meinem ,Jugendzimmer` und dann gab es ein fürstliches Frühstück. ,Natürlich` alles von euch organisiert und bezahlt…. Ich nahm das alles gerne (und selbstverständlich) an und fühlte mich so umsorgt und heimelig, als wäre ich wieder ein Kind. 

Heute habe ich meine eigene kleine Familie und habe endlich verstanden: Diese Unbeschwertheit der Festtage, diese Magie, die man als Kind (auch als großes…) so liebt – dieser Zauber der Weihnacht ist für Mamas echte Arbeit. Santas wichtigste Helfer sind keine kleinen Elfen, sondern liebende Mütter.

Denn jetzt, wo ich ,verantwortlich` für das Weihnachtsfest meiner Tochter bin, geht es schon Mitte November los: Ich plane, ich organisiere, ich kaufe ein, ich schmücke, ich backe… Ich besorge Adventskalender und -kranz und sogar die Geschenke, die deine Enkelin von den ältesten Familienmitgliedern bekommen soll, die nicht mehr so gut aus dem Haus kommen. Ich besuche Weihnachtsmärkte mit Kinderkarussell und diverse Puppentheater. Ich versuche mich morgens vor der Arbeit an Leckereien für das Adventskaffeetrinken, das direkt nach meinem Job in der Kita stattfindet. Ich überlege, was wir an Heiligabend essen….

Und das alles nicht, weil es irgendjemand von mir erwartet. Sondern weil ich meiner Kleinen ein ebenso unvergessliches Weihnachtsfest bescheren möchte, wie du es früher für meinen Bruder und mich getan hast. Diese Erinnerungen an all unsere kleinen Traditionen gehören zu meinen schönsten.

Und ich möchte dir von ganzem Herzen dafür danken, dass du sie mir ermöglicht hast!

Ich weiß jetzt, dass Mamas eine ganze Menge geben, um ihren Kindern und vielleicht auch dem Rest der Familie besinnliche Tage zu ermöglichen.

Aber ich weiß auch: Es ist das alles wert. Denn wenn ich meine Tochter beobachte, die gebannt die Prinzessin des Weihnachtsmärchens beobachtet, wird mein Herz ganz warm vor Liebe. Wenn ich mit ihr den Baum schmücke, haben wir eine Menge Spaß zusammen. Und wenn ich dann noch ein kleines, selbstgebasteltes Weihnachtsgeschenk von ihr bekomme, läuft mir ein kleines Tränchen der Rührung über die Wange.

Danke Mama, dass du mir so viele kleine Traditionen und so viel Liebe geschenkt hast. Danke, dass du mir magische Weihnachten ermöglicht hast.

Ich habe dich lieb.

Deine Laura