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Dein Kind will helfen, macht aber mehr kaputt? Wie du am besten reagierst

Foto: Bigstock

Kinder haben ja komische Vorlieben.

Staubsaugen? Scheint mindestens so spannend wie die erste Mondlandung. Faszinierend, wenn man hört, wie der Düsenantrieb losgeht und die Krümel in den scheinbar endlosen Weiten des Staubsaugerbeutels verschwinden.

Wäsche waschen? Wenn sich die Trommel der Waschmaschine dreht, sitzen meine Kinder davor, bis sie sich selbst in einer Art Trance versetzt haben.

Spülmaschine ein- und ausräumen: Das klappernde Geräusch der Teller und des Bestecks ist Musik in den Ohren meiner Tochter und meines Sohnes. Selbst wenn dabei mal wieder ein Teller zu Bruch geht.

Ich dagegen hasse es, die Spülmaschine auszuräumen oder zu bügeln. Wäsche zu waschen und Socken zu sortieren mache ich dagegen – ich würde fast behaupten – gerne.

Während für mich nichtsdestotrotz jegliche Hausarbeit unter der Rubrik Nervkram läuft, sind mein Sohn (4) und meine Tochter Greta (2) jedweder Tätigkeit in Küche oder Bad gegenüber aufgeschlossen. Und das ist noch milde ausgedrückt: Ich würde sogar behaupten: Sie sind Fans von Hausarbeit.

Und das will ich natürlich unterstützen – und zwar sowohl bei meiner Tochter als bei meinem Sohn. Beide sollen gleichberechtigt und ohne Vorurteile erzogen werden, damit sie ihre Neigungen und Talente entdecken und leben können. Ganz nach dem Gedanken der „Danke Mama“-Kampagne von Procter & Gamble zu den Olympischen Winterspielen 2018 in PyeongChang. Das Motto: Liebe statt VorurteileUnd weil wir Mamas diejenigen sind, die die nächste Generation in diesem Sinne erziehen, gibt es im Rahmen der  „Danke Mama“-Kampagne für uns alle als Dankeschön tolle Testaktionen und Gewinnspiele. Wenn man dann mal eine ruhige Minute hat…

Ruhig war es bei uns zwar auch vor ein paar Tagen – allerdings nicht entspannt ruhig, sondern verdächtig ruhig: Ich stand in der Küche und kochte, als aus dem Kinderzimmer nicht mehr der übliche Lärm kam. Meine Tochter klapperte auf dem Fußboden mit ihren Bausteinen, an ihr konnte es also nicht liegen. Hatte also ihr Bruder wieder ihren Schnuller geklaut und sich unter dem Bett versteckt?

Ganz falsch! Das Licht fiel nicht aus dem Kinderzimmer, sondern aus dem Badezimmer in den Flur. Jonathan stand mit dem Duschschlauch in der offenen Dusche – nasse Socken, nasses T-Shirt, nasser Boden, nasse Handtücher inklusive. Vor sich den komplett eingeseiften Holzhocker, auf den er immer zum Zähneputzen steigt.

Auf meine entgeisterte Frage „Was hast du denn hier gemacht?“, antwortete er mit leicht genervtem Unterton „Mama, ich muss doch sauber machen“ und „Schau mal, so sauber und trocken was der Hocker noch nie.“

Ich war kurz davor, eine Tirade anzustimmen – in dem wohl jeder Mama bekannten Tenor: „Ich habe dir doch gesagt, du sollst nicht mit Wasser spielen“, „Das ist doch eine Riesen-Sauerei hier“ bzw. „Vorher war es auf jeden Fall sauberer als jetzt.“

Stattdessen biss ich mir fest auf die Zunge. Es fiel mir schwer, aber ich wusste: Mein Sohn hatte es nur gut gemeint mit seiner Sauerei-, äh, Sauber-Aktion. Er wollte mir tatsächlich helfen. Schließlich hatte ich unter seinen neugierigen Augen erst eine Stunde vorher noch das Waschbecken geputzt und den Staub von der Ablage gewischt.

Und seine Aktion passte eigentlich genau zu dem Verhalten, das mir so wichtig ist:

Sich im gemeinsamen Haushalt einbringen.
Sorgsam mit Dingen umgehen.
Sich mit Geduld einer Sache widmen. 

Foto: Bigstock

Das sind grundsätzliche Dinge, die ich versuche, meinen Kindern beizubringen. Und zwar sowohl meinem Sohn als auch meiner Tochter. Als Mutter bin ich meiner Meinung nach dafür verantwortlich, dass meine Kinder gleichermaßen freiwillig und gut Aufgaben für sich und andere übernehmen. Auch wenn dabei mal eine Tasse zerbricht.

Jeder hat Rechte und jeder hat Pflichten. Und zwar unabhängig vom Geschlecht. Mir ist es wichtig meinen Kindern zu vermitteln, dass es keine Frauen- und Männer-Aufgaben gibt. Auch Procter & Gamble setzt sich im Rahmen der „Danke Mama“-Kampagne zu den Olympischen Winterspielen 2018 in PyeongChang für eine Welt ohne Vorurteile und Stereotype ein. Es gilt: Liebe statt Vorurteile.

Die Gleichberechtigung fängt meiner Meinung nach nämlich schon in der Kindheit an. Wie sollen mein Sohn und meine Tochter später gleichberechtigte Beziehungen führen, wenn – wie es in meiner Generation meist der Fall war – die Mädchen mehr im Haushalt mithelfen (mussten) als die Jungs?

Ich habe deshalb also beschlossen, ausartende Putzaktionen eher zu dulden als zu verhindern – und die entstandenen Schäden dann gemeinsam zu beseitigen.

Damit die Kinder beim Putzen Spaß haben, darf es mit „Fairy“ auch mal richtig schäumen.. Foto: privat

Und das ist nur ein Beispiel für die zwei Regeln, die ich in unserem Haushalt eingeführt habe. Sie heißen: 

1. Jede/r darf mal ran:
Das Mehl in die Schüssel schütten? Die Eier dazugeben? Wenn wir Kuchen backen, darf mich jeder bei einem anderen Schritt unterstützen. Oft schreit mein Sohn dazwischen: „Das will ich machen, weil ich kann das schon.“ Stimmt! Aber meine Antwort lautet immer so oder so ähnlich: „Deine Schwester will jetzt auch mal. Und wenn sie das noch nicht kann, dann übt sie es jetzt eben.“ Vor kurzem fiel das Ei dann auch nicht in die Schüssel, sondern daneben. Und ein Schälchen kullerte auf den Boden. Scherben! Bringen doch Glück, oder?

2. Jede/r darf / muss mal ran:
Wer den Rührstab mit dem meisten Teig ablecken darf, darum streiten sich meine Kinder schnell. Wer jedoch das schmutzige Geschirr in das Spülbecken trägt, ist eine ganze andere Sache. Auch da bestehe ich drauf: Der eine trägt den Messbecher, die andere den Löffel. Und wenn ein „Mach du, Mama“ kommt? Dann – verzeiht bitte – aber dann verwende ich den obigen Satz meines Sohnes gegen ihn: „Schau mal, das kannst du doch auch.“ Es hilft auch, wenn wir zu dritt zum Spülbecken laufen.

Wenn Papa da ist, muss der natürlich auch mit anpacken. Denn um Gleichberechtigung zu üben, ist man nie zu alt.