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Der perfekte Plan: Wie du dein Kind dazu bringst, im Haushalt mitzuhelfen

Foto: Echte Mamas

Wahrscheinlich werden sich meine Kinder – jetzt zwei und vier Jahre alt – im Teenageralter um den Abwasch drücken, aber … ich will zumindest alles versucht haben.

Es mag zwar spießig klingen, aber der Haushalt und wie wir ihn als Familie bewältigen ist mir super wichtig. Ich habe im Freundeskreis schon ernste Beziehungskrisen bis hin zu einer Trennung erlebt, weil vom Putzen bis Wäschewaschen und Kindergeld beantragen alles an der Mutter hängenblieb.

Ich bin auch häufig in Kinderzimmern zu Gast, in dem sprichwörtlich kein Stein mehr auf dem anderen steht. Ein Puzzle machen? Unmöglich, es fehlen mindestens die Hälfte der Puzzleteile? Einen Legoturm bauen – gerne, aber wo nur, wenn selbst auf dem Bett kein Platz mehr ist?

Kinder in die Haushaltsaufgaben mit einzubeziehen hat nicht nur praktische Gründe (huch, in 5 Minuten war der Abendbrottisch wieder sauber!), sondern auch psychologische.

Experten sind sich nämlich einig: Kinder Aufgaben im Haushalt zu übertragen, hat psychologisch gleich zwei positive Auswirkungen.

1. Jeder Mensch möchte sich gebraucht fühlen – und in der Familie mitzuhelfen vermittelt genau dieses Gefühl.

2. Jeder Mensch muss Verantwortung und Fairness lernen. Verantwortung für sich und andere Menschen zu haben und dieser nachzukommen ist eines der Grundprinzipien für ein gelungenes Leben.

Dazu gehört, dass ich meine Kinder zu selbstständigen und offenen Menschen erziehe, die ihren eigenen Weg finden – mit bedingungsloser Liebe, aber auch mit sanftem Anleiten. Dieser Fürsorge-Gedanke ist auch in der „Danke Mama“-Kampagne von Procter & Gamble zu den Olympischen Winterspielen 2018 in PyeongChang zu finden.

Wer, wenn nicht wir Mamas, kann unsere Kinder zu Liebe statt Vorurteile erziehen? Wer, wenn nicht wir Mamas, sorgt dafür, dass unsere Kinder ihr Potential entdecken und ihre Träume verwirklichen – unabhängig von der Meinung anderer? Genau für diesen Erziehungsansatz will uns jetzt die  „Danke Mama“-Kampagne belohnen – mit speziellen Testaktionen und Gewinnspielen.

Natürlich soll die Förderung unserer Kinder nicht in Zwang ausarten. Es soll jetzt auch kein Baby, das gerade einigermaßen greifen kann, seinen Schnuller aufheben und wegräumen müssen. Und keine Zweijährige muss die Dusche schrubben (auch wenn das meine liebend gerne täte, wenn ich sie nur ließe).

Man kann jedoch schon selbst Kleinkindern Aufgaben übertragen. Was man dabei beachten sollte:

1. Fange früh an
Als meine Tochter eineinhalb Jahre alt war und mir beim Einräumen der Spülmaschine helfen wollte, drückte ich ihr zur Ablenkung ein Buch in die Hand. Ich hatte Angst um meine Teller. Was für ein Quatsch! Wenn Kinder gerne Wäsche aus der Waschmaschine holen oder mit dem Handstaubsauger Krümel aufsaugen wollen – einfach machen lassen! Kinder sind früher bereit, sich einzubringen, als man denkt. Wenn sie etwas noch nicht eigenständig können, dann gilt: „Learning by doing“. 

2. Bestehe nicht darauf, dass etwas perfekt ist
Ich gebe zu, dass ich zu Perfektionismus neige. T-Shirts müssen auf eine bestimmte Art und Weise zusammengelegt werden und es geht gar nicht, wenn das Geschirr kreuz und quer in der Spülmaschine steht. Jeder Mensch hat Spleens, aber die muss man ja nicht gleich auf seine Kinder übertragen. Man kann auch stolz auf sich sein, wenn das T-Shirt eine Falte wirft! Wer perfektionistisch ist, tendiert seinen Kindern zu helfen bzw. ihnen aufgetragene Aufgaben wieder abzunehmen – und sabotiert so das Vorhaben.

