Leben

Liebe Vollzeit-Mama, du denkst manchmal, du kommst zu nichts? Diese Worte sind für dich

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Liebe Vollzeit-Mama, kennst du das auch noch, aus deinem „alten“ Leben?

In deinem Job hast du alles gegeben! Das war anstrengend, aber im besten Fall auch sehr befriedigend. Denn am Ende des Tages hattest du viel erledigt, Kontakte gepflegt, vielleicht sogar ein Lob vom Chef kassiert…  Es gab klare Aufgaben, die zu erledigen waren. Mit sichtbaren Ergebnissen. 

Und jetzt? Jetzt bist du mit deinem Kind zu Hause, als Vollzeit-Mama, und irgendwie auch den ganzen Tag beschäftigt, er vergeht zumindest oft wie im Flug.

Aber wenn der Papa an manchen Tagen nach Hause kommt und fragt, was seine Lieben denn so gemacht haben heute – dann weißt du nicht, was du antworten sollst. Denn die Wäsche liegt noch nass in der Maschine, das schmutzige Geschirr stapelt sich in der Spüle und die Blumen, die du heute in den Balkonkasten pflanzen wolltest, stehen noch in ihrer Plastikschale dort und welken schon etwas vor sich hin.

Du fühlst dich ein bisschen unwohl, was sollst du deinem Mann denn jetzt sagen? Er war schließlich neun Stunden im Büro und hat gearbeitet, auch, um euch zu ernähren. (Okay, wahrscheinlich hat er zwischendurch auch mal mit Kollegen geplaudert und im Internet „recherchiert“…)

Und du? Du Vollzeit-Mama hast „nur“ etwas gekuschelt zu Hause und mit deinem Kind gespielt?

Ich sage dir jetzt etwas von Herzen: Fühl dich bloß nicht schlecht. Du hast etwas geschafft – und zwar etwas Grandioses und weitaus Wichtigeres als den Haushalt.

Du hast deinem Kind einen wunderbaren Tag beschert.

Ab der Minute, in der es morgens die Augen aufmacht, bis zu dem Moment, an dem es sie abends wieder schließt, bist du für dieses wundervolle Wesen verantwortlich – und, wenn wir ehrlich sind, meist auch regelmäßig in den Stunden dazwischen.

Dein Kind braucht dich den ganzen Tag – und du bist immer für es da. Foto: Bigstock

Und zu dieser Verantwortung gehört nicht nur, dein Kind dem Wetter entsprechend anzuziehen, es satt zu bekommen und es zu pflegen, wenn es krank ist. Es bedeutet viel mehr, ihm den richtigen Weg zu weisen in ein glückliches Leben. In jeder Situation die schwierige Balance zu halten, ihm eine unbeschwerte Kindheit zu bieten mit ganz viel Spaß und Quatsch – ihm aber auch nötige Grenzen aufzuzeigen, die ein Kind braucht.

Alles, was du ganz nebenbei jeden Tag tust, ist etwas Großes. Für deinen kleinen Schatz.

Denn wenn du ihn auf den Arm nimmst, weil die Tränen kullern – ist das die wortlose Versicherung, dass dein Kind einen Menschen hat, auf den es sich immer verlassen kann.

Wenn du dir seine Geschichten anhörst oder seine Bilder betrachtest – dann ist das ein Signal, dass es wichtig ist und dich interessiert, was dein Kind tut und sagt.

Wenn du mit ihm durch die Straßen und schließlich in den Supermarkt gehst – dann ist das für dein Kind wie eine kleine Expedition voller neuer Erfahrungen.

Wenn du geduldig wartest, bis sich dein Kleinkind selbst angezogen hat – dann ist das der nötige Schub an Selbstbewusstsein in all seiner Unsicherheit: Du hälst es für groß genug, solche Dinge selbst zu erledigen.

Also, wenn das das „nur“ ist, was du heute gemacht hast – dann ist das ein „nur“, auf das du wahnsinnig stolz sein kannst, oder?