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Unser Leben mit einem behinderten Kind: Wenn der Niedlichkeitsfaktor schwindet, gehen die Menschen auf Abstand

Foto: Bigstock

‘Es besteht der Verdacht einer Trisomie 21 bei ihrem Baby‘. Dieser Satz. Er war vielleicht Standard für den Stationsarzt, auf jeden Fall sprach er ihn recht emotionslos aus, bei unserer Entlassung aus dem Krankenhaus. Aber er hat meine Welt von einer Sekunde auf die andere einstürzen lassen. Das Wort Downsyndrom hallte in meinem Kopf nach, es hatte ja auch Platz, weil der Arzt keine weiteren Erklärungen hinzufügte. Bitte was? Mein kleines, fünf Tage altes Baby sollte behindert sein? Ich war doch erst 20 Jahre alt, wie sollte denn jetzt unser Leben werden, und überhaupt, passierte das nicht nur bei älteren Frauen?

Ich hätte nie, niemals mit so etwas gerechnet. Die Tage, Wochen danach habe ich einfach nur noch pausenlos geweint. Mir gingen 1000 Gedanken durch den Kopf. Gedanken wie „Mein Leben ist vorbei“ oder „Was wäre, wenn ich sie weggebe“ oder „Was wäre, wenn sie an ihrem Herzfehler sterben würde“ beschäftigten mich monatelang. Ich habe nur funktioniert, eine echte Bindung zu meinem Baby aufzubauen fiel mir so unglaublich schwer.

Foto: Bigstock

Mittlerweile ist dieser Tag elf Jahre her, und ich habe keine Angst mehr vor der Zukunft. Unser Alltag ist gar nicht so viel anders als der einer „normalen“ Familie. Ich nehme Josi* überall mit hin, wir sind da als Eltern sehr offen. Sie besucht eine Integrationsschule, dort sind die Klassen kleiner, und es gibt neben der Lehrerin noch eine weitere Pädagogin. Die Schule ist super, jeden Morgen wird zusammen gefrühstückt, und die Kinder sind untereinander komplett vorurteilsfrei und extrem hilfsbereit. Da könnte sich manch einer eine Scheibe abschneiden. Josi hat Freundinnen, sie nimmt an Arbeitsgemeinschaften wie Tanzen oder Chor teil.
Sie ist ein typischer Teenager, der Youtube und Bibis Beautypalace liebt, nur eben etwas mehr Unterstützung braucht. Deshalb haben wir fast jeden Nachmittag Extra-Programm wie Logopädie oder Physiotherapie, wir wollen sie natürlich bestmöglich fördern. Ihre verzögerte geistige Entwicklung merke ich vor allem, wenn ich ihr etwas erklären will, dass sich nicht bildlich darstellen lässt. Dass eine Herdplatte heiß ist, kann ich ihr zeigen. Dass sie bei Rot nicht über die Ampel gehen darf, weil vielleicht ein Unfall passieren könnte, eben nicht. Da versteht sie die grundlegenden Zusammenhänge einfach schlechter.

Symbol-Bild: Bigstock

Auch wenn ich es mir damals nicht vorstellen konnte – die Liebe für mein Kind kam. Ich wuchs an dieser Herausforderung und lernte, dass es völlig egal ist, ob sie nun ein Chromosom zu viel hat oder nicht. Heute kann ich mir ein Leben ohne sie gar nicht mehr vorstellen. Wer sie kennt, liebt sie total. Ich wünschte nur, das würden alle Menschen so sehen. Denn langsam schwindet der Niedlichkeitsfaktor. Wenn die Mäuse klein sind, findet sie jeder süß, aber sobald sie größer werden, wird sich mehr darüber lustig gemacht. Vor allem Jugendliche tuscheln und halten Abstand. Das macht mich sehr traurig. Ich finde auch, in den Schulen und Kitas wird immer noch zu wenig dafür sensibilisiert: Dass Behinderungen jeden treffen können, und einfach nur das genetische Glück entscheidet.“

Symbol-Bild: Bigstock

Wir wollen, dass mehr Menschen sehen, wie zauberhaft Josi und all die anderen besonderen Kinder sind. Für eine Welt, in der es keine tuschelnden Jugendlichen mehr gibt, keine Kinder, die Abstand halten und sagen, ‚mit dir will ich nicht spielen‘, und keine Erwachsenen, die vielleicht lächeln aber innerlich dankbar sind, dass sie dieses Schicksal nicht ereilt hat.

Das geht allerdings nur, wenn es mehr Berührungspunkte gibt, Menschen mit besonderen Herausforderungen einfach normal in unserer Mitte sind – und welcher Ort ist dafür besser geeignet als ein Spielplatz? Spielen verbindet, und das lange, bevor Kinder wissen, was ein Vorurteil ist. 

Deshalb sind Spendenaktionen wie #StückzumGlück von Procter & Gamble, Rewe und der Aktion Mensch so wichtig, die Geld für inklusive Spielplätze sammeln. Das sind Spielplätze, die zum Beispiel einen Boden haben, auf dem auch Rollstühle fahren können, ohne im Sand stecken zu bleiben. Oder Rutschen mit breiten Treppen, Hängeschaukeln, in die auch Mama mit passt, und Spielhäuser, in die man nicht nur krabbeln kann, sondern in denen auch ein Rolli Platz hat.

Kinder auf der Eröffnung des inklusiven Spielplatzes auf Gut Hausen in Frankfurt / Foto: PR

Wir alle können helfen, dass es deutschlandweit noch mehr solche Spielplätze gibt. Erst letzte Woche wurde ein weiterer in Frankfurt bei der Lebenshilfe e.V. auf Gut Hausen eröffnet (hier findet ihr eine Liste mit allen bereits gebauten und geplanten Spielplätzen. Wenn in eurer Nähe so ein toller Spiele-Treffpunkt fehlt, kann man sich hier bewerben.).

Wir brauchen noch mehr davon: Inklusive Spielplätze, auf denen alle Kinder miteinander spielen können

Helfen geht ganz einfach und jeder kann mitmachen: Innerhalb der nächsten drei Jahre spendet Procter & Gamble für jedes bei Rewe verkaufte P&G Produkt einen Cent pro Packung für inklusive Spielplätze in ganz Deutschland – bis das Spendenziel von einer Million Euro erreicht ist! Gemeinsam mit der Aktion Mensch und REWE werden in diesem Zeitraum Orte für inklusive Spielplätze ausgewählt, außerdem wird mit dem Geld garantiert, dass sie auch mindestens die nächsten 10 Jahre gut gepflegt werden.

Es gibt so viele Produkte von P&G, mit deren Kauf man automatisch hilft – fast alle braucht man täglich im Alltag:

Beim Kauf dieser P&G Produkte geht automatisch ein Cent pro Produkt an die Aktion „Stück zum Glück“

Helft mit. Für eine glückliche Welt für alle Kinder.