Stillen

Warum Stillen in der Nacht gut für die Entwicklung deines Babys ist.

Mutter mit Baby beim Stillen in der Nacht
Foto: bigstock

Fast alle stillenden Mamas kennen das: Nach einem anstrengenden Tag ist man gerade endlich eingeschlafen. Da schreckt man gefühlte 5 Minuten später schon wieder hoch, denn das Baby hat Hunger und möchte trinken. Und auch, wenn es sich in manchen müden Momenten nicht so anfühlt: Es ist super, dass das so ist! Denn das Gehirn eures Babys entwickelt sich hauptsächlich nachts – und dafür braucht es ausreichend Nährstoffe.

Das Gehirn eures Babys wächst unglaublich schnell.

Ich gebe zu, manchmal habe ich es verflucht, wenn ich wieder um 2:38 Uhr aus dem Schlaf gerissen wurde. Besonders, als meine Tochter sich nicht nur tagsüber spätestens alle 1,5 Stunden gemeldet hat, sondern eben auch nachts. Angeblich brauchen Babys ja mit 6 Monaten keine nächtlichen „Stillpausen“ mehr – meiner Tochter war das allerdings egal. Und das ist gut so! Denn nicht nur das Gewicht eines Babys verdreifacht sich während des ersten Lebensjahres, auch das Gehirn wächst auf die doppelte Größe an.

Stillen in der Nacht hilft eurem Baby bei der Entwicklung Foto: Bigstock

Das Gehirn arbeitet nachts auf Hochtouren.

Kein Wunder, schließlich lernt der Zwerg unglaublich viel: Lachen, Greifen, Drehen, Robben, Krabbeln, Stehen, Laufen, Essen und so vieles mehr. Eine Menge Informationen, die das Gehirn erfassen, abspeichern und umsetzen muss. Dafür arbeitet es auf Hochtouren – und zwar vor allem nachts. Kein Wunder also, dass es laufend Nachschub an Nährstoffen fordert. Passend dazu produziert euer Körper nachts die meisten Hormone, die für die Milchbildung zuständig sind.

Dazu kommt, dass der Magen eines Babys im Vergleich zu einem Erwachsenen winzig klein ist. Direkt nach der Geburt passen nur wenige Milliliter Milch hinein. Nach etwa zehn Tagen hat der Magen die Größe eines Hühnereis. Er braucht rund 90 Minuten, um die getrunkene Muttermilch zu verdauen, was wiederum erklärt, warum viele Babys sich bis zu zwölf Mal am Tag (und in der Nacht) oder häufiger melden.

Eigentlich ist es doch auch schön, oder?

Wenn ihr euch also das nächste Mal zum Stillen in der Nacht aus dem Bett quält, weil euer Baby Hunger hat, dann denkt einfach daran, dass ihr etwas Gutes für seine Entwicklung tut. Vielleicht hilft es, wenn der Zwerg im Beistellbett oder bei euch schläft, denn dann müsst ihr zumindest nicht jedes Mal aufstehen.

Und seien wir mal ehrlich: So anstrengend es manchmal ist, und so gern wir endlich mal wieder richtig durchschlafen möchten, so schön ist es doch auch, oder? Diese friedliche Stimmung nachts, die Stille, wenn alle Anderen schlafen, die unglaubliche Nähe, das zufrieden schmatzende Baby, das an der Brust friedlich einschläft – all das entschädigt uns für die vielen schlaflosen Nächte. Am besten, wir genießen die Kuschelzeit, so gut es geht, denn sie ist einfach viel zu schnell vorbei!