Kinderwunsch

Studie: Warum du nach einer Geburt warten solltest, bis du am Geschwisterchen bastelst

Dieser Alterabstand scheint laut Studie super zu sein. Foto: Bigstock

Als ich nach der Geburt meiner Tochter im Krankenhaus eine Nachuntersuchung hatte, sagte mir der Arzt, dass ich meinem Körper jetzt am besten ein Jahr „Ruhe“ (also, eine Pause vor einer erneuten Schwangerschaft) gönnen sollte.

Ich wusste schon, dass wir nur ein Kind wollen, daher brachte mich dieser Rat nicht in Gewissenskonflikte oder ähnliches. Ich dachte nur: „Oh, das hätte ich nicht erwartet – bekommen viele Frauen tatsächlich so schnell ihr nächstes Kind?“

Selten ist das nicht, sagen Wissenschaftler von der Universität British Columbia. Gerade ältere Frauen (gemeint sind Frauen ab 35, ähem…) tendieren häufig zu kurzen Pausen bei ihren Schwangerschaften. Eben, weil sie „spät“ angefangen haben (so wie ich im Übrigen auch) und nicht mehr zu lange warten möchten oder können, bis sie ihr zweites oder drittes oder … Kind bekommen.

Laura Schummers, die Hauptautorin der Studie (erschienen im Fachmagazin „Jama Internal Medicine“) gibt zu bedenken, dass eine zu kurze Pause zwischen zwei Schwangerschaften Risiken für Mama und Baby mit sich bringen kann.

Ob du schon bald ein großer Bruder wirst? Foto: Bigstock

Für ihre Studie wurden mehr als 148.000 Schwangerschaften von gut 123.000 Frauen in der kanadischen Provinz British Columbia ausgewertet. Von den untersuchten Frauen über 35 Jahren, die weniger als sechs Monate nach einer Entbindung wieder schwanger wurden, erlitten 1,2 Prozent schwerwiegende Komplikationen. Einige verstarben sogar vor, während oder nach der Geburt.

Bei einer Pause von mindestens 18 Monaten sank das Risiko dagegen deutlich auf etwa 0,5 Prozent.

Und: Bei Frauen zwischen 20 und 34 war dieses erhöhte Risiko nicht gegeben. Dafür war bei ihnen bei einer raschen erneuten Schwangerschaft das Frühgeburt-Risiko erhöht.

Als optimale Pause zwischen zwei Schwangerschaften gilt deswegen laut der Studie mindestens ein Jahr, besser 18 Monate.

So weit, so gut (oder auch nicht)… Eine endgültige „Beweislage“ liefert die Studie aber trotzdem nicht. Denn es wurden offenbar nicht die Gründe für die auftretenden Komplikationen untersucht. So kamen die Teilnehmerinnen der Untersuchung, die nach weniger als sechs Monaten erneut schwanger wurden, auch am ehesten aus „Wohngebieten mit geringem Einkommen, kümmerten sich am wenigsten um Schwangerschaftsvorsorge und rauchten am ehesten während der Schwangerschaft“.

Sonia Hernandez-Diaz, Mitautoren der Studie, sagt dazu aber: „Ob die gestiegenen Risiken auf unsere Körper zurückzuführen sind, die sich bei einer zeitnahen Schwangerschaft nicht erholen können, oder aber auf Faktoren wie eine unzureichende Schwangerschaftsvorsorge, verändert die Empfehlung nicht“.

Was sind eure Erfahrungen? Habt ihr eure Kinder rasch hintereinander bekommen – oder wolltet ihr sowieso lieber etwas warten, bis das nächste Familienmitglied auf die Welt kommt?