Kinder

Mein Kind hat schon drei KiTas durch, aber die vierte ist der absolute Hammer!

Foto: Bigstock

„Meine knapp dreijährige Tochter hat bereits zwei Umzüge hinter sich und somit auch mehrere KiTas. Wenn ich unsere erste gescheiterte einwöchige KiTa-Erfahrung mit einrechne, war meine Tochter insgesamt schon in vier Einrichtungen. Eine ganze Menge in so einem zarten Alter, aber zum Glück sind wir nun in der Einrichtung meiner Träume angekommen.

Vier Einrichtungen, vier unterschiedliche Erfahrungen. Von „Massenabfertigung” bis zu liebevoller Begleitung durch den Tag hatten wir schon alles. Bestimmt kennen viele von euch das Problem, dass man sein Kind gezwungenermaßen in eine KiTa „zweiter Wahl“ schicken muss, weil es woanders keinen Betreuungsplatz gibt. Wir Mamas können noch so viele KiTas besichtigen – es nützt nichts, wenn am Ende keine davon einen freien Platz hat. Dieses Unverhältnis zwischen vorhandenen Plätzen und Kindern, die Betreuung suchen, ist vor allem ein Problem vieler Großstädte.

Auch wir waren in diesen KiTa-Such-Strudel geraten, kurz bevor meine Tochter ein Jahr alt war. Doch insgesamt stand das Glück immer auf unserer Seite. Der erste Versuch einer Betreuung begann in einer Kinderkrippe mit offenem Konzept. 54 Kinder, die wild durch drei Räume umherrannten – für eine kleine elf Monate alte Maus, wie meine Tochter damals, ein Alptraum. Sie konnte noch nicht laufen und war völlig aufgeschmissen in der Horde tobender Kinder.

Sie hatte zwar eine sehr liebevolle Bezugsperson für die Eingewöhnung zugeteilt bekommen, aber ich bekam das ungute Gefühl nicht los, dass sie hier fehl am Platz war. Mein Mamaherz blutete und nach anderthalb Wochen beschloss ich, meine Tochter rauszunehmen. Mein Bauchgefühl sagte mir: Nein. Ein kleiner Garten für so viele Kinder, logistisch ein Unding. Ausflüge oder Spaziergänge wurden kaum angeboten. Das Essen war eine furchtbare Catering-Pampe und noch dazu viel zu wenig. Wenn für fünf Kinder drei halbe Scheiben Käse daliegen, dann ist das irgendwie traurig.

Zum Glück bekamen wir kurze Zeit später einen Platz in der Kinderkrippe, die uns von Anfang an gefiel. Doch auch KiTa Nummer zwei war leider nicht ideal für unser einjähriges Mädchen, das weiß ich im Nachhinein. Es war zwar „nur“ ein teiloffenes Konzept, aber insgesamt waren es zuviele „Bezugspersonen”. Vormittags waren andere Erzieherinnen da als nachmittags, und es gab eine hohe Fluktuation beim Personal. Für ein kleines Wesen, das bislang hauptsächlich von Mami betreut wurde, sicherlich nicht die beste Situation.

Das schlechte Gewissen holt mich wieder ein, wenn ich zurückdenke. Es war zu früh. Es war nicht richtig. Die Zeit zurückdrehen kann ich nicht mehr. Zum Glück kam irgendwann ein Wendepunkt, sie spielte fröhlich in der Krippe und es gab auch keine Abschiedstränen mehr. Als wir dann ein halbes Jahr später aufs Land gezogen sind, war ich doch erleichtert, dass meine Tochter in eine ganz andere KiTa gehen durfte – die dritte inzwischen.

Es gab auf dem Land zwar kein Überangebot an Kinderkrippen, aber immerhin konnten wir aus zwei aussuchen, beide hatten einen Platz. Vom Kindergewusel in einer großen Münchner Krippe wechselte mein süßer Fratz in eine behütete KiTa mit lediglich einer Krippengruppe und zwei Kindergartengruppen ein Stockwerk tiefer. Die Eingewöhnung dauerte keine zwei Wochen, sie fühlte sich einfach pudelwohl, das merkte ich sofort.

Für mich als Mama war es eine große Erleichterung zu wissen, dass sie nicht in der Masse unterging, sondern in einer kuscheligen kleinen Gruppe war. Am Nachmittag wurden die Krippenkinder zwar auch mal mit den Kindergartenkindern zusammengeführt, aber die Anzahl der Betreuerinnen war überschaubar und meine Tochter gewöhnte sich ganz schnell an alle. Der Garten war schön groß und auch kleine Spaziergänge standen hin und wieder auf dem Programm.

