Kinder

Dein Kind geht nirgendwo ohne sein Kuscheltier hin? Gut so!

Foto: Bigstock

Meine Tochter ist eine verdammt treue Seele…. Seit sie „Bär“ bekommen hat, ist er ihr bester Freund. Er ist etwas zerschlissen und zerzaust, ja. Er sieht speckig aus, ja. Das ist ihr aber total egal. Bär wird durch die Wohnung geschleppt, Bär genießt/erträgt spontane Kuschelattacken mit seinem geduldigen, gestickten Lächeln und Bär muss mit ins Bett. Basta.

Hat dein Kind auch so einen erklärten Liebling? Ein Stofftier oder ein Schmusetuch, auf das du schon fast eifersüchtig sein könntest?

Big Love: Bär (Foto: Echte Mamas)

Das ist nicht nur supersüß, sondern auch ein richtig gutes Zeichen. Sagt die Wissenschaft.

Denn Kuscheltiere sind sogenannte „Übergangsobjekte“, die Kindern ab dem vierten Monat dabei helfen, selbstständig zu werden. Selbstständig – ab dem vierten Monat – ist das zu glauben? Will ich das glauben? Sie werden soooo schnell gr… – ach, Entschuldigung, zurück zum Thema: In diesem Alter suchen sich viele Kinder aus ihrer Auswahl ein Stofftier o.ä. aus, das DAS EINE Stofftier ist. Eben der beste Freund, der nie fehlen darf.

Der englische Kinderarzt und Psychoanalytiker Donald Winnicott hat dazu folgende Theorie, berichtet baby-und-familie.de: Das Übergangsobjekt übernimmt eine wichtige Rolle. Es hilft den Kleinen, ganz freiwillig den ersten, winzigen, frühkindlichen Schritt in Richtung Selbständigkeit zu wagen.

Denn nach etwa drei Monaten schauen sich viele Babys zum ersten Mal die Außenwelt etwas genauer an und fokussieren sich nicht mehr 24 Stunden am Tag auf Mama. Ein Stofftier kann das erste Ding sein, das zu dieser erstaunlichen Außenwelt gehört. Und zwar ein sehr willkommenes Ding, denn es ist weich, warm und zuverlässig immer in Kuschelweite, ohne sich zu sträuben. Ganz so wie du seit der Geburt deines Schatzes.

Übrigens: Im Laufe der Zeit verliert das Kuscheltier dann meist wieder seine extrem wichtige Rolle. Spätestens dann, wenn Selbstständigkeit für Kinder an der Tagesordnung steht und sie mit ungefähr zwei Jahren in die Autonomiephase kommen.

Und auch eine weitere Studie („Die Gefährten der Kindheit“) hat sich das innige Verhältnis zwischen Kind und Kuscheltier zum Thema gemacht. Die teilnehmende Pädagogin Dr. Maya Götz erklärt: „Ein Kuscheltier dient als emotionale Versicherung und ist eine vom Kind entwickelte Strategie zur Alltagsbewältigung.

Auch bei Rollenspielen, die im Kleinkindalter superwichtig für die Entwicklung der Persönlichkeit sind, sind Kuscheltiere mit von der Partie. Sie werden gekämmt, ins Bett gebracht… „Dann wird das Kuscheltier zum Teil der Identitätsarbeit und dient zur Selbst-Entwicklung“, erklärt Götz.

Hat euer Kind auch ein Stofftier, ein Schmusetuch oder ähnliches, das sein bester Kumpel ist?