Schwanger

Dein Baby im Bauch tritt? Erstaunlich, was es dir damit damit alles sagen will

Foto: Bigstock

Zuerst wusste ich nicht, wie mir passiert.

Ich war gerade in der 10. Schwangerschaftswoche, als ich ein ungewöhnliches Rumoren in meinem Bauch spürte. Ich wollte mich schon gedankenverloren am Nabel kratzen – die Haut hatte in den letzten Tag aufgrund meines  plötzlich wachsenden Bäuchleins etwas gespannt – als ich doch innehielt.

Was waren diese Mini-Zuckungen in meinem Bauch? Fruchtwasser? Luftblasen? Sie kitzelten mich sogar ein bisschen.

Ohhhhh, neeeein, ich meine, jaaaa, waren das etwa die ersten Regungen meines ungeborenen Kindes? Eigentlich war es dafür etwas zu früh. Zwar fangen Babys schon in der sechsten oder siebten Woche nach Befruchtung an, sich zu drehen, doch die meisten Schwangeren spüren die ersten Bewegungen zwischen der 18. und 25. Schwangerschaftswoche.

Ja, sie waren es tatsächlich! Und das Gefühl kommt den oft beschriebenen Schmetterlingsflügeln, die man zu spüren meint, sehr nahe.

Zumindest am Anfang: Später hatte ich eher das Gefühl, einen Alien in mir herumzutragen, der jeden Moment durch die Bauchdecke bricht. Oder einen überambitionierten Fußballspieler, der sich auf das nächste Elfmeter-Schießen vorbereitet. Aua, kann ich nur sagen!

Dabei haben die Tritte natürlich etwas sehr Tröstliches: Sie zeigten mir, dass mein Kind wohlauf war.

Und wenn das Ungeborene nicht gerade wie in diesem Extremfall die Gebärmutter-Wand durchtritt, sind die Tritte vielleicht manchmal unangenehm für die Mutter, aber nicht gefährlich.

Aber was möchte mir mein Baby sagen, indem es mich tritt?

 „Mir geht es gut. Ich bin da.“
Im dritten Trimester sollte man ungefähr zehn Schläge oder Tritte die Stunde spüren – ich spürte manchmal zehn in einer Minute. Natürlich muss das Kind sich nicht jede Stunde bemerkbar machen, es schläft ja auch mal.

„Hallo, ich bin wach!“
Jeden Abend, wenn ich mich aufs Sofa oder ins Bett gelegt habe, fing der kleine Rabauke in meinem Bauch an, zu boxen. Das ist nicht ungewöhnlich, werden die Babys doch dann meistens aktiv, wenn die Mama runterfährt (genau dieses Schema zieht sich leider auch durch die vielen schlaflosen Nächte in der ersten Zeit mit Kind). Wenn ich selbst in Action war, habe ich meistens nicht so viel gespürt – auch normal, weil die mütterlichen Bewegungen das Ungeborene in den Schlaf schaukeln.

„Ich habe gerade gegessen.“
Da geht es dem Kleinen wie mir: Sobald ich gegessen habe, bin ich wieder voller Energie. Babys reagieren auch oft anders auf verschiedene Nahrungsmittel – mal munterer und mal mit weniger Elan.

„Huch, ich habe gerade was mitbekommen.“
Babys verbringen ihre Zeit ja in dieser dunklen, schallgedämpften Fruchtblase. Doch manchmal dringt auch eine Bewegung oder ein Geräusch zu ihnen durch – oder sie bekommen es stärker mit als üblich. Und das möchten sie gerne kommunizieren.

Aus diesen Gründen habe ich am Ende der Schwangerschaft versucht, mich immer über die Tritte meines Babys zu freuen. Auch wenn ich manchmal genervt war, weil sie mich in die Rippen trafen – oder noch schlimmer – die volle Blase. Es ist ja sowieso schon schwer, den Urin bei sich zu behalten, wenn gefühlt zehn Kilo Gewicht auf der Blase lagen, aber das muss ich ja niemandem sagen…

Sorgen machen sollte man sich eher, wenn man sein Kind länger nicht spürt. Wie gesagt, über ein paar Stunden ist das noch normal, aber danach sollte man zumindest bewusst in seinen Bauch reinhorchen.

Was auch helfen kann, um das kleine Wunder im Bauch zum Strampeln zu bringen? Etwas Kohlenhydratreiches essen, bei dem die Energie schnell ins Blut geht.

Ich dachte natürlich auch sofort an Schokolade und Spaghetti, aber leere Kohlenhydrate – also solche, die keine Nährstoffe enthalten – sind auch keine gesunde Lösung, zumindest dauerhaft. Ich habe dann manchmal eine Banane gegessen, die hatte immer einen guten Kick-Effekt bei meinem Kind.

Auch Musik kann ein Baby ermuntern, sich mehr zu bewegen. Oder ich streichelte meine Bauch und klopfte zart darauf, bis sich mein Schatz meldete.

Go, baby, go.“