Eine KiTa kann allerdings noch so schön sein, wenn das Personal nicht stimmt. So war ich unendlich froh, dass meine Tochter eine stets engagierte und liebevolle Bezugsperson hatte. Als wir nach einem Jahr wieder Richtung Stadt zogen, fiel der Abschied von der geliebten Erzieherin selbst mir als Mutter schwer.

Was ich nicht vermisste, war das Essen. Fleisch drei bis vier Mal die Woche, angerichtet in diversen fettigen Sahnesaucen, war nicht meine Vorstellung von guter Ernährung. Wir ernähren uns vornehmlich vegetarisch mit hin und wieder Fisch, daher war der dortige Speiseplan für mich ein Alptraum.

Nun ja, weiter ging’s, zurück Richtung Stadt, besser gesagt Vorstadt. Mit großer Sorge blickte ich auf die Zukunft – was wenn wir nicht den KiTa-Platz meiner Wahl bekommen würden, sondern nur eine Notlösung?

Ich war nicht bereit, meine Tochter in ein großes Kinderhaus mit 150 Kindern abzugeben. Ich weiß, dass viele Familien ihre Kinder in solch große Einrichtungen einschreiben (müssen), doch für uns ist das definitiv nichts. Ich hoffte auf einen Platz in einer kleinen KiTa mit 35 Kindern um die Ecke von unserem neuen Zuhause. Das klappte unterm Jahr allerdings nicht und so bot mir die Gemeinde einen Platz in einer Großtagespflege im nächsten Ort an.

Zuerst war ich skeptisch. Großtagespflege nennt sich der Zusammenschluss von mehreren Tagesmüttern, die einen Raum anmieten und quasi eine Art Mini-Kita führen. Ich dachte immer, dass solche Einrichtungen nur eine Durchgangslösung sind bis man etwas „Richtiges” findet. Zum Glück lag ich völlig falsch und nun besucht meine Tochter die schönste Mini-Kita, die man sich als Mutter nur vorstellen kann! Bei KiTa Nummer vier fühlen wir uns komplett angekommen. Und das liegt daran:

In der Guten Kinderstube werden zehn Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren von zwei engagierten, pädagogisch ausgebildeten Frauen betreut – und zwar auf eine Art und Weise, wie ich sie woanders vermisste. Die Kinder gehen jeden Tag, bei jedem Wetter auf benachbarte Spielplätze und unternehmen spannende kleine Ausflüge. Mit Hilfe von zwei Lastenfahrrädern werden die Kinder auch regelmäßig zu Bauernhöfen „kutschiert”, wo sie sich mit Pferden, Ziegen und Hühnern anfreunden. Die Kinder werden spielerisch in den Alltag involviert und lernen ihre Nachbarschaft kennen. Sie gehen auch mal mit der Hündin der Nachbarin Gassi und lernen am Wertstoffhof den Müll sortieren. Die fast ausschließlich vegetarischen Gerichte kochen die Betreuerinnen gemeinsam mit den Kindern, auf gute Ernährung wird hier viel Wert gelegt. Immer wieder überrascht unsere liebevolle Mini-Kita die Kinder mit einfallsreichen Bastelprojekten. Und wenn alle müde von den vielen Unternehmungen sind, wird einfach nur gekuschelt.

Ein Bauernhofbesuch ist keine Seltenheit bei der Guten Kinderstube. Meine Tochter genießt es.

Und woher ich das weiß? Weil sich die Betreuerinnen jeden Tag die Mühe machen, eine kleine Zusammenfassung des Tages zu schreiben und zusammen mit Fotos per WhatsApp an die Eltern schicken. So wissen Mama und Papa immer, was der Nachwuchs den ganzen Tag so in der KiTa erlebt.

Ich kann mir wirklich keine schönere Betreuung für meine Tochter vorstellen und mir tut es von Herzen Leid, wenn ich Horror-Geschichten aus dem Bekanntenkreis höre. Vor kurzem erzählte mir eine Freundin, dass ihr Sohn eine zeitlang in einer KiTa betreut wurde, in der die Erzieher aus Prinzip die Kinder nicht in den Arm nehmen, wenn sie getröstet oder gekuschelt werden wollen, da das Aufgabe der Eltern sei. Selbstverständlich war das nicht die Kita ihrer Wahl, sondern eine Notlösung, da sie keinen anderen Betreuungsplatz bekommen hatten. Ich wünsche wirklich allen Eltern, dass sie ihre Kinder in liebevollen Händen wissen, während sie arbeiten müssen.

Meine einzige Sorge momentan ist, dass ich bei all den spannenden Unternehmungen, die unsere Großtagespflege anbietet, kaum mithalten kann. Vielen Dank für dieses Luxusproblem an die Gute Kinderstube!“