3. Lobe, lobe und lobe
Ich hatte auch schon Chefs, von denen man immer nur hörte, wenn etwas schief gelaufen war. Kein gutes Gefühl! Zwar haben wir zu Hause mit unseren Kindern zum Glück kein Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis, aber an Lob sollte man nie sparen. Lob motiviert nachweislich viel besser als jede Schimpftirade.

4. Bleibe konsequent
Das ist für mich der schwierigste Punkt. Klar weiß ich, dass Konsequenz wichtig ist, aber wie neeervig ist es, wenn meine Tochter eine Viertelstunde braucht, um die Kleider von der Waschmaschine in den Trockner zu legen (Dass sie dann ein einziges Knäuel sind, davon mag ich erst gar nicht reden). Doch ohne Regelmäßigkeit droht: Die Kinder fangen an zu schlampen und hoffen, dass einem jemand anderes die Arbeit abnimmt. Im Zweifelsfall die Mutter – also ich!

5. Mache klar, was du möchtest
Die Aufforderung „Räume dein Zimmer auf“ ist in ungefähr so effektiv wie „Fahr mal das Auto vor der Garage weg“. Einfach unmöglich! Denn was genau meine ich denn mit Aufräumen? Für mich mag das klar sein, meinen Kindern bedeutet das nichts. Ihnen sollte ich zeigen, dass das Playmobil wieder in die grüne Kiste kommt und wie man ein Buch ins Regal stellt und nicht stopft.

Mit dem Swiffer macht meiner Tochter putzen kann besonders Spaß. Foto: Echte Mamas

6. Erstelle einen Haushaltsplan
Das hört sich jetzt schlimmer an, als es ist. Ich denke dabei eher an eine Magnettafel, wie sie mein Sohn in seiner Kita-Gruppe hat. Für jedes Kind gibt es einen Magneten mit seinem Konterfei (aus einem Foto ausgeschnitten und aufgeklebt). Für die entsprechenden Aufgaben gibt es ebenfalls Magnete mit Bildern wie Frühstückstisch oder Spielzimmer. Die Kinder werden dann den entsprechenden Aufgaben zugeordnet und können leicht überblicken, wann sie wo „dran“ sind. Zumindest in der KiTa führt das dazu, dass mein Sohn ganz brav mitmacht, wie mir seine Erzieherinnen bei Nachfrage beteuern.

Das Leben ist zwar kein Wunschkonzert, aber ich achte darauf, dass die Kinder Aufgaben übernehmen, die sie mehr oder weniger gerne tun. Zumindest sollte das Verhältnis zwischen den Aufgaben ausgeglichen sein.

Foto: Bigstock

7. Dreh nicht durch
Ja, Konsequenz ist wichtig, Regeln ebenso, und Ausflüchte unverwünscht. Doch wenn ich mal wieder ungeduldig werde, versuche ich mich immer wieder daran zu erinnern: Es sind Kinder. Sie machen Dinge anders (viiiel laaaaangsamer!) als ich. Und über all dem sollte man ja auch nicht den Spaß vergessen.

Ob das alles bei mir zu Hause immer so reibungslos funktioniert?

Ich bin ehrlich: Es läuft, aber nicht immer. Ich schätze mal eine Trefferquote von 85 Prozent. Das ist nicht top, aber gut genug, dass ich die ersten, positiven Verhaltensweisen in meinen Kindern entdecke.

Meine Tochter möchte jetzt jedes Mal beim Aufräumen der Spülmaschine helfen. Mein Sohn dagegen ist in den Handstaubsauger vernarrt und inzwischen offizieller „Krümel-Beauftragter“ der Familie.

Und nein, ich bin noch nicht so weit, ihm einen zum Geburtstag zu schenken.